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RI XIV Maximilian I. (1486/1493-1519) - RI XIV,4,2

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Die Signorie von Venedig an die venez. Gesandten in Frankreich 1501 Januarii (=für uns 1502): (1) Gestern (=8. Jänner?) und heute sind mehrere Briefe des venez. Gesandten aus Deutschland eingetroffen. Die Signorie ist erschüttert, daß so wenig Verständnis1) und Einsicht herrscht über die Gefährdung der christlichen Religion, über die nötige Hilfe für Venedig und das Heil der Christenheit. Anstatt Hilfe erfährt Venedig nur zusätzliche Bedrängnis. - (2) Nach der Veröffentlichung des (von KM) mit dem Kg von Frankreich geschlossenen Friedens hat KM den venez. Gesandten mit drohenden Worten entlassen, die KMs schlechte Gesinnung gegenüber Venedig zeigen. Die Signorie hat KM keinen Anlaß dazu gegeben; sie hat KM mit größter Ehrerbietung behandelt und ihm in allen ehrenvollen Dingen nachgegeben. Die Signorie glaubt, daß sie sich den Unmut KMs zugezogen hat, weil sie sich niemals durch irgendwelche Versprechungen vom Bündnis mit dem Kg von Frankreich abbringen ließ. Die Signorie ist auch überzeugt, daß der Kg von Frankreich in diesem Friedensvertrag Venedig als Freund und Bundesgenossen genannt hat. Das wurde von der Signorie zwar nicht erwartet, wird aber von den Feinden Venedigs verwendet und kann für die Christenheit schlechte Folgen haben. - (3) Die Gesandten sollen dem Kg von Frankreich die genannten Stellen des Briefes vorlesen und ihm alles darlegen; sie sollen ihn bitten, an seine Gesandten in Deutschland zu schreiben. Der Kg von Frankreich möge den falschen Gerüchten der Feinde Venedigs kein Gehör schenken und solle in Venedig seinen besonderen Verbündeten sehen, der sich für den christlichen Frieden und das Heil der ganzen Christenheit einsetzt. - (4) Die Signorie hat davon gehört, daß binnen drei Monaten gegen sie ein Krieg begonnen werden soll. Für diese Mitteilung sollen die Gesandten dem Kg von Frankreich danken und sich bemühen, von ihm Einzelheiten zu erfahren; sie sollen hinzufügen, die Signorie könne nicht glauben, daß der Papst oder KM gegen sie etwas unternehmen werden, da diese die Festigkeit des Bündnisses zwischen Venedig und Frankreich und die gegenseitige Verteidigungsbereitschaft kennen. - Der Brief wurde vom großen Rat mit 158 Pro und 3 Contra angenommen.

Überlieferung/Literatur

RE (lat. Brief): Venedig AS, delib sen (sec), registro 38, fol. 203v f. - NB: Da in Venedig das Jahr mit 1. März umgesetzt wurde, ist für uns 1501 Januarius das Jahr 1502. Der nur mit Jänner 1502 datierte Brief wurde im Register zwischen dem 8. und 21. Jänner eingeordnet. - LIT: 1) Über die Haltung Venedigs zwischen KM und Frankreich vgl. Wiesflecker, Kaiser Maximilian I., III, 78 ff., 109 f.

Nachträge

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Empfohlene Zitierweise

RI XIV,4,2 n. 19558, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1502-01-08_1_0_14_4_1_11_19558
(Abgerufen am 19.02.2020).