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[RI XIII] Friedrich III. (1440-1493) - [RI XIII] H. 9

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K. F. bekundet, daß der bevollmächtigte anwalt von Bürgermeister und Rat seiner und des Reiches cammer und statt Hagenau vor dem unter dem Vorsitz des Mgf. Bernhard von Baden uff den andern tag des monats december vor datum diß brieffs (1454 Dezember 2) tagenden ksl. Kammergericht erschienen ist und meldete in angedingetem rechten, als recht ist, K. F. habe vormals auf Klage Ludwigs von Lichtenberg die Hagenauer rechtlich vor sich geladen. Deswegen seien am ksl. Kammergericht dann auch ettelich underredelich urteil und gericht ergangen, und zuletzt sei ein Urteil ausweislich eines ksl. Urteilsbriefes1 gefällt worden, den der Anwalt ebenso dem Gericht vorlegte wie einen offenen Brief des Pfgf. Friedrich bei Rhein und einige Sendbriefe zwischen Meistern und Rat der Stadt Straßburg sowie den Hagenauern, aus denen hervorging, daß die rechtliche Entscheidung des Streites unbeschadet der Rechte beider Parteien mit deren Willen bicz uff den nechsten gerichtztag nach sant Michels tag (1454 September 29) zugunsten einer gütlichen Einigung aufgeschoben worden war. Nach deren Mißlingen stand der Anwalt vor dem Gericht mit Vollmacht der Hagenauer zu deren rechtlicher Verantwortung auf eventuelle Klagen des Lichtenbergers oder zur Freisprechung der Beklagten und Erwirkung von ladunge umb cost und schaden. Aufgrund der Abwesenheit Ludwigs wurde geurteilt, daß er nach Gewohnheit des Gerichts dreimal geruefft werden und der Anwalt der Hagenauer bicz uff den nachsten sampstag darnoch, der da waz der subende tag des vorgenanten monatz (Dezember), warten solle; während dieser Frist sollte Ludwig im Falle seines rechtlichen Erscheinens gehört werden, im Falle seines Ausbleibens hingegen darnoch ferer beschee waz recht wer. Da Ludwig bis zur heutigen Kammergerichtssitzung nicht erschienen ist, wurde einhelliclich zu recht erkennet, daß die Beklagten von der Ladung freigesprochen sein sollen sowie ihnen Ladung um Kosten und Schaden gegen den Kläger zu erteilen sei. Bey dem rechten sint gewesen Gf. Ulrich von Helfenstein, Georg von Volkersdorf, Walter von Zebing und der Hofmarschall Georg Fuchs von Fuchsberg sowie die Geistlichen Ulrich Riederer, Propst zu (Maria) Wörth, und Johann Hinderbach, allesamt ksl. Räte, die Rechtsgelehrten Johann von Westernach, Propst zu Stuttgart, Gebhard Bulach und Johann Vrunt (Frundt) sowie Wolfgang von Saurau, Hans von Degenberg, Georg von Rohrbach, Hans Kuncel und Hans Schmidhauser.

Originaldatierung:
Am achtzehenden tage des monats december (nach Kop.).
Kanzleivermerke:
A.m.d.i. Vlricus Weltzly vicecanc. (nach Kop.).

Überlieferung/Literatur

Org. noch nicht aufgetaucht, der Siegelankündigung der Kop. zufolge jedoch mit anh. S. - Kop.: Abschrift in der Stadtbibliothek Trier (Sign. Hs. 1761/985 2° fol. 102r-103r), Pap. (15. Jh.).

Anmerkungen

  1. 1Siehe H. 9 n. 121.

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Empfohlene Zitierweise

[RI XIII] H. 9 n. 128, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1454-12-18_1_0_13_9_0_12665_128
(Abgerufen am 06.06.2020).