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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,1

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schenkt der kirche des h. Petrus und Emmeramm zu Regensburg unter dem bischof Michael auf fürbitte seines bruders Heinrich einen königshof in der villa Neuching im gau Hehsinga in der grafschaft Eberhards mit hufnern barschalken zeidlern (aureariis bruniariis cidelariis, vgl. Waitz VG. 5, 200 anm. 5 und no 85), und einen andern königshof mit forst- und wildbann nebst förstern hörigen und anderm besitz in der villa Helfendorf in der Frieromarca, in comitatu Biligrimi comitis et Sigehardi in Sneideseo (Schnaitsee, im ba. Traunstein) et Kadalhoi Ysinachgowe. Brun canc. adv. Herolti archicapp. Or. mit ind. VII München (A). Hund Metrop. Salisb. 94 = Hund-Gewold ed. Monac. 1,227 = Hund-Gewold ed. Ratisb. 1, 152 = Widukind ed. Meibom 120 = Palatius Aquila Sax. 82 = Meibom SS. 1, 743 = Lünig RA. 18a, 649 no 19 = Falkenstein Ant. Nordgav. 2,150 = L. prob. Ratisb. 108 no 42; aus A: Ried C. d. Ratisb. 1,97 no 103; M. Boica 28a, 182 no 126; *M. G. DD. 1,207 no 126. ‒ Inhaltlich wiederholung von no 85, ohne deutliche erwähnung des mit der kathedrale verbundenen klosters S. Emmeramm (vgl. Hirsch Heinrich II. 1,105.116), in der fassung davon unabhängig. Hehsinga und Frieromarca sind unterabteilungen des Sundargaues, die anführung der beiden letzten grafen unklar, da der forst von Helfendorf kaum bis an die grenze des Isengaues, noch weniger über den Inn gereicht haben kann. Da aber Cadalhoch und Sighard in no 271 auch als grafen im Sundergau bezeichnet sind (vgl. auch DO. II. no 230 = St. 776), so werden die pertinenzen von Helfendorf in den betreffenden grafschaften der beiden im Sundergau gemeint sein, ‚in Sneiteseo‘ aber sich infolge undeutlicher bezeichnung im akt oder koncept auf den gewöhnlichen sitz des grafen Sighard im Chiemgau beziehen (Richter in Mittheil. des Inst. f. öst. GF. ergbd. 1, 642 ff.) und so eines der frühesten beispiele für benennung des grafen nach dem wohnort bilden. ‒ Nivunburg = Nimburg an der Elbe, östl. von Prag.

Nachträge (1)

Nachtrag von Gregor Webersberger, Neuching, eingereicht am 26.12.2015.

Die Schenkung vom 16. Juli 950 betrifft nicht den Königshof (Edelsitz) in Oberneuching, sondern das damals zu diesen Sitz gehörige Landgut Inning (heute Moosinning). Im Schenkungsbuch von St. Emmerem in Regensburg konnte daher keine Schenkung von Inning gefunden werden.

Der Schenker Otto I. hätte vermutlich auch seinen Gerichtssitz in Oberneuching nicht verschenkt.

Da bisher keiner nachgeforscht hat, was aus dieser Schenkung geworden ist, wurden die Neuching betreffenden Schenkungen von 94O und 95O nie richtig wiedergegeben.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,1 n. 190, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0950-07-16_1_0_2_1_1_367_190
(Abgerufen am 27.07.2017).