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RI XIV Maximilian I. (1486/1493-1519) - RI XIV,4,1

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(KM gibt Gf Eitelfriedrich von Zollern auf dessen Werbung im Namen Hg Albrechts von Bayern und des Schwäbischen Bundes, persönlich auf dem niederbayerischen Kriegsschauplatz zu erscheinen, folgenden Bescheid): (1) KM hatte die Absicht, in eigener Person (zum Heer Hg Albrechts und des Schwäbischen Bunds) zu kommen, aber als er die Schlösser und Städte der Landvogtei im Elsaß besetzen ließ und befahl, dabei auch die (Pfälzer) Pfandschaften Offenburg, Gengenbach und Zell (am Harmersbach) zu besetzen, weigerten sich diese aufgrund ihrer Verschreibung (gegenüber dem Pfgfen Philipp) und machten Anstalten zum bewaffneten Widerstand. Inzwischen erhielt KM jedoch Bescheid, daß sich die genannten Städte KM nicht weiter widersetzen werden, wenn KM persönlich mit bewaffneter Macht kommt. Daher erließ KM im Elsaß, Sundgau, Breisgau und Schwarzwald das Aufgebot, so daß sich Sampstag nächst (3. August) ca 6.000 Mann versammeln werden. Mit diesem Kriegsvolk will KM in Kürze Offenburg, Gengenbach und Zell einnehmen1), dann auch Ortenburg erobern sowie Geroldseck verbasteyen und anschließend mit seinem gesamten Kriegsvolk zum Heer (bei Moosburg an der Isar) stoßen, um Hg Albrecht (von Bayern) und den Schwäbischen Bund zu unterstützen. - (2) Bereits vor dieser Zeit (=vor dem Krieg) hat KM einen Reichstag2) nach Frankfurt ausgeschrieben, den er nun jedoch nicht in eigener Person besuchen will, um sich nicht zu weit vom Kriegsschauplatz zu entfernen, sondern seine trefflichen Räte dazu abordnen wird. Falls die Kfsten und Fsten zum Reichstag erscheinen, will KM dort die Sachen behandeln lassen, deretwegen der Reichstag ausgeschrieben wurde (=Rom- und Türkenzug KMs); KM wünscht, daß auch Hg Albrecht und die anderen Reichsglieder des Schwäbischen Bundes Gesandte zum Reichstag abordnen, um bei diesen Beratungen mitzuhelfen. Falls auf dem Reichstag die Rede auch auf diesen Handel (=bayerisch-pfälzischer Erbfolgestreit) kommt, sei von wegen Hg Albrechts mergken zu lassen, daß dieser keine weiteren Ansprüche stellen wird, wenn er alles das erhält, was ihm kraft KMs Urteil billigerweise zusteht. - Wenn die Kfsten und Fsten aber nicht zum Frankfurter Reichstag erscheinen, beabsichtigt KM, strenge Mandate an sie und alle anderen Reichsstände ausgehen zu lassen, ihm unter dem Reichsbanner zuzuziehen und mitzuhelfen, KMs Urteil zu hanndthabung der Reichsobrigkeit zu vollziehen. - (3) Zum Ersuchen Hg Albrechts und des Schwäbischen Bundes um KMs Rat bezüglich der weiteren Kriegsführung, nämlich ob man Landshut und Wasserburg oder Neuburg und Rain angreifen soll, meint KM, daß es derzeit am erfolgversprechendsten wäre, mit aller Macht gegen Neuburg und Rain vorzugehen. - (4) KM will Hg Albrecht dafür seine ganze Artillerie leihen. - (5) Die 800 Mann zu Roß und zu Fuß, welche KM bei Donauwörth hat, wurden von KM angewiesen, Hg Albrecht von Bayern auf Erfordern zuzuziehen. - (6) Außerdem hat KM an anderen Orten 1.200 Mann zu Roß und 5.000 Mann zu Fuß, die er alle zum Heer Hg Albrechts und des Schwäbischen Bundes bescheiden wird. Wenn man diesen Krieg noch die kurze Zeit von etwa einem Monat ernsthaft weiterführt, dann zweifelt KM nicht daran, daß man den Pfgfen dazu bringen kann, ain erliche, lobliche bericht (Ausgleich) einzugehen. - (7) Aus Frankreich hat KM die gesicherte Nachricht erhalten, daß Hg Ludwig (der älteste Sohn Pfgf Philipps) vor seiner Abreise aus Frankreich den frz. Kg eindringlich gebeten hat, ihm Urlaub zu geben, um seinem Vater zu Hilfe kommen zu können, und ihn mit ainer sum volgks (Anzahl frz. Kriegsvolkes) zu unterstützen. Obwohl ihm das abgeschlagen wurde, hat Hg Ludwig ein zweites Mal eindringlich darum gebeten, worauf ihm der Kg (Ludwig XII.) von Frankreich persönlich geantwortet und es ihm abermals abgeschlagen hat, weil er mit KM, dem Kg von Spanien und allen Verbündeten KMs (friedlich) ausgeglichen sei und deshalb keine Kriegshilfe gegen KM leisten kann; dem Hg Ludwig selbst erlaube er jedoch gerne heimzureiten.

Überlieferung/Literatur

NB: Vgl. den Bericht des H. Langenmantel und Jörg Vetter aus dem Feldlager bei Moosburg an der Isar ddo 1504 Juli 28 (ORG: Augsburg StA, Literalien-Sammlung) in RI XIV, Bd 4/2. - Die Einreihung stützt sich auf die inhaltlichen Übereinstimmungen mit dem vorhergehenden REG (Nr 18981). - LIT: 1) Über KMs Feldzug in die Rheinpfalz vgl. Wiesflecker, Kaiser Maximilian I., III, 174 ff., 497 ff. (dort weitere Literatur und Quellen). - 2) Vgl. Tautscher, Maximilian 1504, 42 f.

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Empfohlene Zitierweise

RI XIV,4,1 n. 18982, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1504-07-22_4_0_14_4_0_3259_18982
(Abgerufen am 23.05.2017).