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RI XIV Maximilian I. (1486/1493-1519) - RI XIV,3,2

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Der mailändische Gesandte Raimondo (de Soncino) berichtet Hg Ludovico von Mailand vom engl. Kgshof u.a.: Nach dem chiffrierten Schreiben Hg Ludovicos zeigte sich der engl. Kg (Heinrich VII.) an den Angelegenheiten Hg Ludovicos interessierter als üblich und sagte, er glaube nicht, daß die Kge von Spanien dem Kg von Frankreich eine Vergrößerung seiner Macht erlauben werden. -- Am Dienstag in der Karwoche (26. März) empfing der engl. Kg den Raimondo liebenswürdiger als gewöhnlich und teilte ihm mit, daß die von KM zurückgekehrten engl. Gesandten gute Neuigkeiten gebracht haben: KM werde sich als guter Verbündeter und Bruder verhalten. -- Am Karsamstag (30. März) traf ein Sekretär KMs ein, mit dem sich Raimondo täglich unterhielt. Er sei allein und ohne Beglaubigung gekommen, lediglich um mit den englischen Gesandten zu sprechen, die jüngst von KM zurückgekommen sind, deren Beteuerungen KMs Sekretär immer für frei erfunden gehalten habe. -- Am 6. April sandte der engl. Kg um KMs Sekretär, der außerordentlich zufrieden zurückkam. Er hatte ein schönes Geschenk erhalten und äußerte, sehr erfreut zu sein, doch Raimondo konnte nicht in Erfahrung bringen, warum; auf die Frage, ob die Beziehungen zwischen KM und dem engl. Kg andauern würden, antwortete der Sekretär bejahend. -- KMs Sekretär reiste am 7. April ab. An diesem Tag ging Raimondo mit Don Pedro (de Ayala), dem spanischen Gesandten, an den Hof, wo der engl. Kg in ihrer Anwesenheit den frz. Gesandten entließ, der keine Antwort erhielt; diese soll ein eigener englischer Geschäftsträger nach Frankreich bringen. Raimondo war schon von KMs Sekretär, der es von den kürzlich von KM zurückgekehrten englischen Gesandten wußte, informiert worden, daß der frz. Gesandte unstatthafte Forderungen erhoben halle. Raimondo und Don Pedro (de Ayala) glauben, daß die Franzosen eine zusätzliche Sicherheit wünschten; Kg Heinrich beschloß, seinen Ruf zu wahren, da ihm die Pension, die er (von Frankreich) erhält, genügt. -- Es scheint, daß der engl. Kg von KM getäuscht wurde, hatte er doch einen Gesandten und keine unbedeutende Person (wie KMs Sekretär) erwartet; aber KM ließ sich nicht so weil herab: schon die Geschenke, die er den englischen Gesandten machte, waren wenig ehrenhaft, und auch die Art, in der er mil ihnen sprach, war laut KMs Sekretär wenig liebenswürdig. -- Der Kg von England hatte Raimondo vielfach zu verstehen gegeben, daß die große Entfernung zwischen England und Mailand kein Bündnis zwischen diesen Mächten zulasse. Dann aber sagte er, daß er gewisse Absichten hege, sich mil KM zu verbünden; in diesem Fall könnte er möglicherweise auch seine Meinung bezüglich eines Bündnisses mil Mailand ändern. -- Es scheint, daß gegenwärtig alle Verhandlungen mil KM abgebrochen wurden, und sich der engl. Kg ganz mit Frankreich verbünden wird; entweder wurde also der Sekretär KMs selbst getäuscht, oder er täuschte Raimondo. -- Sollte sich der Kg von England mil KM verbünden, was Raimondo nicht glaubt, könnte Hg Ludovico auf dieses Bündnis nur unter der Bedingung bauen, daß er mit KM verbündet ist, aber nicht anders.

Überlieferung/Literatur

REG: Brown, Calendar of State Papers, I, 281 f., Nr 791; der originale Wortlaut des Datums fehlt bei Brown, Calendar of State Papers.

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Empfohlene Zitierweise

RI XIV,3,2 n. 13129, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1499-04-09_3_0_14_3_2_325_13129
(Abgerufen am 01.04.2020).