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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,1

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Heinrich wollte sich nach der schlacht von Andernach in das von seiner schwester Gerberg besetzte Chèvremont bei Lüttich zurückziehen, war aber von ihr aus furcht vor Otto nicht aufgenommen worden (Liudprandi Antap. IV, 33) und gieng nach Westfrancien. Widukind II,26. K. Ludwig zog abermals nach Lothringen und vermählte sich mit Giselberts wittwe. Flodoardi Ann. 939 vor dem anzug Ottos gemeldet (= Richeri Hist. II, 19 mit dem zusatz über die krönung Gerbergs aus Flodoardi Hist. Rem. IV, 35 M. G. SS. 13,586); Cont. Reginonis 939; Widukind II,26; Ann. Lobienses 942 = Ann. Laub. = Leod. Fossenses und s. Iacobi 939 (M. G. SS. 13, 234; 4,16; 16,637); die heirat erfolgte, während Otto die hand der wittwe dem herzog Berthold (no 76g) angetragen hatte, der sich aber für Gerbergs tochter entschied. Liudprandi Antap. IV, 30, iedoch kam diese heirat nicht zustande, Dümmler Otto I. 100 anm. 1. ‒ Otto rex in regnum Lothariense regrediens pene cunctos ad se redire cogit Lotharienses, Flodoardi Ann., ebenso Ann. Aug.: Postea (nach schlacht bei Andernach) rex ibat cum exercitu in Lutheringos et omnes suo subiugavit imperio praeter Metensem episcopum, ib. 1,69, Jaffé Bibl. 3,706; daraus die Cont. Reginonis an übergabe Breisachs anschliessend; der einige zeit widerstrebende bischof von Metz lässt eine von Ludwig d. Frommen erbaute kapelle zu Thionville zerstören, nec tamen diutius in huiusmodi rebellione permansit; über Adalbero von Metz vgl. Dümmler Otto I. 95. ‒ letzt unterwarf sich auch Heinrich nach niederlegung der waffen. Ann. Aug. = Cont. Reginonis, hier vor der unterwerfung Adalberos erzählt mit dem zusatze: solita sibi suscepit misericordia; nam omnia quae in eum deliquit, indulsit et fraterno eum secum amore detinuit (was nicht mit Dümmler Otto I. 95 auf haft bezogen werden darf, vgl. dieselbe phrase 962 von Johannes XII.); assumptis adiutoribus supplicando regi gratiam suam recepit, Ann. Quedlinb., an schlacht bei Andernach anknüpfend; Liudprand Antap. IV, 34 erzählt schon hier die unterwerfung von 941. ‒ Die feindliche haltung gegen den unerwünschten schwager betätigte Otto durch eine zusammenkunft mit Hugo von Francien und Heribert von Vermandois. Flodoardi Ann. ‒ Die statthalterschaft Lothringens (praeficiensque regioni) übertrug der könig dem grafen Otto dem sohn Richwins (wol der no 77a erwähnte), ebenso die vormundschaft über Giselberts sohn. Widukind II, 26. ‒ Vielleicht bei dieser gelegenheit oder während der belagerung von Chèvremont (no 77b) erfolgte die wiederherstellung des klosters S. Trond (nw. von Lüttich), welche die Gesta abb. Trud. cont. III. pars I c. 2 (M. G. SS. 10, 376) anno (Ottonis) secundo vel quasi und c. 14 (p. 379) in principio regni sui gelegentlich eines aufenthaltes daselbst melden. ‒ Necem ducum asperrima hiems secuta est, Widukind II, 26; wo ihn der könig verbrachte, unsicher; allgemeine unterwerfung, wiederkehr des innern friedens, wenn auch nur für kurze zeit Cont. Reginonis; Hrosvithae Gesta v. 316. 317.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,1 n. 78d, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0939-00-00_4_0_2_1_1_192_78d
(Abgerufen am 17.01.2017).