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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,1

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Auf dem feldzug langt die nachricht vom tode Liudolfs ein. Widukind III.58. ‒ Liudolf war vor einem iahre (no 252a) über Verona (Donizo V. Mathildae v. 317 M. G. SS. 12,359) oder S. Gallen (Ekkehardi Casus ib. 2,113 und S. Gall. Mitth. 15, 250 c. 11) in Italien eingerückt, zwingt ‒ nach dunklen andeutungen gleichzeitiger (Liudprandi Antap. V, 29 und dazu Dümmler Otto I.289) und nach den berichten späterer quellen (Arnulfi Gesta archiep. Mediol. I,6, Chr. Novalic. V, 12 ib. 8,8; 7,113) von einer einheimischen partei unterstützt ‒ Berengar und Adalbert zur flucht, bemächtigt sich noch 956 Pavias. Ann. Einsidl. 956 ib. 3,142 = Herimanni Aug. chr. 956 = Ann. Altah. 956 ib. 5,115; 20, 786: besiegt im folgenden iahre Adalbert (nach Donizo V. Math. v. 319 ff. zu Antognano bei Carpineti), regnum optinuit omnesque sibi subiugavit, Ann. Einsidl. = Herimanni Aug. chr. und kürzer Chr. Suev. un. ib. 13,68; die eroberung Italiens melden auch kurz Flodoardi Ann.; Cont. Reginonis 956: in brevi expulso Berengario totius pene Italiae possessor efficitur, daraus die ableitungen der Ann. Hersfeld. ib. 3, 58. 59: Berengar hatte sich vielleicht nach S. Giulio d'Orta zurückgezogen. Arnulfi Gesta aep. Mediol. I,6. Zwar waren die deutschen berichte über den erfolg zu optimistisch (nur in Mailand und Bergamo zählte man wieder nach iahren Ottos, C. d. Lang. 1067.1068, in Lucca und Ravenna ignorirte man ihn), doch Otto war darüber erfreut. Hrosvithae Gesta v. 1142‒1163: Hoc ipsumque tibi regnum committo regendum, Imperio subdi nostro quod constituisti, Praecipioque .... Ut quem victrici populum dextra superasti, Absque mora tecum facias firmare tenendum Foedus cum iuramento structum metuendo. Wenn auch nicht mit Köpke Otton. Stud. 2,106 an versificirung eines briefes Ottos zu denken ist, so ist doch diese nachricht gegen Waitz in Forsch. 9,336 glaublich, da nach Ruotgeri V. Brunonis c. 36 Brun dem Liudolf 955 statum pristinum, si quae sua erant accuratius vellet attendere, repromisit, dann um den neffen amplius consolari, Otto den rat gab ut filio suo .... totam Italiam delegaret, also ihm ersatz zu geben für die verwirkte nachfolge in Deutschland, vgl. no 239b. Im begriffe heimzukehren (Hrosvithae Gesta v. 1164‒1188) erlag er zu Pombia (s. Lago maggiore) dem fieber. Ann. Sangall. mai. und Ann. Einsidl., daraus Herimanni Aug. chr., Chr. Suev. un.; vergiftung nur bei Arnulfi Gesta aep. Mediol. I, 6; der tod ist auch gemeldet in Cont. Reginonis = den ableitungen der Ann. Hersfeld., Flodoardi Ann., Ann. Corb. (ib. 3,4), Ann. Colon. (Jaffé u. Wattenbach Cod.Col. 129), Ann. Lob. 956 (M. G. SS. 13, 234), Ann. Sangall, breviss. 958 (ib. 1,70 und S. Gall. Mitth. 19,212); zu sept. 6 Ann. necr. Fuld. ib. 13,198, Necr. Aug., s. Galli (M. G. Necr. 1,279. 480), Merseb. (Neue Mitth. des thür.-sächs. Vereins 11, 240), Weissenburg. (Böhmer Fontes 4,313), andere vgl. Dümmler Otto I.289 anm. 3. ‒ Begräbniss zu S. Alban bei Mainz. Cont. Reginonis, Ann. Einsidl. = Herimanni Aug. chr.; Widukind III, 57 = Thietmar II, 12(6). (Otto) satis plurimum lacrimarum pro filii interitu fudit, Widukind III, 58 und Thietmar l. c. entstellt, vgl. 252a: allgemeine trauer um den beliebten prinzen: toto Francorum imperio relinquens suo vulnere vulnus durum. Funus .... cum luctu et planctu multorum populorum, Widukind III, 57.; cuius ob recentem iacturam, quociens memoriam agimus, lacrimis sinum replemus. O si numquam natus aut non tam mature (!) defunctus esset, Liudprandi Antap. IV, 16; dum maxime placuit populo ... repente flos ille integerrimus et robur regni tutissimum e medio excessit, Ruotgeri V. Brunonis c. 36; ähnlich Ann. Sangall. mai.; Herimanni Aug. chr. Ueber seine kinder vgl. Widukind III, 58, Dümmler Otto I. 290. Zwei tage darauf starb Ottos sohn Brun. Ann. necr. Fuld. l. c., Ann. Lob. 956. ‒ Während Sachsen von kriegern entblösst war, machte Wichmann (vgl. no 240m) einen heimlichen besuch bei seiner gattin, wanderte dann wieder in die fremde; Ekbert wurde unter Bruns vermittlung vom könig begnadigt. Widukind III, 59; wahrscheinlich wurden beide vom hofe der wittwe Hugos (vgl. 248a) verwiesen, Dümmler Otto I. 293. ‒ Dem kloster Weissenburg i. E. gab der könig die lange entzogene freiheit und das wahlrecht zurück, Geilo wurde als abt eingesetzt. Cont. Reginonis.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,1 n. 254c, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0957-09-00_1_0_2_1_1_493_254c
(Abgerufen am 27.03.2017).