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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,1

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Belagerung der stadt nachdem das eigene lager genügend befestigt worden; da man die maschinen wegen der menge der verteidiger nicht an die mauern bringen kann, gibt es harte kämpfe vor den toren. Die belagerten fürchten hungersnot und beschliessen einen ausfall. Ein angriff der reiterei beim westtor soll die königlichen truppen aus dem lager locken, dieses inzwischen durch die mannschaft der Donauflotille erobern werden. Das auch im lager bekannte glockensignal für sammlung der garnison allarmirt die belagerer; infolge mangelhaften zusammenwirkens werden beide ausfallkorps geschlagen, ausserdem erbeutet Heinrich das zwischen Regen und Donau weidende vieh der städter. Die ausbrechende hungersnot führt nun zu friedensverhandlungen, Liudolf cum principalibus viris (aus misstrauen?) kommt in das lager, kehrt aber resultatlos in die stadt zurück, da er sich nicht unbedingt unterwerfen will (quia patri obedientiam negat). Ein neuer ausfall beim osttor, wo Gero die belagerer anführt, misslingt ebenfalls, der pfalzgraf Arnolf fällt dabei (sein tod auch Gerhardi V. Oudalrici c. 11 M. G. SS. 4,400 und Ann. Sangall. mai. ib. 1,79 und S. Gall. Mittheil. 19,288; vielleicht der zum 22. iuli eingetragne comes A. des Freisinger Necr. Forsch. 15,164); die einreissende entmutigung zwingt Liudolf zu neuen friedensverhandlungen: Interventu proinde principum iterum Liudulfus cum sociis urbe egressus, dum mense integro et dimidio obsideretur, pacem obtinuit usque ad condictum diem, dum de his causis diiudicaretur, locusque concilii apud Fridesleri (vgl. no 239b) notabatur, Widukind III,36 bis 38, daraus Thietmar II, 8(3). ‒ Die stadt selbst ergab sich aber nicht (vgl. no 240c), bloss die neustadt eroberte, nachdem Otto bereits abgezogen war, Heinrich (novam urbem obtinuit, in der deutung schliesse ich mich Dümmler Otto I. 239 an); am tage darauf wurde ein grosser teil der stadt durch brand zerstört. Widukind III, 38.39. Nach Hund Metrop. Salisb. 1,192 fiel der brand auf XVIII. kal. aug. 954, nach Ann. Ratispon. (ib. 17,583) fand am 15. aug. 960 (XVIII kal. aug.!, id est in assumptione s. Marie) ein gleiches ereigniss statt, die identificirung beider angaben (vgl. Hirsch Heinrich II. 1,21 anm. 3) mit der Widukinds ist fraglich, da der könig nicht unmittelbar nach dem abkommen mit Liudolf abgereist zu sein braucht, nach der allerdings nicht sicher einzureihenden folgenden urk. noch am 31. aug. bei Regensburg gestanden wäre.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,1 n. 238c, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0954-06-00_2_0_2_1_1_452_238c
(Abgerufen am 27.02.2017).