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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,1

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Vorbereitungen zur schlacht. Die Ungarn hatten Augsburg (vgl. no 240d) schwer bedrängt, die nur mit niedern (erst vom gegenwärtigen bischof erbauten, c. 3 p. 390) mauern ohne türme versehene stadt wurde blos durch die vorsorge des bischofs Udalrich gehalten; er hatte die besten seiner ritter als besatzung hineingelegt, sah unermüdlich auf wiederherstellung der werke, verhütete unnütze ausfälle, ermutigte alle durch seine gegenwart und sein gebet; das militärische kommando wird sein bruder Dietpald geführt haben. Ein sturm auf das gegen den Lech gelegene tor endete nach dem tod des ungarischen vorkämpfers erfolglos; am nächsten tage eröffneten die Ungarn einen allgemeinen sturm, zu welchem die mannschaft mit geisseln vorwärts getrieben wurde. Plötzlich wurde abgeblasen, da Berchtold der sohn Arnolfs von Risinesburc (vgl. 240c‒e) her dem ungarischen ‚rex‘ den anmarsch Ottos meldete; das ungarische heer veränderte die front und zog Otto (gegen süden?) entgegen, überzeugt dass ihm die stadt nach der schlacht von selbst zum opfer fallen müsse. Udalrich liess in der folgenden nacht einen teil seiner mannschaft unter befehl seines bruders Dietpald zum könig stossen. Gerhardi V. Oudalrici c. 12; den anteil Berchtolds melden auch Auct. Garst., Ann. s. Rudberti Salisb. und Ann. Admunt. M. G. SS. 9, 566. 574. 771, sowie Otto von Freising Chr. VI, 20 ib. 20, 238 (vgl. auch Dümmler Otto I. 253; Hirsch Heinrich II. 1, 422). Da die streifpatrouillen mit dem feinde fühlung bekommen, werden vorbereitungen für die am folgenden tage zu gewärtigende schlacht getroffen und allgemeines fasten angesagt. Widukind III, 44, Ruotgeri V. Brunonis c. 35. ‒ Das schlachtfeld bezeichnet am genauesten Gerhardi V. Oudalrici c. 3 ib. 4,388: in campum quem Lehcfeld vulgo dicunt, ebenso Lamberti Ann. ib. 3,59; als schlacht am Lech in vielen andern berichten erwähnt, vgl. Dümmler Otto I. 256 anm. 6; eine wirre sage in den Ann. Palid. 924 (ib. 16,60) spricht von einer niederlage ad clivum qui dicitur Guncenle (ein hügel auf dem rechten Lechufer bei Meringen, vgl. Steichele Augsburg 2,496); die Ann. Zwifalt. 942 (ib. 10,53) verlegen sie nach Kolital (Kühlenthal etwa sechs stunden nw. Augsburg). Ueber die angaben Gerhards ist nicht hinauszukommen, sie verdienen aber auch allen glauben (vgl. die besonnene darstellung Dümmlers 256), danach fand die schlacht s. und ausser dem von Augsburg übersehbaren gesichtskreis statt; Wyneken in Forsch. 21, 239 ff. verlegt sie nach norden, überzeugt aber so wenig als die unkritischen aufsätze von Köstler: Die Ungarnschlacht auf dem Lechfeld, Augsburg 1884 und Münchner Allg. Zeitung 1884 no 130.135.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,1 n. 240f, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0955-08-09_1_0_2_1_1_462_240f
(Abgerufen am 29.03.2017).