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[RI XIII] Friedrich III. (1440-1493) - [RI XIII] H. 9

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K. F. bevollmächtigt und beauftragt Eb. Jakob von Trier, welcher ihn durch eine Botschaft davon in Kenntnis gesetzt hatte, daß Schloß Homburg im Westrich ihm und dem Reich durch den Tod Johanns des lesten des stamen, namen und wapens von Homburg1 heimgefallen sei und er damit künftig belehnen könne, wen er wolle, an seiner Statt die jetzigen Inhaber dieses Schlosses zu einem Rechttag vor sich und unser und des reichs lehenmanne, derselben lehen genosse, zu laden. Um zu vermeiden, daz uns und dem reiche unser lehen in einichweise solten verswigen oder nydergedrukt werden, gebietet er Eb. Jakob ferner, namens K. und Reich umb den vorgemelten lehenval gegen die Besitzer des Schlosses ein Lehengericht zu konstituieren sowie daraufhin mit unsern und des reichs lehenmannen, die du darumb zu dir nyderseczen solt, so maist du der ungeverlichen geheben magst, die Parteien zu verhören und die Angelegenheit so, wie er sie im lehenrechten erfinde, gemeinsam mit den Beisitzern mit seinem Rechtsspruch zu entscheiden. Schließlich gebietet K. F. dem Eb. gegebenenfalls Zeugen zu verhören sowie nötigenfalls mit angemessenen Strafen zur Aussage zu zwingen und das Verfahren auch im Falle des Ausbleibens einer Partei in allem so durchzuführen, wie es sich nach ordnung des rechten geburt.

Originaldatierung:
An eritag vor sand Vlrichs tag.
Kanzleivermerke:
KVr: A.m.d.i.i.c. Vlricus Wëltzli.

Überlieferung/Literatur

Org. im LHA Koblenz (Sign. Best. 1: Erzstift und Kurfürstentum Trier, A: Urkunden der geistlichen und staatlichen Verwaltung, n. 7811), Perg., rotes S 18 rücks. aufgedrückt (zerstört). - Kop.: Abschrift ebd. (Sign. Best. 1: Erzstift und Kurfürstentum Trier, C: Akten der geistlichen und staatlichen Verwaltung, n. 497 fol. 26r-v), Pap. (15. Jh.).

Eb. Jakob hatte offenbar Vorbereitungen für den Fall getroffen, daß K. F. ihm nicht die Entscheidung über den Fall und die Genehmigung zur Verleihung des Schlosses übertragen würde. Vgl. dazu die seiner Kanzlei entstammenden Konzepte einer ksl. Belehnungsurkunde für Gf. Hamann von Leiningen-Rixingen im LHA Koblenz (Sign. Best. 1: Erzstift und Kurfürstentum Trier, C: Akten der geistlichen und staatlichen Verwaltung, n. 497 fol. 32r-v), Pap., eines ksl. Gebotes an Gf. Johann von Nassau-Saarbrücken, Homburg an Hamann abzutreten, ebd. (fol. 31r-v), Pap., und einer für den Fall der Nichtbeachtung dieses Gebotes gedachten ksl. Kommission auf Mgf. Jakob von Baden ebd. (fol. 28r-v), Pap. - Die Bemühungen des Trierer Kf. waren jedoch vergeblich, denn Homburg blieb im Besitz der Gff. von Nassau-Saarbrücken; vgl. Hoppstädter, Burg und Festung Homburg, S. 377ff., und Herrmann, Die Grafen von Homburg, S. 75f.

Anmerkungen

  1. 1Johann von Homburg war 1449 ohne erbberechtigte Nachkommen verstorben.

Nachträge

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Empfohlene Zitierweise

[RI XIII] H. 9 n. 118, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1453-07-03_1_0_13_9_0_12655_118
(Abgerufen am 07.03.2021).