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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,1

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(civitate Roma) Vertrag abgeschlossen auf bitte des dogen Petrus für immerwährende zeiten zu aufrechterhaltung des friedens giltig zwischen den Venetianern und deren nachbarn den einwohnern von Istrien, Friaul, Ceneda, Treviso, Vicenza, Monselice, Gavello, Comacchio, Ravenna, Cesena, Rimini, Pesaro, Fano, Sinigaglia, Ancona, Umana, Fermo, Penne (nach C und D mit ganz Italien, vgl. dazu Fanta in Mittheil, des Inst. f. öst. GF. ergbd. 1, 55.109.112): bei einbruch in venetianisches gebiet auslieferung der rädelsführer an Venedig innerhalb 60 tagen und doppelter schadenersatz, andernfalls busse von 500 goldsolidi für ieden schuldigen; auslieferung aller seit abschluss des letzten vertrages zu Ravenna (= vorurkunde) entflohenen an Venedig; verpflichtung der Venetianer gefangene (sklaven) mit deren habe und mit denienigen welche sie in ihren dukat geführt, sowie alle zu ihnen geflohenen freien oder hörigen mit deren habe auszuliefern (nur in dieser letzten bestimmung treten die Venetianer noch in erster person sprechend auf, Fanta l. c. 104.108); rechtzeitige anzeige eines den Venetianern drohenden feindlichen angriffes; gegenseitig vierfacher ersatz bei diebstahl und auslieferung in zukunft flüchtender höriger und deren habe, widrigenfalls busse von 72 goldsolidi für ieden flüchtling (vgl. Fanta l. c. 90); beiderseits pfändungsrecht gegen flüchtlinge und mobilien, gegenpfändung bis zur gerichtlichen austragung ausgeschlossen, unerlaubte pfändung heischt doppelten ersatz des pfandwertes; bei viehraub doppelter ersatz; gegenseitiger friedlicher handelsverkehr; beiderseitige gewährung des altherkömmlichen uferzolles (quadragesima) und ungehinderter handelsverkehr zu lande; bei fehden sicherheit der gesandten und briefboten, bussen auf einkerkerung und tödtung der letztern; bei rechtsverweigerung in schuldsachen befugniss des klägers innerhalb bestimmter frist nach erhobner klage im hause des am selben orte weilenden schuldners bis zur höhe der schuld pfand zu nehmen (undeutlich, emendirt nach DO. II no 300 = St. 845); auslieferung aller an einem morde mitschuldigen an die gegenpartei, sonst komposition; bussen für tödtung und verwundung freier und höriger; unpfändbarkeit von kirchengut ausser bei klage gegen geistliche der betreffenden kirche; holzungsrecht der Venetianer an fluss- und seeufern wie seit 30 iahren üblich, offenhaltung der seit ienem zeitpunkt offen gewesenen flüsse im gebiet von Treviso; holzungs- und weiderecht der einwohner von Cava Zuccherina (Equilenses) von ripa s. Zenoni bis fossa Metamauri et Gentionis; bestätigung der zwischen k. Liuprand und dem dogen Palutius und dem magister militum Marcellus (vgl. Fanta l. c. 84‒89) festgesetzten grenzen von Cittanova (vgl. Romanin Storia di Venezia 1,37) an der Piave, weiderecht dieser stadt; holzungsrecht der einwohner von Caorle und Grado in Friaul; versprechen der Venetianer iedes iahr im märz als tribut für diesen bundesvertrag 50 pfund venetianischer denare und ein pallium zu entrichten; gegenseitige rechtsicherheit für kirchengut; in rechtstreiten eidhelfer nach dem wert des obiektes, für ie ein pfund einer, nicht über 12 (zusatz, an früherer stelle auch noch die aus den ältern pakten übernommene fassung; bis zu 6 mankusen alleineid, von einem pfund an 1 eidhelfer usw.); eidvorrecht des pfand- und kautionsinhabers bei processen um pfänder (auch diese bestimmung findet sich gleich der vorausgehenden zweimal, zuerst in etwas abweichender fassung = vorurkunde auf den pfandinhaber beschränkt). Busse 1000 pfund gold, die hälfte der kammer, die hälfte Venedig. K. s. X (B), L. blancus s. XIV med. (C), C. Trivisanus s. XVI in. (D) Venedig. ‒ Muratori SS. 12,209 erwähnt; Hormayr Gesch. Tirols 1b, 44 no 3 aus B; Stumpf Acta ined. 12 no 11 aus C mit verbesserungen p. 878; *M. G. DD. 1,480 no 350 aus B. C und D. Vielfach wörtliche wiederholung der verträge Lothars I. (BM. 1033) und Berengars I. (Forsch. 10,279), welche aber vielleicht nur mittelbar benutzt sind, während die eigentliche vorlage verloren scheint; über das verhältniss zu den vorlagen, über inhalt fassung und bedeutung des vertrages ‒ zunehmende begünstigung Venedigs ‒ vgl. den ausführlichen kommentar Fantas in Mittheil. des Inst. f. öst. GF. ergbd. 1,51‒123 und M. G. DD. 1,478. ‒ Die in der korroboration angekündigte königliche unterfertigung und rekognition fehlen in B. C. D; C und D beruhen auf einer von B unabhängigen vorlage, sind teilweise verunechtet, Fanta l. c. 54. 59. 62. 68. ‒ Nichteinheitliche datirung, ausstellungsort auf ausfertigung zu beziehen, abschluss des vertrages wahrscheinlich in Ravenna, vgl. M. G. DD. 1, 479, oder mit rücksicht auf no 461 etwas landeinwärts.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,1 n. 459, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0967-12-02_1_0_2_1_1_800_459
(Abgerufen am 28.05.2017).