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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,1

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Schlacht. Primo diluculo surgentes, pace data et accepta operaque sua primum duci deinde unusquisque alteri cum sacramento promissa, erectis signis procedunt castris, Widukind III, 44, daraus Thietmar II, 10(4) mit dem zusatz, dass der könig für den fall des sieges die errichtung eines bistums (nach Jaffé-L. 3690 genauer und richtiger zunächst eines klosters) in Merseburg gelobt habe (vgl. c. 20(14) und Gesta aep. Magd. c. 6 M. G. SS. 14, 379), sowie mit der unrichtigen meldung bischof Udalrich habe feldmesse gehalten und das abendmal verteilt; am frühesten morgen beginnt der kampf. Ruotgeri c. 35. Zur deckung gegen beunruhigung durch die ungarischen pfeile rücken die Deutschen durch steiles und schwieriges terrain vor, an der spitze die 3 bairischen legionen, dann die Franken unter Konrad, darauf der könig selbst mit der grössten und auserwähltesten ritterschaar und der schlachtfahne, darauf zwei schwäbische legionen; 1000 böhmische ritter sind zum schutz des gepäckes aufgestellt. Die Ungarn setzen unerwartet über den Lech (bericht Widukinds sehr unklar, die zweimalige überschreitung des Lechs, welche Dümmler 257 annimmt, bedenklich), ein teil fällt in den rücken der Deutschen, wirft die Böhmen, nimmt das gepäck, stürzt sich auf die Schwaben und zwingt sie zur flucht; in dieser gefahr eines angriffes von 2 seiten sendet Otto Konrad den gefährdeten zu hilfe, der mit seiner tüchtigen reiterei die plündernden schaaren zerstreut, ihnen die beute und die gefangenen abiagt. Erst nach siegreicher rückkehr Konrads (kunstvolle rede an das heer nach antikem muster. Widukind III,46, daraus Thietmar II,9(4); consolationibus principum roboratus, Gerhardi V. Oudalrici c. 12) eröffnet Otto in eigener person mit der h. lanze den kampf in der front, welcher nach blutigem ringen (einzelheiten fehlen) in wilde flucht der Ungarn ausartet; viele die dem schwert entronnen, gehen im Lech unter oder werden in den gebäuden der nahen ortschaften verbrannt; eroberung des feindlichen lagers, befreiung der gefangenen. Widukind III,44.46, mit einer einschaltung sächsischer ereignisse in c. 45, welche Thietmar II, 10 (4) zur verteilung der schlacht auf zwei tage veranlasste, vgl. Dümmler Otto I. 257 anm. 3. Ein teil der Ungarn floh bei Augsburg vorbei über den Lech, erst an ihrem eiligen abzug erkannten die städter den sieg. Gerhardi V. Oudalrici c. 12, der wie die übrigen quellen nur blutigen kampf, glänzenden sieg kennt: gloriosa victoria Ottoni regi a deo ... data est, ita ut exercitus Ungrorum in fugam versus virtutem praeliandi ultra non haberet ... incredibilis numerus illorum occisus; Cont. Reginonis: apud Lichum fluvium tanta cede deo prestante prostrati sunt, ut numquam ante apud nostrates victoria talis audiretur aut fieret; vgl. die ableitungen der Ann. Hersfeld. (M. G. SS. 3,58.59; 20,786 u. auch Ann. Ottenbur. 