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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,1

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Unterwerfung des herzogs Burghard von Schwaben. Eo ordine rex factus Heinricus perrexit cum omni comitatu suo ad pugnandum contra Burghardum ducem Alamanniae. Hic cum esset bellator intollerabilis, sentiebat tamen, quia valde prudens erat, congressionem regis sustinere non posse, tradidit semet ipsum ei cum universis urbibus et omni populo suo, Widukind I,27. Burghard bleibt in der unter Konrad I. errungenen stellung, erkennt aber Heinrich, obgleich derselbe nie mehr nach Schwaben kam (vgl. Nitzsch Gesch. des deutschen Volkes 1,304), ununterbrochen als könig an; die volle verfügung über das kirchengut erhielt der herzog nicht, vgl. die ‚machinatione Burchardi ducis‘ durch den könig erfolgende ernennung Oudalrichs zum bischof von Augsburg (Gerhardi v. Oudalrici c. l. M. G. SS. 4,387 vgl. no 10d) und die cum licentia Heinrichi regis 924 (?) erfolgte bestätigung für die abtei Zürich (Escher-Schweizer Züricher UB. 1,179); in wie weit die etwas späteren klagen (Hartmanni v. Wiboradae c. 25, Mir. s. Verenae c. 1 M. G. SS. 4,453.457 und Ekkehardi Casus s. Galli ib. 2,104 c. 5 und S. Galler Mittheil. 15,188 c. 50) berechtigt und ausser dem Herimanni Aug. chr. 922 ib. 5,112 erwähnten fall auf die zeit Heinrichs zu beziehen sind, bleibt in der schwebe, vgl. Waitz Heinrich I. 3 44 und dagegen Meyer von Knonau in S. Galler Mittheil. l. c. ‒ Ueber das einverständniss des abtes von S. Gallen mit dem könige s. Meyer von Knonau l. c.; dunkel ist, ob der krieg Burghards mit dem könig von Burgund (Ann. S. Galli mai. 919 M. G. SS. 1,78 und S. Galler Mittheil. 19,281) damit in zusammenhang steht. ‒ Da Heinrichs regierungsiahre schon in einer S. Galler urk. vom 3. märz 920 (Wartmann S. Gall. UB. 3, 1) und in einer vielleicht zum 12. febr. dieses iahres gehörigen (ib. 3,9 no 779) gezählt werden, ein winterfeldzug aber unwahrscheinlich ist (Waitz l. c. 45), so ist die unterwerfung in übereinstimmung mit Widukind noch zu 919 anzusetzen. ‒ Der fernere aufenthalt in diesem iahr ist unbekannt, Widukind I, 27 meldet in unmittelbarem anschlusse die unterwerfung Baierns, welche aber erst 921 erfolgte; doch ist nach dem Fragm. de Arnulfo (M. G. SS. 17, 570: tunc vero idem Saxo Heinricus eiusdem episcopi [unbekannt, vgl.BM. 2039a] hortatu et consilio hostiliter regnum Baioarie intravit .... primo ingressu ab incolis unius civitatis est superatus et de sua parte multis victus abscessit) ein vorausgehender unglücklicher zug nicht ausgeschlossen, vgl. Giesebrecht Kaiserzeit 1 5, 811 und dagegen Waitz Heinrich I. 3 46. ‒ Der grosse beutezug der Ungarn nach Italien und Lothringen (Flodoardi Ann. M. G. SS. 3,368 = Hist. Rem. IV, 14 ib. 13,577) berührte iedenfalls auch Deutschland, vielleicht erfolgte dabei eine grosse verwüstung Sachsens (Ann. Corb. 919 ib. 3,4 und Jaffé Bibl. 1,35, aber wahrscheinlicher ist die stelle doch gegen Waitz l. c. 41 auf den einfall von 924 zu beziehen; sicher meint Liudprand Antap. II, 24 trotz unmittelbarer anknüpfung an den tod Konrads die kriege von 924 und 933), in iedem fall aber ist nicht zu sagen, ob das vor oder nach Heinrichs tronbesteigung geschah.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,1 n. q, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0919-00-00_1_0_2_1_1_16_q
(Abgerufen am 16.12.2017).