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RI II Sächsisches Haus (919-1024) - RI II,1

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Designation Heinrichs zum könig. Vor seinem tode berief k. Konrad seine brüder (wol nur mehr Eberhard am leben, vgl. Dümmler Ostfränk. Reich 3 2, 614) und verwandten, die vornehmsten der Franken zu sich, ermahnte sie väterlich nach seinem ableben keinen zwist im reiche entstehen zu lassen, befahl ihnen den Sachsenherzog virum strennuum et industrium precipuumque pacis sectatorem als den für diese würde geeignetsten zum könig zu erwählen und übersendet ihm durch die genannten scepter krone und die andern reichsinsignien, damit er das reich wahre und schütze. Cont. Reginonis; in der hauptsache übereinstimmend, aber in der begründung teilweise abweichend und von specifisch sächsischem standpunkt aus meldet Widukind I,25, dass Konrad auf dem todbette seinen bruder Eberhard vor sich rief, ihm vorstellte, dass ihnen zur reichsregierung ‚fortuna atque mores‘ fehlen, welche Heinrich in höchstem masse besitze; damit also sein bruder und das Frankenvolk nicht vom Sachsen niedergeworfen werde, solle ihm Eberhard die reichsinsignien (darunter auch anachronistisch die h. Lanze genannt, vgl. Waitz VG. 6, 227) überbringen, frieden und ewigen bund mit ihm schliessen, ipse enim vere rex erit et imperator multorum populorum, weinend gelobt Eberhard erfüllung; daraus Thietmar I,8(5), der iedoch nach seiner gewohnten betonung der fürsten ausser Eberhard auch populum primarium bei der beratung anwesend sein lässt; auch der noch spätere bericht Ekkehardi Casus s. Galli (M. G. SS. 2, 103 c. 5 und S. Galler Mittheil. 15, 180 c. 49) schliesst sich wesentlich Widukind an, betont aber die ansprüche auf die nachfolge, welche Eberhard trotz seiner ungeeignetheit schon längst erhob, und von welchen ihn Konrad durch heimliche besprechung auf dem todbett abbrachte; designation auf dem todbett aber vor allen herzogen (vgl. aber c. 21) in noch stärker oratorischer ausschmückung auch Liudprandi Antap. II,20; Conradus rex moriens, quem non propinquitatis suae iura, sed invictae fidei eximiaeque virtutis munia prae caeteris admodum commendaverant, sceptris ac regno Heinricum feliciter potiturum, sibi succedere deliberavit, Ann. Quedlinb. M. G. SS. 3, 52, vgl. auch Catal. regum ib. 3, 214; 10, 136 und Ann. Palid. 924 ib. 16, 61, ‒ Eberhard überbringt nach Konrads tod (918 dez. 23, BM. 2049b) die reichsinsignien an herzog Heinrich, schliesst (namens der Franken c. 25) mit ihm frieden und freundschaft. Widukind I,26. Ekkehardi Casus s. Galli l. c. und ähnlich Liudprandi Antap. II,20 mit der unvermeidlichen beigabe, dass Heinrich die tronkandidatur zuerst demütig ablehnte. Folge dieses friedensschlusses und des tronverzichtes von seiten Eberhards war, dass dieser das herzogtum in Franken erhielt, amicitiam promeruit, quam fideliter familiariterque usque in finem obtinuit, Widukind I,26; über Eberhards aussichten auf die nachfolge vgl. Dümmler Ostfränk. Reich 3 2, 614.

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Empfohlene Zitierweise

RI II,1 n. o, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0918-00-00_1_0_2_1_1_14_o
(Abgerufen am 17.12.2017).