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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,1

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Reichstag und Synode. Cum excellentissimus piissimusque Otto rex superna attractus clementia non minus de negotio spiritali quam de statu christiani imperii tractare disponeret, inprimis pontificum aliorumque primatum suorum communi consilio fretus a. inc. 952, a. r. 16, ind. 10, sub die 7. id. aug. placitum conventumque synodalem Augustae fieri decrevit, quatenus concordi diligentia tam s. cleri quam populi ecclesiasticae stabilitatis profectus et totius christianitatis utilitates tractarentur, M. G. LL. 2, 27. Die dauer der gleichzeitig tagenden versammlungen ist ausser durch no 218 nur etwa nach der angabe der Cont. Reginonis, dass der reichstag mediante augusto mense stattgefunden habe, zu bestimmen. Dieselbe quelle bezeichnet ihn als conventus Francorum, Saxonum, Bawariorum, Alamannorum et Langobardorum publicus, auch die koncilsakten erwähnen die episcopi Italiae, Galliae, Germaniae; ähnlich locutio cum populis diversarum provinciarum, Gerhardi V. Oudalrici c. 3 M. G. SS. 4,389; synodus 25 episcoporum magnusque totius regni conventus, Herimanni Aug. chr. = Chr. Suev. un. 951 ib. 13, 67. Die geistl. teilnehmer am reichstag ergeben sich aus den synodalbeschlüssen, von weltlichen ist ausser den königen nur Liudolf (no 218) nachweisbar. Hauptzweck des reichstages war gemäss den magdeburger abmachungen (no 211a) endgiltige regelung des verhältnisses zu Berengar, daher die anwesenheit der Italiener als zeugen und bürgen. Auf dem Lechfelde (Gerhardt V. Oudalrici l. c.) leisteten Berengar und Adalbert den vassalleneid, wurden dagegen mit Italien belehnt, wohin sie alsbald zurückkehrten: Berengarius cum filio suo Adalberto regiae se per omnia in vassallicium dedit dominationi et Italiam iterum cum gratia et dono regis accepit regendam, Cont. Reginonis; B. manus filii sui Adalberhti suis manibus inplicans, licet olim Hugonem fugiens regi subderetur, tunc tamen renovata fide coram omni exercitu famulatui regis se cum filio subiugavit. Et ita dimissus in Italiam remeavit cum gratia et pace, Widukind III, 11; B. et A. sui milites effecti, regnum Italicum sceptro aureo ex eius manu susceperant et .... iureiurando fidem promiserunt, Liudprandi Legatio c. 5; kurz erwähnen die unterwerfung auch Flodoardi Ann. (vgl. no 211a); Gerhardt V. Oudalrici l. c.; Herimanni Aug. chr. 951 und aus gleicher quelle (Ann. Aug.?) Chr. Suev. un. 951 = Chr. Wirzib. ib. 6,29, auch die lakonische notiz der Ann. Farf. 952 ib. 11, 588: Berengarius et Adelbertus reges könnte mit dieser unterwerfung zusammenhängen. Von näheren bedingungen meldet die Cont. Reginonis die abtretung der nordöstlichen marken: Marca tantum Veronensis et Aquileiensis excipitur, quae Heinrico fratri regis committitur, (wol als preis für die zustimmung zu den magdeburger abmachungen [no 211a], er allein gewann so aus diesem zuge); vgl. Ruotgeri V. Brunonis c. 17 ib. 4,260: Heinricum Bauwariorum ducem et inclitum marchionem. Diese Verona, Friaul und Istrien umfassende abtrennung behielt für die folge staatsrechtliche geltung, vgl. Ficker Ital. Forsch. 