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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,1

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(Leodio) bestätigt dem kloster Gembloux (bei Namur) unter dem aus dem saecularklerus in den mönchstand übergetretenen abt Erluin die von dem stifter Wichpert und dessen grossmutter Gisla aus beider erb- und heiratsgut dahin geschenkten güter im Lammasch-, Darnau-, Haspengau, in Brabant und andern grafschaften, verleiht ihm immunität schutz freie wahl des abtes und vogtes, gestattet eine burg zum schutz des klosters zu errichten mit markt- und münzrecht daselbst, gewährt befreiung von allem dienst an den könig und bischof, welch letzterm nur das recht auf ordination der mönche und weihe des abtes zusteht, zollfreiheit im ganzen reich und bevollmächtigt den abt aus den seinigen einen cancellarius (urkundenschreiber, vgl. Bresslau in Forsch. 26, 29) zu ernennen. Brun canc. adv. Fridurici archicapp. Sigeberti Gesta abb. Gemblac. c. autogr. von circa 1070 mit ind. I in der ratsbibl. zu Leipzig (A), ch. Gembl. s. XVI in. (B) und s. XVIII mit ind. II (C) zu Brüssel. ‒ Sigeberti Chr. ed. Miraeus 130 regest zu 948; Miraeus DD. Belg. 33 aus A zu 948 = Miraeus-Foppens Op. 1, 139; Miraeus Not.eccl.Belg. 101 unvollst. aus A zu 948 = Gallia christ. ed. I,4,462 = Leibnitz Ann. 2,543; Dachery Spic. ed. I,6,510 aus A = ed. II, 2, 760 = Gallia christ. ed. II 3b, 125 no 1; M. G. SS. 8, 526 aus A = Migne Patrol. 160, 599; *M. G. DD. 1, 161 no 82 aus A. B. C; ortserklärungen: Grandgagnage in Mém. cour. publ. par l'acad. roy. de Belgique 26,110 ff. Inhaltlich plumpe fälschung wol mit benutzung von urkunden der stifter (daher der verrufene titel O. rex Lothariensium et Francigenum vgl. no 282); als schreibvorlage diente nach dem in A nachgebildeten s. rec. eine ausfertigung des kanzleinotars Brun B (vgl. die vorbemerkung in M. G. DD. l. c.), daraus auch das eschatokoll, welches durchaus kanzleigemäss ist, nur dass der ort, falls auf Lüttich zu beziehen, mit den zeitangaben unvereinbar ist, entweder auf frühere handlung beim anzug des königs nach Cambrai geht oder verdorben ist (etwa aus Laudunum? aber auch dann nichteinheitl. datirung). Verleihung des rechtes einen eigenen notar (cancellarius) für das kloster zu ernennen, kehrt in keiner andern königsurk. wieder, obwol das institut solcher kirchlicher cancellarii weit verbreitet war, vgl. Bresslau in Forsch. 26,31 ff.; das verlangen nach einer solchen vergünstigung passt besser in das X. als in das XI. iahrh. wo die cancellarii nur selten mehr erwähnt sind, vgl. ib. 32.43. 64. ‒ Ueber den stifter, die ausstattung und den abt vgl. Folcuini Gesta abb. Lob. c. 26 (M. G. SS. 4,68) und besonders Sigeberti V. Wicberti Gembl. c. 4‒6 (ib. 8,509), der c. 10 berichtet, das vorliegende privileg sei durch eigentumsansprüche des fiskus auf Gembloux entstanden, auf welche der könig zugunsten des an den hof citirten Wichpert verzichtet habe.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,1 n. 141, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0946-09-20_1_0_2_1_1_291_141
(Abgerufen am 21.09.2017).