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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,1

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Belagerung der feste Giselberts Chèvremont bei Lüttich. Widukind II, 22; Otto rex ibat in Lotheringos usque ad Caprimontem, Ann. Aug. M. G. SS. 1,69 und Jaffé Bibl. 3,705, daraus Cont. Reginonis in direkter verbindung mit dem bericht über die schlacht bei Birten und mit dem zusatz: castellumque in ea situm firma undique obsidione circumdedit und Herimanni Aug. chr. ib. 5,113. Die belagerung bleibt wegen terrainschwierigkeiten (castellum ingeniis non solum hominum verum etiam natura ipsa munitum, Liudprandi Antap. IV, 33) fruchtlos und wird nach verwüstung der umgegend und entweichung Heinrichs aufgegeben. Widukind ib.; Caprimontem obsidione absolvit, Cont. Reginonis. Gegen die wendung der politik Ludwigs (no 77a) suchte sich Otto durch bund mit den französischen grossen zu schützen, er hielt (wahrscheinlich vor Chèvremont) sprache mit Hugo (von Francien), Heribert (von Vermandois), Arnulf (von Flandern vgl. no 76e) und Wilhelm (von der Normandie) et acceptis ab eis pacti sacramentis trans Rhenum regreditur, Flodoardi Ann. 939 ib. 3,386; Giselbert soll durch den grafen Immo in schach gehalten werden. Widukind II,23. ‒ Inzwischen (mit interim und interea knüpft Flodoard an den vorausgehenden satz, Ann. Aug. = Cont. Reginonis an die belagerung von Chèvremont an) hatte k. Ludwig seine rüstung vollendet, eine englische hilfsflotte operirte erfolglos an der flandrischen küste, er selbst unternahm einen zug nach osten (als zweck gibt Cont. Reginonis an: wiedergewinnung des von seinem vater verlornen Lothringens); am 20. iuni steht er am Chiers (B. 2003), rückt dann in das gebiet von Verdun ein, wo lothringische bischöfe (vor allem wol der von Metz vgl. no 78d) zu ihm übertreten, weiter nach dem Elsass wo er mit herzog Hugo von Burgund zusammentrifft und abermals lothringische grosse in huld nimmt, endlich bis an den Rhein. Flodoardi Ann., daraus Richer II, 17; Interea Ludovicus rex Gallie invasit Alsatiam, Ann. Aug. und daraus Cont. Reginonis mit dem zusatz ubi quaeque poterat, plus hostiliter quam regaliter gessit und Herimanni Aug. chr. Der zeitpunkt dieser unternehmung ist nicht sicher festzustellen; am nächsten liegen würde dieselbe zwischen iuni 20, wo Ludwig am Chiers steht (B. 2003), und aug. 2, wo er wieder in Laon weilt (B. 2004), zu setzen, aber in dieser zeit kann Otto kaum mit dem heere von Chèvremont nach Sachsen und von Sachsen wieder nach dem Elsass gezogen sein und Ludwig vertrieben haben (vgl. no 78a), auch müsste dann Otto wegen no 78 vom Elsass sofort wieder im sept. nach Sachsen zurückgekehrt sein, man müsste also nach den deutschen quellen diesen einfall sehr bald nach dem 2. aug. verlegen; vielleicht kehrte Ludwig persönlich wegen der von Flodoard gemeldeten verschwörung rasch nach Laon zurück und waren es nur seine truppen und seine anhänger, welche durch Otto aus dem Elsass vertrieben wurden; eine ungenauigkeit der Cont. Reginonis scheint mir das wahrscheinlichste auch mit rücksicht auf das datum von no 78, welches zu einem erst nach dem 2. august und von Laon aus begonnenen zug Ludwigs wenig raum lässt. ‒ Dieser erfolg bewog offenbar die noch ängstlichen und schwankenden elemente zum anschluss an die empörer: Tractum tamdiu bellum Evurhardus considerans, ultra non quiescit. Quin contempto rege et iure spreto sacramentorum ut initio, conserta manu cum Isalberhto ad incentiva bellorum pariter conspirant, Widukind II, 24.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,1 n. 77b, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0939-06-00_1_0_2_1_1_186_77b
(Abgerufen am 26.03.2017).