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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,1

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(in ecclesia s. Petri). Grosse synode, process gegen den papst. Otto eröffnet in anwesenheit der erzbischöfe Waldpert v. Mailand, Petrus v. Ravenna, Adeltac (v. Hamburg), eines vertreters des erkrankten (und wähnend der synode verstorbenen. Cont. Reginonis) patr. Ingelfred v. Aquileia; der bischöfe Landohard v. Minden, Otker v. Speier, Hupert v. Parma, Liudprand v. Cremona, Hermenald v. Reggio, ferner von 8 bischöfen aus Tuscien, von 25 aus der umgebung Roms, von 16 (oder 17, vgl. Dummler Otto I. 359 anm. 3) kardinälen, von vertretern des römischen adels und der römischen miliz mit Petrus Imperiola an der spitze (über die teilnehmer vgl. Gregorovius Gesch. Roms 3 3, 340) die versammlung. Die anfrage warum der papst nicht erschienen, wird sofort mit klagen über denselben erwidert, welche auf aufforderung des kaisers geordnet verlesen werden, sich auf messelesen ohne zu kommuniciren, versäumung der kanonischen stunden, zu unrechter zeit und an unrechtem ort sowie gegen geld vorgenommene ordinationen, auf sakrileg und anrufung heidnischer götter, waffentragen und ausübung der iagd, aber ebenso auf weltliche verbrechen: unzucht und blutschande, mord und todschlag, verstümmelung und brandstiftung erstrecken (die von Cont. Reginonis betonte plünderung des kirchenschatzes von S. Peter ist hier sowenig als in den aufzählungen no 349 und 350a erwähnt sondern erst in no 351b vgl. auch die anklage in no 340a). Otto verlangt durch Liudprand von Cremona, quia Romani eius loquelam propriam, hoc est Saxonicam, intellegere nequibant, beweise für diese anklagen, die ganze versammlung beschwört dieselben, verweist für das waffentragen auf das zeugniss des kaiserlichen heeres (so auch c. 14a) und beantragt beim kaiser den papst vorzuladen (vgl. no 349). Liudprandi Hist. c. 9‒11, der einen ausführlichen auszug aus den akten dieser rogantibus tam Romanis episcopis quam plebe einberufenen synode gibt; aus dem verlornen bericht von 964 (Mittheil. des Inst. f. öst. GF. ergbd. 4, 72) auch kurz in der Cont. Reginonis: Imperator vero plurimorum episcoporum collecta multitudine sinodum coadunavit et consilio eorum missa legatione canonica auctoritate aufugam apostolicum ad sedem apostolicam revocavit; daraus aber mit einigen zusätzen Ann. Hildesh. ib. 3, 60: Hoc anno magnum sinodale concilium factum est Roma in ecclesia s. Petri; ibique praesidebat Otto imp. aug. cum magna multitudine episcoporum abbatum (fehlen auch bei Liudprand, ausdrücklich erwähnt im gegenconcil Johanns XII. 964, Leibnitz Ann. 3, 135) monachorum ac clericorum ‒ als gegenstand aber ist die absetzung Benedikts angegeben; sinodum cum episcopis habuit, Ann. Altah. ib. 20, 786. ‒ Der bischof von Speier, welcher schon bei der kaiserkrönung in Italien war (no 311), hatte inzwischen auf befehl Ottos reliquien nach Magdeburg gebracht. Annalista Saxo. ib. 6, 617.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,1 n. 348e, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0963-11-06_1_0_2_1_1_632_348e
(Abgerufen am 22.01.2017).