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[RI XIII] Friedrich III. (1440-1493) - [RI XIII] H. 8

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Kg. F. verkündet das heute unter dem Vorsitz Albrechts von Pottendorf gefällte Urteil seines Kammergerichts im Prozeß zwischen Jakob und Ludwig von Lichtenberg und Heinrich von Fleckenstein. Der Anwalt der Lichtenberger hatte am 19. August vor dem Kammergericht vorgebracht, Heinrich von Fleckenstein sei ausweislich vorgelegter Urkunden zu drei Gerichtstagen, zuletzt auf diesen Termin, peremptorisch geladen worden. Da er weder persönlich noch durch einen Anwalt erschien, setzte ihm das Kammergericht eine weitere dreitägige Frist, um dann gegebenenfalls auch in Abwesenheit zu verfahren. Da der Ladung bis zum heutigen Tag keine Folge geleistet wurde, trug der lichtenbergische Anwalt die Klage vor. Demnach führe sich Heinrich von Fleckenstein selbstherrlich in dem den Lichtenbergern übertragenen Reichslehen Hattgau auf, indem er dort hege und jage, im dortigen Aschbruch (Aspruch) Holz hauen und dieses aus der Mark ausführen lasse, die armen Leute daselbst mit Waidgängen beschwere sowie zwei ebenfalls reichslehnbare Rodungen, Apfelrod und Dietmarsrod genannt, sich angeeignet habe, was alles gegen die in der heutigen Verhandlung verlesenen Briefe K. Karls IV.1, K. Sigmunds2 und seines eigenen (Kg. F.)3 verstoße. Auf diese Einlassungen hin und in Anbetracht des Nichterscheinens des Beklagten trotz gerichtlicher Ladung wird daraufhin zu Recht erkannt, daß der Beklagte alle von dem lichtenbergischen Anwalt vorgetragenen Mißstände abstellen und künftig unterlassen soll. Hiebey sein in Gericht geseßen die Edlen Hans von Neipperg, Rüdiger von Starhemberg, Christian von Tahenstein (Lehenstein), die ersamen Ulrich Riederer, Johannes Hinderbach, Nikolaus von Lützelburg (Unzenburg), Nikolaus von Glatz und Konrad von Hallstatt, Doktoren und Lizentiaten des Rechts, urtheilere.

Originaldatierung:
Geben mit Urtayl ... am zway und zwandzigsten tag des Monats August (nach Druck).
Kanzleivermerke:
KVr: A.m.d.r. Michael de Pfullendorf (nach Druck).

Überlieferung/Literatur

Kop.: Abschrift im lichtenbergischen Kopialbuch im Hess. StA Darmstadt (Sign. D 21 A n. 4/1), Pap. (Im 2. Weltkrieg vernichtet)4.

Daß Heinrich von Fleckenstein diesem Urteil zumindest teilweise Folge leistete, geht aus einer von ihm 1452 Juni 11 (Lehmann, Lichtenberg 1 S. 285f.; Eyer, Regesten n. 997) ausgestellten Urkunde hervor. Danach hatte er die beiden Rodungen wieder aufgeforstet und die Rechte der Dörfer Hatten, Rittershofen sowie Ober- und Niederbetschdorf an diesem Gebiet anerkannt.

Druck: Harpprecht, Staats-Archiv 2 S. 559-561 (ohne Verbesserung der erheblichen Abschreibfehler, danach Regest).

Reg.: Eyer, Regesten n. 987. Lit.: Müller, Fleckenstein S. 155f.

Anmerkungen

  1. 1Von 1347 Dezember 13 ( RI VIII n. 491).
  2. 2Von 1414 Juli 29 ( RI XI n. 1103).
  3. 3Von 1442 August 26 (Chmel n. 1034; Eyer, Regesten n. 942).
  4. 4Überlieferungsangaben nach Eyer, Regesten.

Nachträge

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Empfohlene Zitierweise

[RI XIII] H. 8 n. 141, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1451-08-22_1_0_13_8_0_12149_141
(Abgerufen am 22.04.2021).