5,4): Ungarios cum magno periculo sui suorumque magna et cruenta cede prostravit; Flodoardi Ann.: eosdem Hungaros interimens, cunctos pene delevit, den sieg entschied Konrad qui valde fortiter ea die pugnaverat et regem praecipue de victoria confortaverat; Modus Ottinc v. 39‒42: Parthus fugit, Vulgus exangue undis obstat, Licus rubens sangine Danubio cladem Parthicam ostendebat; Ruotgeri V. Brunonis c. 35: bellum primo s. festivitatis diluculo susceptum, vixdum vespertino crepusculo ... satis feliciter peractum .... gloriosissimum imperatoris triumphum regem ipsum barbarorum duces et principes captivos trophaea per totam regni ipsius latitudinem ... frequentissima. Von den verlusten des königlichen heeres war der schwerste der Konrads, des allgemein beliebten unüberwindlichen helden im ross- und fusskampf und klugen ratgebers (Widukind III,44), der durch einen ungarischen pfeil fiel, als er wegen der unerträglichen hitze seinen helm lüftete; auf befehl des königs wird die leiche des vir omni virtute animi et corporis magnus atque famosus cum fletu et planctu omnium Francorum in Worms begraben. ib. c. 47; auch Ruotger c. 35 kann dem ganz zum frieden bekehrten helden, welcher sich den tod in siegreichem kampfe gegen die mit ihm früher verbündeten feinde wünschte, die anerkennung nicht versagen; erwähnt auch in Cont. Reginonis; Flodoardi Ann.; Ann. Hildesh. = Quedlinb. = Weissemb. = Lamberti = Altah.; Ann. Corb. ib. 3,4; Ann. necr. Fuld. ib. 13,198; Necr. Luneburg. Wedekind Noten 3,58 (Conradus dux et multi catholici ab Ungariis occisi); Necr. Merseburg. Neue Mitth. des thür.-sächs. Vereins 11,239 und andere (vgl. Dümmler Otto I. 259 anm. 2) zu aug. 10; das Necr. Lauresham. (Dümmler l. c. 259 anm. 2) zu aug. 9; ausserdem fiel auch bischof Udalrichs bruder Dietpald und mehrere aus dessen verwandtschaft. Gerhardi V. Oudalrici c. 12; vgl. Necr. Augiense und s. Galli (M. G. Necr. 1,278.478); bischof Michael von Regensburg wurde niedergeworfen und der ohrläppchen beraubt. Arnoldus de s. Emmeramo I,17, ib. 4,554. Der schlachttag steht zweifellos fest, ausser Ruotger, Ann. Weissemb. und Lamberti Ann. erwähnen ihn die Ann. Sangall, mai. M. G. 1,79 und S. Gall. Mitth. 19,288, Herimanni Aug. chr. M. G. 5,114 mit einer an den Modus Ottinc anklingenden schilderung der niederlage, sowie Chr.Suev. un. ib. 13,68, Ann. s. Rudberti Salisb. ib. 9,771; das priv. Johannes XIII. für erzb. Theoderich von Trier 969 Jaffé-L. 3737; Brower Ant. Trev. ed. II, 1,461 aus dem necrolog, sowie ein teil der erwähnten todtenbücher; Thietmar II, 10(4) (als zweiten schlachttag). ‒ Die schlacht und der feldzug sind ausserdem erwähnt Ann. Ratispon.; Auct. Garst. und Ann. Admunt. ib. 17, 583; 9,566. 771; Ann.Einsidl. ib. 3,142; s. Nazarii ib. 17, 33; s. Bonifacii ib. 3,118; Ann. Lob. 956 ib. 13,234 und Ann. Laub. 956 = Leod. = s. Iacobi Leod. ib. 4, 16; 16, 637 = Stabul. 955 ib. 13,43; s. Vincentii Met. ib. 3,157; s. Pauli Virdun. 908 ib. 16,500; Lupus Protospat. 945: Perierunt Ungari a rege Ottone, ib. 5,54; Ann.Nivern. 954 ib. 13,89; Gesta archiep. Magd. c. 6 ib. 14,379; Gesta Halberst. ib. 23,83. Die erwähnung in der datirung der Trierer urkunden Beyer Mittelrhein. UB. 1,259. 260 kann auch späterer zusatz sein.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,1 n. 240g, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0955-08-10_1_0_2_1_1_463_240g
(Abgerufen am 23.07.2017).