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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,1

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Reichsversammlung. Infolge verschlimmerung des befindens übersiedlung von Bothfeld nach Erfurt quo cunctos illius ditioni subditos adesse praecipiens de regni statu consilium habere coepit, V. Mahth. ant. c. 7 M. G. SS. 10,577; cumque se iam gravari morbo sensisset convocato omni populo, Widukind I,41. Hauptgegenstand bildete die nachfolge im reich: designavit filium suum Oddonem regem, qui maximus et optimus fuit .... omni Francorum imperio praefecit, Widukind l. c.; Heinricus ... potissimum et religiosissimum natorum suorum regem constituit, Liudprandi Antap. IV, 15; Ottone rege pro se iam designato, Bonizonis Ad amicum I. IV. M. G. Libelli 1,580. ‒ Die vorausgehenden verhandlungen bleiben dunkel; vermutlich hat hier schon der iüngere sohn Heinrich unterstützt von der mit blinder vorliebe für ihn erfüllten mutter kronansprüche erhoben, vgl. V. Mahth. post. c. 6 ib. 4, 287: (Mahthildis) quasi esset unicus illius, ... ceteris in amore praeposuit filiis (vgl. c. 22: nimium dileximus) atque desideravit eum (Heinricum) regno potiri post obitum incliti regis Heinrici, si permissu dei voluntas illius posset adimpleri, als grund c. 9, dass Heinrich natus esset in aula regali, vielleicht daraus Thietmar I, 21 (11) und noch bestimmter die allerdings mehr als 100 iahre später geschriebene V. Godehardi post. c. 3 (M. G. SS. 11,199): (Heinricus) qui certe sibi in prima regali ordinatione in praesentia patris ac principum quasi iocularia indignatione se nobiliorem iactitans restitit (dieser gedanke auch Liudprandi Antap. IV, 18); dann würde sich schon auf diesen zeitpunkt die notiz bei Flodoard Ann. 936 beziehen: Heinrico .... obeunte contentio de regno inter filios ... agitatur. Man wird die erzählung der tendentiösen und übertreibenden iüngern v. Mahth. weder mit Ranke Weltgesch. 8,628 ff. in vollem umfange anerkennen noch mit Maurenbrecher Deutsche Königswahlen 52 ganz verwerfen dürfen. Die späteren bestrebungen Heinrichs (vgl. no 76e) und die von Widukind II,2 hingeworfene bemerkung (vgl. no 55g) machen wahrscheinlich, dass bereits in diesem entscheidenden zeitpunkt solche selbst von der begeisterten lobsprecherin der Mahthilde mehr entschuldigte als gebilligte bemühungen der königin einsetzten. Dass aber k. Heinrich nach c. 7 es in Erfurt den fürsten freigestellt habe, welchen seiner söhne sie wählen wollten (wol daraus und aus c. 9 ist die notiz Thietmars I,21 (11) dass summatum optima pars gegen Heinrich war) oder gar die fürsten anfragten, welchen der söhne er als nachfolger wünsche (Ann. Palid., Waitz, Heinrich I. 3 173), ist schlechtweg unglaubwürdig. Die designation (patris decretum ac petitio Thietmar II,1) erfolgte sicherlich mit zustimmung der grossen, vgl. Maurenbrecher l. c. 54, welcher Rankes annahme (Weltgesch. 8,633), dass die fürsten dagegen waren, mit recht bekämpft. Ob man schon massregeln traf, welche einen baldigen tod des königs voraussetzen Hessen, wie festsetzungen über wahlort, bleibt zweifelhaft. ‒ Heinrich bestimmt testamentarisch: unterordnung der iüngern kinder unter den ältesten sohn, verteilung der güter und schätze an alle; ordnung der übrigen angelegenheiten. Widukind I,41; zu letztern wird gehören: die verlegung von kloster Wendhausen nach Quedlinburg, welcher die persönlich erschienene abtissin beistimmt (V. Mahth. ant. c. 7; über die ausstattung der stiftung durch das königspaar mit ie 15000 hufen vgl. des Iocundus fabelnde Translatio s. Servatii c. 25.27 ib. 12,99), und die erklärung des krieges an die Redarier wegen verletzung von gesandten Tankmars. Widukind II, 4 ohne bestimmten zeitpunkt. ‒ Cont. Reginonis 936 und die ableitungen der Ann. Hersfeld. zu 935 verwechseln diesen reichstag mit der synode zu Erfurt 932 vgl. no 41a.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,1 n. 52a, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0936-00-00_1_0_2_1_1_120_52a
(Abgerufen am 25.05.2017).