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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,1

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(iusta basilicam s. Marcellis plebis s. Romane ecclesie) bestätigt dem unter Karl d. Grossen gegründeten, vom markgrafen Adelbert (von Ivrea dem vater Berengars II., vgl. Chr. Noval. V, 16.17 und die bittschrift des abtes Belegrim M. G. SS. 7,122) wegen der Sarazeneneinfälle von Novalese nach der stadt Breme zwischen dem Po und dem Ticino verlegten kloster auf die unter fürsprache seiner gemalin Adelheid und seines verwandten des bischofs Theuderich von Metz vorgebrachte bitte der mönche und gemäss dem privileg des papstes Johannes XIIL (Jaffé-L. 3761, teilweise vorlage) die S. Andreaszelle zu Turin, das kloster Novalese nebst allen andern besitzungen und besitztiteln sowie königschutz und immunität. Busse 50 pfund gold und päpstliche exkommunikation. Petrus kanc. adv. Huberti epi. et archikanc. Or. mit a. inc. 973 Turin. ‒ Malaspina Sulla patria del cronografo Noval. 97; M. Patriae chart. 1, 230 no 137; *M. G. DD. 1, 556 no 409. Die vorgeschichte der bestätigung erhellt aus der oben erwähnten bittschrift des abtes und der mönche an den papst (daraus, aber teilweise entstellt in Chr. Noval. V, 21.22): das von Karl d. Gr. bestätigte (nach no 538 gegründete) kloster wurde durch ein 950 heimlich erteiltes privileg des k. Lothar dem markgrafen (von Turin, vgl. Chr. Noval. V, 1) überantwortet, Otto kassirte dieses priv. auf bitte der kaiserin Adelheid, liess es vor allen fürsten markgrafen bischöfen grafen und äbten verbrennen, verlieh dem kloster ein neues privileg (deperd.) und verbot dem Arduin fernere beunruhigung des klosters (952 oder wahrscheinlicher 962‒965, vgl. Dümmler Otto I. 337 anm. 6, Bresslau Konrad II. 1,362). Nach der rückkehr des kaisers nach Deutschland aber entriss Arduin den mönchen fast den gesammten besitz, einen kleinen teil des geraubten gab er nur unter der drückenden und schmählichen bedingung zurück, dass der abt nie vor dem kaiser über diese vorgänge klage erhebe (daher ist wahrscheinlich der abt in der bestätigung gar nicht erwähnt). Abt und mönche wenden sich endlich an den papst mit der bitte diesen sachverhalt dem kaiser mitzuteilen, und da keiner der mönche sich an den hof wagen dürfe, die rückstellung ihrer besitzungen, ohne welche der untergang des klosters unausweichlich sei, bei demselben zu erflehen; der papst selbst möge Arduin mit dem anathem bedrohen. Daraus erklärt sich die benutzung der papstbulle, in welcher ebenfalls schon Thiederich als fürbitter genannt ist, nicht aber Adelheid, und die erwähnung der geistlichen strafe. ‒ Ueber die datirung vgl. no 529.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,1 n. 538, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0972-05-01_1_0_2_1_1_923_538
(Abgerufen am 24.09.2017).