Regestendatenbank - 176.571 Regesten im Volltext

RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,1

Sie sehen den Datensatz 629 von insgesamt 982.

Abmarsch wegen des konfliktes mit dem papst. Johannes hatte nicht zur befriedigung kindischer lüste das einvernehmen mit Adalbert gesucht (no 340a), sondern um einen grossen europäischen bund gegen Otto zu bilden: er sandte bischof Leo und kardinaldiakon Johannes als gesandte nach Konstantinopel, mit ihnen seinen vertrauten den Bulgaren Saleccus und den bischof Zacheus von Genzano (vgl. Dümmler Otto I.347 anm. 3), um die Ungarn gegen den kaiser aufzustacheln. Den kaiser suchte er hinzuhalten durch eine botschaft des protoscriniars (= spätern papstes) Leo und des edlen Römers Demetrius, welche des papstes ausschweifungen mit dessen iugend entschuldigen, dessen ernstlichen vorsatz sich zu bessern bekräftigen mussten; zugleich hatten sie klage zu führen, dass der kaiser die dem papst ungetreuen (die gesandten nach Konstantinopel) bei sich aufgenommen und seine promissio (no 309a vgl. 311) verletzt habe, da er in den neueroberten kirchengebieten nicht dem papst treue schwören liess. Otto nimmt die besserungsversprechungen freudig entgegen, erklärt S. Leo nur zu belagern um dieses gebiet der kirche zurückgeben zu können, läugnet iedes einvernehmen mit bischof Leo und kardinaldiakon Johannes, diese seien vielmehr auf der gegen ihn gerichteten legation in Capua gefangen genommen worden und erst durch aufgefangene papstbriefe habe er von den aufträgen kenntniss erhalten, welche der papst seinen boten an die Griechen und Ungarn gegeben. Liudprandi Hist. Ott. c. 6; über den hier schon vorauszusetzenden bund mit Pandulf von Capua liegt keine andere nachricht vor. Interim I. papa promissiones imperatori factas oblivioni tradens ab eo deficit, Cont. Reginonis; Vidimus Ioh..... contra eum Ottonem quem augustum creaverat, coniurasse, Gerberti Acta Conc. Rem. M. G. SS. 3, 672. Otto sendet Landward von Minden und Liudprand von Cremona zu seiner rechtfertigung, auf wunsch des papstes auch durch kampf ihrer ritter, nach Rom; der papst nimmt sie unhöflich auf, lässt beweis für die unschuld des kaisers nicht zu, bleibt aber bei seinen behauptungen, schickt iedoch nach 8 tagen an den kaiser subdole, ... putans se hunc suis deludere posse versutiis, eine neue aus dem bischof Johann von Narni und dem kardinaldiakon Benedikt bestehende gesandtschaft an den kaiser. Vor deren rückkunft erscheint Adalbert auf einladung des papstes in Civitavecchia, dein Romam profectus, non ut debuit repudiatus, sed honorifice a papa est SUSCeptus, Liudprandi Hist. Ott. c. 7; Berengarii sen Adalberti partibus favens Adalbertum Romam intromittit, Cont. Reginonis = Ann. Altah. ib. 20, 786 = brief Bernards, Ussermann Genn. sacrae prodr. 2, 208. Maior Romanorum pars optimatium s. Pauli castellum (beim kloster S. Paolo fuori le mura, vgl. Gregorovius Gesch. der Stadt Rom 3 3, 187) invaserit sanctumque imperatorem obsidibusque etiam datis (vgl. no 348d) invitavit (zuvor: Romanis clam invitantibus), Liudprand ib. c. 8; vgl. Benedicti s. Andreae chr. c. 36: Ceperunt Romani mollescere apostolicis et factum est ritum magnum, discordia inter apostolicus et imperator. Cont. Reginonis: Quas dolositates eius fraudes imperator audiens relicta circum montem obsidione Romam versus cum hoste pergit, nachdem er totam aestatem vor S. Leo gesessen no 340c; nach Liudprandi Hist. c. 8 liess Otto die ärgste hitze vorübergehen und marschirte ab, cum virginale sidus gratam rediens temperiem ferret, also im sept., doch spricht der zeitpunkt der ankunft in Rom für einen spätem aufbruch, frühestens zu ende des monats. ‒ Consilio namque ipse imperator cum suis fidelibus inito iterum Romam venit, quatenus eundem protervum et sceleratum pontificem cum suis archiepiscopis atque episcopis recordaret, ut a tali ac tanto scelere resipisceret, L. pont. ed. Duchesne 2, 246 und aus gleicher quelle, aber ereignisse von 963 und 964 vermengend, Benedicti chr. c. 36; ähnlich Ann. Corb. 968 M. G. 3, 4 und Jaffé Bibl. 1, 36. ‒ Die rückwirkung dieses zuges auf Wichmann vgl. no 394a.

Nachtrag einreichen
Einreichen
Empfohlene Zitierweise

RI II,1 n. 348b, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0963-00-00_2_0_2_1_1_629_348b
(Abgerufen am 19.10.2017).