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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,1

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Rückkehr nach der unterwerfung Böhmens und der andern Slavenvölker. Widukind I,35. Der friede (cum pax esset Widukind I,36) war von kurzer dauer. Grosser Slavenaufstand unter führung der Redarier (in der gegend von Strelitz und Stargard, vgl. Lisch in Jahrb. f. Mecklenb. Gesch. 3,10 ff.), welche Walsleben (n. von Stendal) plündern. Die gegen sie mit einem nur kleinen heer geschickten grafen Bernhard und Thiatmar erringen bei Lunkini (Lenzen nw. von Wittenberge) einen grossen sieg, erobern und plündern die stadt; 200.000 feinde sollen auf dem schlachtfeld geblieben sein (während 50 schwere reiter den ausgang entschieden!), ausführlich Widukind I,36 mit benutzung der Ann.Corb. 929 M. G. SS. 3,4 und Jaffé Bibl. 1,35, welche die schlacht auf den 4. sept. setzen: II. non. sept. feria VI, oriente sole facta est pugna valida iuxta flumen quod vocatur Alpia contra Sclavos von denen 120.000 fallen (= Ann. Quedlinb. 930 ib. 3, 54); (dass das Necr. Merseburg., Dümmler in N. Mittheil. des thür.-sächs. Vereins 11,240 = Thietmar I, 10(6) den tod des dort gefallenen grafen Liuthar zum 5. sept. setzen, widerspricht dem nicht). Dass der könig nicht selbst gegen die Redarier zu felde zog, hieng vielleicht mit einem drohenden Däneneinfall zusammen, den Adami Gesta Hammab. pont. I,57 ib. 7, 304 unmittelbar vor der schlacht von Lenzen erwähnt: Dani quoque Sclavos auxilio habentes primo Transalbianos Saxones, deinde cis Albim vastantes magno Saxoniam terrore quassabant. C. 58 At Heinricus (Ungarnsieg) itemque Behemos et Sorabos ab aliis regibus domitos et ceteros Sclavorum populos uno grandi praelio ita percussit (auch Ruotgeri v.Brunonis c. 4 ibid. 4,256 lässt die tyrannei der Normannen gerade durch die übersiedlung Bruns nach Utrecht (vgl. no 23h) besänftigt werden). ‒ Nach Adam c. 58 nahmen die bei Lenzen überlebenden das christentum an; von erhöhter missionstätigkeit melden auch die gleichzeitigen quellen: regem Abodritorum et Nordmannorum efficit christianos, Ann. Aug. 931 ib. 1, 69 und Jaffé Bibl. 3, 705, und daraus (aber Danorum statt Nordm.) Cont. Reginonis; Herimanni Aug. chr. und Chr. Suev. un., während die sächsischen ableitungen der Hersfelder ann. 931 M. G. SS. 3, 54. 55; 20, 785 daraus einen sonst nicht beglaubigten krieg gegen die Abodriten machen; wegen der bekehrung eines Dänenkönigs vgl. no 46b.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,1 n. 23g, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0929-00-00_3_0_2_1_1_73_23g
(Abgerufen am 22.10.2017).