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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,1

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Reise dahin um ostern zu feiern. Cont. Reginonis, ungefähr um mittfasten (märz 10), denn Flodoard erzählt die folgenden ereignisse als etwa mediante quadragesima gleichzeitig. Erste anzeichen der verschwörung: Tunc iam animositates et consilia occulte contra eum facta palam coeperant apparere et unus quisque eorum quae in corde contexerant, aperire. Redeunte enim illo de Alsatia ... Liudolfus filius eius et Cuonradus dux nequam fautoribus et maxime iuvenibus et de Francia et de Saxonia et de Bawaria sibi coadunatis conspiraverant .... Nec enim iam clam agebatur quo tendebant, sed aperta rebellionis signa monstrabant, Cont. Reginonis; Enimvero rex cum regiones Francorum urbesque circuiret, audivit, quia ei insidiae pararentura filio generoque, Widukind III, 13 = Thietmar II, 6(3) aber den schwiegersohn Hugo nennend; Exoritur interea inter O. regem et L. filium eius, Ch. quoque ducem et quosdam regni ipsius primates discordia, Flodoardi Ann. = Ann. s. Benigni Divion. M.G.SS. 5,40 und V. Iohannis Gorz. c. 67 ib. 4,356, Ann. Lob. 951 ib. 13, 234 = s.Bonifacii ib. 3, 118; fast wörtl. = Flodoard aber Liudolf allein nennen die Ann. Sangall. mai. ib. 1,79 und S. Gallner Mittheil. z. vaterl. Gesch. 19,287; und diesen ähnlich Ann. Einsidl. M. G. SS. 3,142; Chr. Suev. un. ib. 13, 67; vgl. Ruotgeri V. Brunonis c. 18. 19, welcher die mitschuld elegantissimorum comitum, qui nisi illius impiae coniurationis tabo essent infecti, ornatus et iucunditas esse possent imperatoriae dignitati erwähnt; diesen teilnehmern verpflichteten sich die beiden schwäger eidlich, vgl. no 235a. ‒ Die ursachen und der zweck des aufstandes sind teilweise dunkel: die den Ottonen ergebenen schriftsteller trugen später bedenken eingehend über diese unliebsamen geschichten zu sprechen, ferner stehende waren ungenügend unterrichtet. Die Cont. Reginonis 951 nennt nur allgemein Liudolfs eigenmächtigen zug nach Italien (no 196a, vgl. 201a) als totius rebellionis et discordiae seminarium. Der nächste anlass zum wiederausbruch des in Magdeburg und Augsburg (no 211a, 217a) scheinbar beigelegten zwistes war nach Flodoardi Ann.: nato siquidem regi filio ex moderna coniuge, ferebatur eidem puero rex regnum suum promittere, quod olim priusquam Italiam peteret, Liudulfo delegaverat (vgl. no 131b), und ebenso die hier selbständige V. Brunonis altera c. 8 M. G. SS. 4, 276; gleiches deutet doch auch Hrosvithae Gesta v. 745‒747 an: Pertimuit fragilis pro consuetudine mentis, Quod post non uti donis deberet honoris Condigni, sed forte locum subire secundum. (Dass Adelheid und Heinrich solche pläne verfolgten, scheint glaublich, während die von Ruotger c. 18 dem Brun in den mund gelegte rede ausdrücklich betont, dass Otto dem Liudolf das reich wahre, und nur durchblicken lässt, dass der sohn grund zu klagen habe). Die aufständischen trugen sich mit nefanda consilia, Widukind III, 13; sie werden beschuldigt, dass sie den könig gefangen nehmen (Flodoardi Ann.), vertreiben (extorrem regalis potentiae agere, Gerhardi V. Oudalrici c. 10) oder gar tödten wollten (Ruotgeri V. Brunonis c. 10: Sathanae socii ... imperatorem ... conarentur extinguere und c. 20: me suis credo manibus necatum aut quovis ... mortis genere periisse vellent), um das reich zu erwerben (?ib. c. 19 Liudolf mit seinem stimulus Cuono prahlt: parta... divitiarum et regni gloria ... Nam is cui ut ita dicam, omnia erant in manibus, agendo ut plus haberet; vgl. auch c. 18: set quia festinans ditari, paterno non meruit obedire consilio); auf eigene selbstsüchtige absichten der mitverschwornen ist Ruotger c. 18 verwiesen; als usurpatorem regni invasoremque bezeichnet den Liudolf Widukind III, 18. Als gegen Ottos person gerichtet bezeichnet die verschwörung auch Cont. Reginonis und die andern oben angeführten quellen, während die verschwornen selbst nur hass gegen Heinrich (vgl. no 227b) zugaben, vgl. auch Hrosvithae Gesta v. 735‒741; diese auffassung ist wiedergegeben in den ableitungen der Ann. Hersfeld.: Satis acerba et nimis crudelis dissensio exorta est inter Liudulfum filium regis et patruum eius Heinricum (Ann. Hildesh., Quedlinb., Weissemburg., Lamberti ib. 3,58.59, Ottenbur. ib. 5,4, Altah. ib. 20,786); Herimanni Aug. chr. 952. 953 ib. 5,114, letzterer Gerhardi V. Oudalrici c. 10 (ib. 4,398) folgend, welcher den kampf auf streit über die grenze beider herzogtümer zurückführt; vgl. auch V. Godehardi post. c. 3 ib. 11, 199, während Ruotger c. 17 die feindschaft gegen Heinrich nur als vorwand erklärt; war Heinrich die seele der Liudolf feindlichen politik, so trafen eben feindliche absichten gegen vater und oheim zusammen. Die allgemeine sympathie welche Liudolf genoss (vgl. no 254b und die stellen Dümmler Otto I. 221), wurde durch den aufstand nicht erstickt: weil er an der spitze stand (am bestimmtesten Ruotger c. 18, wenn er auch als verführt und Konrad als sein stimulus bezeichnet wird, ebenso in der V. Ioh. Gorz. c. 136 ib. 4,376 und wol auch Widukind III. 32: unicum filium meum habet [Conradus] contra me), hat sich der aufstand so schnell über das ganze reich verbreitet. Ruotgeri V. Brunonis c. 10.19. ‒ Zunächst errichteten die verschwornen befestigungen in Franken, (wo Liudolf vielleicht durch seine gemalin grossen besitz erworben hatte, Hrosvithae Gesta v. 450‒452, und Konrads familiengüter lagen, vgl. Dümmler Otto I. 101 anm. 5). Der könig nur von kleinem gefolge umgeben, fühlt sich in Ingelheim nicht mehr sicher genug um das osterfest zu begehen. Cont. Reginonis, vgl. Widukind III, 13.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,1 n. 227a, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0953-00-00_1_0_2_1_1_422_227a
(Abgerufen am 24.09.2017).