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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,1

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bestätigt der kirche von Reggio unter bischof Ermenald auf fürsprache seiner gemalin Adelheid und Adelberts des erlauchten (incliti = vorlage) grafen von Reggio und Modena alles grafenland (terram comitatus; in der vorurk. terram iuris regni nostri) sowie die öffentlichen leistungen mit zoll strassengeld mauern und flussbett zu Reggio und im umkreis von 4 miglien, grundstücke in der stadt Pavia, von welchen eines einen teil der alten königspfalz bildete (vgl. no 307e), und zu Vaccile bei Nonantula, gemäss einer schenkung der k. Hugo und Lothar (B. 1411.1422), sowie alle andern besitzungen und besitztitel, auch iene der kanonie, innerhalb der angegebenen grenzen (= grenzen des sprengels), erneuert das verbot kirchengüter durch pachtverträge ohne zustimmung des bischofs und seiner beamten (ministri) an sich zu reissen und kassirt kraft kaiserlicher macht derartige früher abgeschlossene ungerechte verträge, verleiht dem bischof und seinen beamten die ordentliche gerichtsbarkeit bei streit über gut der kirchen und der kleriker (vgl. Nissl Gerichtsstand 158 ff. 166.170 ff.), gewährt dem bischof und dem ganzen klerus freie wahl von sachwaltern (advocati) und deren befreiung von öffentlichen leistungen, das inquisitionsrecht bezüglich entzogenen kirchengutes, endlich schutz und immunität. Busse 100 pfund gold. Liutgerus canc. adv. Widonis archicanc. et epi. Or. Reggio. ‒ Tiraboschi Mem. stor. Moden. 1b 124 no 104 unvollst.; *M.G.DD. 3, 343 no 242. ‒ Als vorlagen dienten: für eingangsprotokoll und arenga die urk. Lothars I. BM. 1029, für die schenkungen zu Reggio und Pavia die der k. Hugo und Lothar B. 1411.1422, für die grenzbeschreibung die fälschung Karls Gr. BM. 231 (bezieht sich auf die bistumsgrenzen, ist aber teilweise unrichtig), für den rest die urk. Ludwigs d. Blinden B. 1457, vgl. M. G. DD. l. c. Doch sind die vorlagen mannigfach abgeändert, zum teil durch erweiterungen: das weichbild umfasst in der vorlage nur 3 miglien, die schenkung zu Vaccile fehlt in B. 1422 usw. ‒ Nach der urk. Konrads II. St. 1945 besass der bischof auch missatische befugnisse für dieses gebiet, vgl. Ficker Ital. Forsch. 2, 16. ‒ Erste nennung des italienischen erzkanzlers, über die bedeutung dieser vollständigen Trennung der kanzlei vgl. auch Kehr in Sybelsche Zeitschr. 66, 392; die italienische kanzlei unterlässt meist den gebrauch des s. recognitionis, vgl. Sickel in Mittheil. des Inst. f. öst. GF. ergbd. 2, 152.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,1 n. 320, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0962-04-20_1_0_2_1_1_590_320
(Abgerufen am 24.11.2017).