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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,1

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Aussöhnung mit Eberhard, gegen welchen Otto nun rückte. Liudprand Antap. IV, 19: Rex igitur tantum fratris, immo suum cupiens dedecus vindicare, prefatum Heverardum sibique coniventes toto cepit conamine persequi, vgl. auch Hrosvithae Gesta v. 189‒198. Eberhard fühlt sich zu schwach dem könig zu widerstehen, macht vor seinem gefangenen einen fussfall, erhält von Heinrich verzeihung unter der bedingung, dass er ihm zur erlangung der krone beistehe. Nach abschluss dieses bundes kehrt Heinrich zu Otto zurück welcher ihn mit treuer liebe aufnimmt; Eberhard stellt sich unter fürsprache des erzb. Friedrich von Mainz vor dem könig, unterwirft sich auf gnade und ungnade und wird blos zu einer scheinverbannung nach Hildesheim verurteilt. Widukind II, 11‒13. Illo (Heinrico) vero liberato Eberhardum in exilium misit, Ann. Aug. 938, daraus mit der veränderung citius liberato und der angabe des verbannungsortes Cont. Reginonis 938; Everhardus privatus honore, degradatus est, Ann. Quedlinb. 937; bestrafung der rädelsführer mit galgen und verbannung meldet Hrosvith Gesta v. 199‒201 vgl. 206, ob benutzung von Widukind II, 11, vgl. 75e ? ‒ Während Widukind II, 12 Heinrich als den tronsüchtigen urheber dieses bundes hinstellt: H. autem erat eo tempore nimis adolescens, fervens animo; et nimia regnandi cupiditate illectus eo pacto crimine solvit eum, quo coniuratione secum facta contra regem ... sibi regni diadema ... inponeret, schiebt Hrosvith Gesta 206‒224 die erfindung dieses planes dem Eberhard in die schuhe (wie wenig der höfischen schmeichlerin zu trauen, zeigen die beiden letzten verse: Sed spero certe, non se sic corde tenere Illis consensum sed vi praebere coactum), ebenso Liudprand Antap. IV, 20, während er c. 17 Heinrich durch den teufel zur herrschsucht verleitet werden lässt. Widukinds angabe verdient den meisten glauben, entspricht auch den vorgängen beim tronwechsel, vgl. no 52a, 55g. ‒ Die rasche versöhnung des königs mit Eberhard war wol mit rücksicht auf die verhältnisse im westen erfolgt: k. Ludwig stand am 24. aug. bei Breisach am Rhein B. 2002, Giselberts treue war schwankend, er half zwar zu den gegnern Ludwigs (Flodoardi Ann. 938), aber er suchte gegenüber dem von Otto geforderten bund und frieden sich neutralität zu wahren (Eo tempore quo erat bellum Evurhardi cum rege ... cum necdum ad neutram partem palam declinaretur) und konnte nur durch citirung vor das hofgericht von unartiger behandlung der königlichen gesandten, des kämmerers Hadald und des bischofs Bernhard (v. Halberstadt) abgehalten werden. Widukind II 16 (wo auch die beschuldigung: fertur etiam et regalium litterarum saepius sigilla corrupisse) im laufe des iahres kam dann sein bund mit Heinrich und Eberhard zustande, wie die ereignisse des folgenden iahres zeigen. Auch den lothringischen bischöfen wurde mistraut, sie mussten geiseln stellen. Flodoardi Ann. 939; gegen Giselbert bildete Arnulf von Flandern einen grossen bund, indem er die ausgleichung zwischen Ludwig und Hugo und einen freundschaftsbund des ersteren mit Otto zustande brachte. Flodoardi Ann. 938. 939; diese ereignisse sind mit Dümmler Otto I. 77 noch in dieses iahr zu setzen. Damit traten die kleinen fehden in den kreis der grossen politik.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,1 n. 76e, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0938-08-00_1_0_2_1_1_174_76e
(Abgerufen am 25.05.2017).