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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,1

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gründet zu seinem seiner eltern und nachfolger seelenheil das (S. Servatius-) kloster zu Quedlinburg, bestimmt zu dessen ausstattung die burg auf dem berge daselbst (vgl. no 24) mit ihren baulichkeiten und den den dortigen klerikern bisher gemachten schenkungen, den neunten vom erträgniss des hofes daselbst sowie von Marsleben (nö. Quedlinburg, wüst, vgl. hierfür und für die folgenden orte Janicke Quedlinb. UB. 2, XCVI ff. und die dazu gehörige karte no 4), Harkerode (s. Aschersleben, meist als Harzgerode erklärt, was lautlich unmöglich) und von 11 andern orten, seinen besitz zu Rieder, Hebenrothe (unbekannt), Orda und Quarnbeck (beides wüstungen ö. und s. Quedlinburg), hörige Slaven zu Frohse und Kalbe, iagdzehent zu Bothfeld und Siptenfelde, wein- und honiggilten zu Ingelheim, das kloster Wendhausen (vgl. no 52a) im Harzgau in der grafschaft Thiadmars mit dessen ganzem besitz, den durch erbschaft von Adred der mutter Bardos (vgl. no 0k) an k. Heinrich übergegangenen hof Soltau im Leinegau in der grafschaft Liudgers mit allem zugehörigen besitz, stellt dasselbe unter den schutz und die gewalt des ieweiligen königes, behält aber, wenn nicht mehr iemand seines geschlechtes in Franken und Sachsen den königssitz innehabe, sondern ein anderer vom volk zum könig erwählt werde, die vogtei dem ieweiligen familienoberhaupt seines geschlechtes vor, gewährt den nonnen freies wahlrecht und befreiung von den leistungen an könige oder bischöfe, sichert ihnen alle ähnlichen klöstern herkömmlich verliehenen rechte. Adeltag canc. adv. Hiltiberti archicap. (im s. rec. note des kanzlers Poppo, Sickel Beitr. VII. Wiener SB. 93,717). Or. mit a. inc. 937 (VII ebenso wie a. r. und ind. nachgetragen) Berlin. ‒ Mader Ant. Brunsvic. 104 no 2 = Mabillon Acta SS. ed. I. saec. 5,351 = ed. II,5,350; Rechtl. Deduction von 1696 Beyl. 2 no 3 mit 937 sept. 10 = Kettner Quedlinb. Kirchenhist. Beyl. 2 no 2 = Lünig RA. 10b, 854 no 25; Wohlbegründete Anmerk. von 1701, 173 no 1; Kurtze Anmerk. von 1710,59; Kettner Ant. Quedlinb. 5 no 3 (vgl. 692) = Joachim Gesch, der teutschen Reichstäge 1,216 = Leibnitz Ann. 2,465 unvollst.; Leuckfeld Ant. Halberstad. 637 no 20; Erath C. d. Quedlinb. 3 no 5 mit facs. = Schönemann Cod. für pract. Dipl. 1,59 no 34; Heinemann C. d. Anhalt. 1,2 no 3; M. G. DD. 1,89 no 1; Janicke Quedlinb. UB. 1,2no3 unvollst.; *facs. Berliner Abbild. I, 25. ‒ Das nonnenkloster an diesem ursprünglich hersfeldischen orte (Mir. s. Wigberhti c. 19 M. G. SS. 4, 227, vgl. auch Köpke-Dümmler Otto I. 44 anm. 3) wurde nach einem noch unter könig Heinrich gefassten (no 50a) entschlusse für damen des höchsten adels (non vilis personae sed summae ingenuitatis tirunculas, Ann. Quedlinb. 937) von der königinwittwe an der grabstätte des gemals am 30. tage nach dessen tode. (no 55b) mit zustimmung Ottos errichtet. Ann. Quedlinb. 937, V. Mahthildis ant. c. 7 ib. 3, 54; 10, 577, Thietmar I, 21 (11); den h. Servatius liess Otto auf bitte seiner mutter aus Mastricht überführen nach Iocundi translatio s. Servatii c. 28 M. G. SS. 12,299; über die benutzung der urspründlichen dotationsurk. als vorlage in der kanzlei und durch Thietmar vgl. M. G. DD. l. c. ‒ Dass Mahthilde hier gar nicht erwähnt ist, wird mit der von ihr in der tronfolgefrage eingenommenen stellung (52a. 55g), vielleicht auch schon mit den vermögensrechtlichen streitigkeiten, in die sie mit ihren söhnen geriet (no 101a), zusammenhängen. ‒ Einreihung zu 936 ausser durch a. r. auch durch die rekognition (vgl. M. G. DD. 1,82) gesichert, aus dem falschen a. inc. erklärt sich wahrscheinlich die unrichtige einreihung dieser ereignisse in den Ann. Quedlinb. Ueber die stellung Adaldags vgl. Sickel Beitr. VII. Wiener SB. 93,714.717.

Nachträge (1)

Nachtrag von Dieter Rübsamen, eingereicht am 22.09.2015.

Lit.: D. Brosius, Die Urkunde König Ottos I. für Quedlinburg von 936/937 in ihrem historischen Umfeld, in: Binneboom 24 (1992/94), S. 19-32.

 

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Empfohlene Zitierweise

RI II,1 n. 57, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0936-09-13_1_0_2_1_1_137_57
(Abgerufen am 16.12.2017).