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RI XIV Maximilian I. (1486/1493-1519) - RI XIV,4,2

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Anthoine de Lalaing berichtet in seiner Voyage de Philippe le Beau 1501-1503 als Reisebegleiter folgendes: (1) Le Mardi 23. jour d'Aoust starb Franz von Busleyden1), Ebf von Besançon, im Kloster St. Bernhard zu Toledo, wo er lange Zeit krank gelegen war. Ehg Philipp hatte ihn noch am 22. August besucht, wo er ihm angesichts des Todes mehrere Sachen anvertraute, die ihm auf dem Herzen lagen. - (2) Busleyden war der Lehrer Ehg Philipps gewesen und später das Oberhaupt an seinem Hof. Ehg Philipp wollte ihm beim Papst den Kardinalshut verschaffen, aber der Tod kam ihm dazwischen. Busleyden besaß zahlreiche kirchliche Pfründen, und zwar das Btm St. Pons in Languedoc, das ihm der Kg von Frankreich kurz vor seinem Tod zugleich mit einer guten Abtei in der Bretagne übergeben hatte. Die Kge von Spanien hatten ihm das Btm Cauorie (Coria) geschenkt. Vom Kg von England hatte er zwei Archidiakonien. Sein erster Besitztitel war die Propstei von Lüttich, der zahlreiche andere Pfründen folgten, die ihm Ehg Philipp in den Niederlanden schenkte. - (3) Busleyden wurde in einer Kapelle des Klosters St. Bernhard begraben; sein Herz wurde wunschgemäß nach Besançon gebracht. Er schenkte dem Kloster 2.500 fl. Er hatte sich ein Grabmal aus Alabaster bestellt und 20.000 escus an Almosen verschrieben. - (4) Nach dem Tod Busleydens bestellte Ehg Philipp an dessen Stelle den Herrn Bauduin, den Bastard von Burgund und Sohn des wld Hgs Philipp des Guten, zum Oberhaupt seines Rates. - (5) Zur gleichen Zeit wurden die beiden Verwahrer der Juwelen Ehg Philipps, die Edelsteine und Schmuckstücke veruntreut hatten, in den Kerker geworfen; aber es war nichts von ihnen zu erfahren. Der eine ist an den Folgen der Folter, der andere durch Krankheit im Gefängnis gestorben.

Überlieferung/Literatur

ED (frz. Reisebericht): Gachard, Collection des voyages, I, 196 ff. - LIT: 1) Zur Person: Höflechner, Gesandte, 96 f.; Naschenweng, Beiträge Diplomatie, III, 100 f.; Schirrmacher, Spanien 7, VII, 271.

Nachträge

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Empfohlene Zitierweise

RI XIV,4,2 n. 19942, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1502-08-23_3_0_14_4_1_414_19942
(Abgerufen am 14.12.2018).