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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,1

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Wahlvorbereitung. Defuncto ... Heinrico omnis populus Francorum atque Saxonum iam olim designatum regem a patre filium eius Oddonem elegit sibi in principem; universalisque electionis notantes locum iusserunt esse ad Aquasgrani palatii, Widukind II, 1, daraus Thietmar II, 1 aber mit der Aachner wahl vermischend und mit dem sentimentalen zusatz die wahl sei durch omnes principes magnum reginae Mathildis merorem lenire cupientes erfolgt. Eine förmliche vorwahl erscheint nach der vorausgegangenen durch die fürsten anerkannten designation des ältesten sohnes überflüssig und daher unwahrscheinlich, vgl. Maurenbrecher Deutsche Königswahlen 54 anm. 3; Waitz VG. 6,135 anm. 3 deutet die stelle richtig: das volk erklärte sich für Otto und bestimmte Aachen als ort der wahl, das letztere geschah aber doch wol auf einer versammlung der grossen, welche nach der erzählung Widukinds und nach der ganzen sachlage kaum mit der von Erfurt (no 52a) zu identificiren ist (so Maurenbrecher l. c.). Nach der V. Mahthildis post. c. 9 M. G. SS. 4, 289 spielte hier der streit zwischen den beiden söhnen nochmals eine rolle: Post excessum ... Heinrici ductores primi conveniebant et de statu regni consilium habebant. Perplures diiudicabant Heinricum regno potiri, quia natus esset in aula regali, alii vero desiderabant Ottonem possidere principatus honorem, quia esset aetate maior et consilio providentior (die für die wahl empfehlende tüchtigkeit Ottos betonen auch Widukind I,41, Hrosvithae Gesta v. 37.38, Liudprandi Antap. IV,15). Quid plura? Disponente providentia dei sceptrum regiminis cessit Ottoni; längerer, doch schon bei des vaters tod beginnender (vgl. Köpke-Dümmler Otto I. 25 und dagegen zuletzt Maurenbrecher Deutsche Königswahlen 52 anm. 1) tronstreit auch aus Flodoards worten (vgl. no 55h) zu folgern. Mit diesen durch die übermässige vorliebe der mutter (no 52a) begünstigten ansprüchen (hinc) beginnt uneinigkeit neid und streit zwischen den brüdern. V. Mahth. post. c. 6, die man später auf erzeugung Heinrichs unter einfluss des teufels zurückführte. Thietmar I,24(14). Sachsen und Heinrich werden während des zuges an den Rhein dem grafen Sigifrid zur obhut übergeben. Widukind II, 2. Die nachfolge Ottos im herzogtum wird nicht erwähnt, fand wol ohne wahl durch blosse huldigung statt. ‒ Ueber einen aus andern gründen bald sich entwickelnden streit mit der mutter vgl. no 57.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,1 n. 55g, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0936-07-00_2_0_2_1_1_134_55g
(Abgerufen am 25.07.2017).