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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,1

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Friedens- und freundschaftsvertrag mit Karl dem rex Francorum occidentalium. Auf einem mitten im Rhein verankerten schiffe (ähnlich beim strassburger vertrag von 842 BM. 1331d) schwören beide könige zu erhaltung des friedens sich gegenseitig nach wissen und können einander freund zu sein, unter voraussetzung, dass der andere teil denselben schwur leiste und halte. Das gefolge Karls: die erzbischöfe Herimann von Köln und Rodger von Trier, die bischöfe Stephan von Cambrai, Bovo von Châlons, Baldrich von Utrecht, die grafen Matfred, Erkenger, Hagano, Boso, Waltker, Isaac, Ragenber, Theodrich, Adalard und Adelelm, sowie ienes Heinrichs: erzbischof Heriger von Mainz, die bischöfe Nithard von Münster, Dodo von Osnabrück, Ricawdo von Worms, Hunvard von Paderborn, Noting von Konstanz, die grafen Eberhard, Konrad, Heriman, Hato, Godefred, Heriman, Cobbo, Magenhard, Friedrich, Foldac (über die Persönlichkeiten vgl. Leibnitz Ann. 2,325), bekräftigen das abkommen mit handschlag. *Sirmond Caroli Calvi capitul. 480 aus P. Heriberti exemplar mit a. inc. 926 (während alle andern daten, namentlich die angegebenen wochentage nur zu 921 passen) = Sirmond Op. varia 3,263 = Miraeus C. don. piarum 115 = Miraeus Not. eccl. Belg. 91 = Miraeus Foppens Op. 1, 37 = Du Chesne SS. 2, 587 = De Vaddere Traité de l'or. de Brabant ed. I, 80 = ed. II. 1,184 = Baluze Capitularia 2, 299 no 3 = (Bernard) Recueil des traitez, 1,12 no 13 = Schaten Ann. Paderborn. ed. I, 1,255 = ed. II, 1,173 = Schilter Inst. iur. publ. 2,75 no 9 = Gundling De Henrico aucupe 301 no 5 = Lünig RA. 4,54 no 37 zu 921, 55 no 39 zu 926 = Dumont Corps dipl. 1,29 no 16 = Gallia christiana 9,151 no 4 = Hartzheim Conc. Germ. 2,597 = Mieris Holl. Ch. B. 1,30 = Bouquet SS. 9, 323 no 27 = Bondam Ch. B. van Gelderland 1, 51 no 46 = Walter C. iur. Germ. 3,237no 3 = M. G. LL. 1,567 = Leibnitz Ann. 2,324 unvollst. = Bergh Holl. O. B. 1,18 no 24. ‒ Dieses unanimitatis pactum ac societatis amicitia enthält nur den gegenseitig geleisteten bundeseid, vgl. Fanta Die Verträge der Kaiser mit Venedig in Mittheil. des Inst. f. ö. GF. ergbd. 1,121, und bedeutet nur die anerkennung der beiderseitigen stellung als rex Francorum occidentalium und rex orientalis, also verzicht des Karolingers auf das ostrheinische reich, aber keine abtretung Lothringens (vgl. Waitz Heinrich I. 3 61, Giesebrecht Deutsche Kaiserzeit 1 5,213); so auch Flodoard Ann. 921: Karolus iterum pacem cum Heinrico firmat (die erwerbung Lothringens 925 gemeldet); erst spätere und schlechter unterrichtete quellen verwechseln es mit letzterm ereigniss, so fügt schon Cont. Reginonis 924 der meldung C. et. H. apud Bonnam castellum conveniunt et pacem inter se facientes foedus ineunt bei: et Karolus nunquam sibi amplius Lothariense regnum usurpaturus regreditur, ähnlich die Ann. Lob. 923 SS. 13,233 und daraus spätere Quellen bei Waitz Heinrich I. 3 61 (auch Ann. s. Jacobi Leod. 921 M. G. SS. 16,637). Im geiste Richers fabelt Jocundi translatio s. Servatii c. 20.21 ibid. 12,98. ‒ Auffallend ist die nichterwähnung des herzogs Giselbert. Vielleicht war er nach dem abfall von 920 (vgl. no 1a) noch vertrieben und mit Karl unausgesöhnt, dann würde die von Richer I,38,39 erzählte durch Heinrich vermittelte begnadigung und theilweise wiedereinsetzung in seinen besitz mit dieser zusammenkunft der könige in verbindung zu bringen sein.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,1 n. 3, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0921-11-07_1_0_2_1_1_24_3
(Abgerufen am 21.01.2017).