1,269; Hirsch Heinrich II. 2 1,9.176, dazu Ratherii op. ed. Ballerini 382 (für 966); aber herzog Heinrich I. drang noch nicht ganz durch: das testament des markgr. Milo von Verona von 955 zählt nach a. r. Berengarii et Adelberti; in diesen zusammenhang dürfte auch ein zug Heinrichs nach Aquileia gehören, welcher mit der entmannung des Patriarchen endete. Widukind II, 36, Thietmar II, 40(25); über die stellung Friauls vgl. no 274c. 285. Ob dagegen Hrosvithae Gesta v. 702‒712 (ohne trennung der zusammenkünfte in Magdeburg und Augsburg) mit den angaben: Ut post haec causis non contradiceret ullis Ipsius imperio und Ut post haec populum regeret clementius ipsum, Quem prius imperio nimium corripuit amaro, nur Widukind paraphrasirte, oder selbständige nachrichten hatte, muss dahingestellt bleiben. Auch über die leistung einer kriegsentschädigung oder eines tributes enthalten nur v. 717‒720 vage andeutungen: Se regnum pretio contestans emere magno .... Oddoni culpae meritum reputari, Ipsi primates plebis qui venderet omnes, vgl. Dümmler Otto I. 208, Giesebrecht Kaizerzeit 1 5, 390. 827. Thietmar II, 5(3) ebenfalls auf Widukind beruhend und ohne erwähnung des früheren abkommens hebt hervor: simulque reginae iram supplici venia placavit. ‒ Ausserdem wurde auf dem reichstag der reiche schwäbische graf Guntram des Hochverrates schuldig gesprochen (vgl. no 313 und über dessen vielumstrittene familienzugehörigkeit ausser Gisi in Forsch. 26,287 ff. zuletzt Heyck Gesch. der Zähringer 563 ff. und Krüger in Zeitschr. f. Gesch. des Oberrh. 45,618 ff.); Guntrams grafschaft Breisgau kam an prinz Liudolf, no 218. ‒ Die anwesenheit einer griechischen gesandtschaft erwähnt Liudprand Legatio c. 5; einen gleichzeitigen meteorfall berichtet Widukind III, 11 und Herimanni Aug. chr. 951 = Chr. Suev. un. 951. ‒ An der unter vorsitz des erzb. Frithurich von Mainz abgehaltenen synode nahmen teil die erzb. Herold v. Salzburg, Manase v. Mailand, Petrus v. Ravenna; die bischöfe Udalrich v. Augsburg, Anno v. Worms, Starcand v. Eichstädt, Cunrad v. Konstanz, Popo v. Würzburg, Godefrid v. Speier, Harbert v. Chur, Uodo v. Strassburg, Lantbert v. Freising, Hugo Aritiensis (= Arezzo, von Pertz corr. in Brixinensis, an keinem dieser sitze ein bischof dieses namens nachweisbar, für beide bistümer möglich), Michael v. Regensburg, Adelbert v. Passau, Luidfrid v. Pavia, Gisibrand v. Tortona, Anton v. Brescia, Waldo v. Como, Deodat v. Parma, Witto v. Modena, Adelhard v. Reggio, Sigolf v. Piacenza, Adalgis v. Acqui. Auf bitte der versammlung und von derselben feierlich empfangen wohnt Otto mit glänzendem gefolge der in der festlichen schlusssitzung durch den vorsitzenden erfolgten Publikation der beschlüsse bei, deren durchführung er zu schützen verspricht. Die kapitel enthalten erneutes verbot der klerikerehe vom subdiakon aufwärts (= Conc. Cartag. c. 4) (c. 1) und andere disciplinarvorschriften (c. 2‒5.11), aufsichtspflicht der bischöfe über die in ihren sprengeln gelegenen klöster (c. 6), verbot den eintritt von klerikern in orden (= c.Tolet. c. 50) und von nonnen in strengere kongregationen zu hindern (c. 7.8), priestern ihre kirchen zu entziehen (vgl. Ingelheimer syn. c. 4) (c. 9); iurisdiktion der bischöfe bei zehentverweigerung (c. 10). Canisius Lectiones antiquae 5b, 1053 aus einem Weingarter cod. ietzt in Stuttgart s. X (vgl. Weiland in Zeitschr. f. Kirchenrecht 20,455) = M. G. LL. 2,27; Mansi Conc. 18,435 vgl. Hefele Conciliengesch. 4 2, 602; erwähnt ist die synode in Herimanni Aug. chr. 951 = Chr. Suev. un. 951 = chr. Wirzib. 952.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,1 n. 217a, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0952-08-07_1_0_2_1_1_408_217a
(Abgerufen am 27.05.2017).