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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,1

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Vermälung mit Adelheid. Den ausführlichsten bericht bieten Hrosvithae Gesta v. 637‒665, welche hierin eigentümliche fast ganz von Widukind unabhängige nachrichten haben: Otto fordert Adelheid auf nach Pavia zu kommen, hic modo sublimem gaudens captaret honorem, zugleich vertraulich um ihre liebe werbend (vgl. Widukind), sie zieht mit grossem gefolge hin, Otto sendet Heinrich als ehrenritter über den Po entgegen, um sie summo honore nach Pavia zu geleiten, eligiturque sui consors dignissima regni; Widukind III, 9.10: Cumque in Longobardiam ventum esset, aureis muneribus amorem reginae super se probare temptavit. Quo fideliter experto in coniugium sibi eam sociavit .... celebratis iuxta magnificentiam regalem nuptiis = Thietmar II, 5(3); kurz auch Cont. Reginonis, welche Adelheids befreiung erst hierher zu setzen scheint, ähnlich Herimanni Aug. chr. 950 als folge der vertreibung Berengars; Flodoardi Ann.; die ableitungen der Ann. Hersfeld. (Hildesheim., Weissemburg., Lamberti, Ottenbur., Altah., und ausführlicher Ann. Quedlinb. M. G. SS. 3,58.59; 5,4; 20,786); nuptiae regales Papiae, Ann. Einsidl. 952 ib. 3,142 = Herimanni Aug. chr. 952 ib. 5,114; erst nach rückkehr nach Deutschland setzt die vermälung V. Mahthild. ant. c. 10 ib. 10,578. ‒ An eine zustimmung der italienischen grossen (wegen des tronrechtes) scheint Odilonis Epitaph. Adalheid. c. 4 (ib. 4, 639) zu denken, wenn nach ihrer befreiung erzählt wird: Postea enim consultu Italicorum principum ... de solio regni ad arcem pervenit imperii; sagenhafte berichte Chr. Novalic. V, 12; Leonis chr. Casin. I, 61 ib. 7,113. 624; das Chr. Salernitanum c. 169 bezeichnet Adelheid als schwester Gisulfs von Salerno, ib. 3,554. Die vermälung fällt vor dez. 951, da Liudolf weihnachten schon in Thüringen feiert. Als wittum bestimmte Otto seiner gemalin güter in Elesazia, Francia, Turingia, Saxonia, Slavonia, vgl. die bestätigungen Ottos II. und III. M. G. DD. 2,123 no 109 (= St. 657); 402 no 7a.7b (= St. 877. 878). ‒ Otto schickt eine gesandtschaft pro susceptione sui nach Rom, die ihren zweck nicht erreicht. Flodoardi Ann. 952 (als grund der rückkehr nach Deutschland), damit verbindet man mit recht die nachricht der Ann. Einsidl. 953 (ib. 3,142) und Herimanni Aug. chr. 952 (ib. 5,114): Fridericus archiepiscopus (Mainz) et Hartpertus episcopus (Chur) Romam legationis causa directi, weil nicht nur die beiden bischöfe 951 in Italien weilten, sondern auch Friedrich später kaum mehr zu solcher tätigkeit berufen worden wäre. Da Friedrich um weihnachten schon wieder in Deutschland war, muss die gesandtschaft spätestens anfangs dez. (vor okt. 15 wie Sickel Beitr. VII. Wiener SB. 93, 736 will, ist kaum möglich, da Otto erst um den 23. sept. nach Pavia kam) aus Rom nach Pavia zurückgekehrt sein; über die wahrscheinlichen gründe der erfolglosigkeit vgl. Dümmler Otto I.199. ‒ Liudolfus dux haec quae prescripsimus, aegre ferens, inconsulto patre archiepiscopo Friderico comite in patriam revertitur ... regio ambitu natale domini Salefeld celebravit, ubi Fridericum archiepiscopum omnesque qui in promptu erant regni maiores secum detinuit, Cont. Reginonis 951. 952; Quod cum vidisset filius eius Liudulfus, tristis a rege discessit profectusque in Saxoniam aliquamdiu moratus est in loco consiliis funesto (no 76i) Salaveldun, Widukiud III,9. Die schmeichelnde Hrosvitha stellt Gesta v. 668‒674 die sache auf den kopf (anders Dümmler Otto I.200): Otto sendet den sohn als statthalter voraus ut ... regnum sub patrono staret bene tanto. Das vielumstrittene motiv Liudolfs (vgl. zuletzt Maurenbrecher Deutsche Königswahlen 62) muss bei sinngemässer auslegung von Widukind und Cont. Reginonis (vgl. auch no 196a) in Ottos Heirat und dessen besitznahme des Lombardenreiches gesehen werden (Ann. Quedlinb. lassen die unterwerfung des Lombardenreiches und Berengars ‚consilio‘ der Adelheid geschehen); den gegensatz zum steigenden einfluss des dienstbeflissenen Heinrich (Hrosvitha v. 675‒682) zeigt die ganze spätere entwicklung. Unklar bleibt der grund des grolles Friedrichs; in der nichterlangung des italienischen erzkanzleramtes möchte er kaum mit Manitius Deutsche Geschichte 122. 124 zu suchen sein, da die verleihung an einen italienischen erzbischof durchaus der nennung der erzbischöfe von Salzburg und Trier in deutschen urkunden entsprach. ‒ Nach Hrosvithae Gesta v. 683‒685 bereiste Otto das reich (anerkennung nur in der Lombardei, vgl. Dümmler Otto I.197) und nahm die grossen in pflicht, nach den folgenden urkunden müsste das im november und dezember geschehen sein; erledigung der reichsgeschäfte erwähnt allgemein Cont. Reginonis 952; über verfolgung Berengars verlautet nichts, über seinen zufluchtsort vgl. Dümmler Otto I.195 anm. 1. Sagen über unterwerfung Mailands und münzverleihung Annalista Saxo 951 = Ann. Palidenses ib. 6, 608; 16, 63.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,1 n. 201a, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0951-00-00_1_0_2_1_1_386_201a
(Abgerufen am 25.07.2017).