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[RI XIII] Friedrich III. (1440-1493) - [RI XIII] H. 8

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Kg. F. belehnt Jakob von Lichtenberg auch für dessen Bruder Ludwig mit den ererbten Reichslehen, allen ihren Ehren, Rechten, Gerichten, Leuten, Nutzen und Zugehörungen nach Ausweis ihrer von römischen Königen und Kaisern, insbesondere K. Sigmund1, erhaltenen Briefe, und mit allem, was er ihnen daran von Rechts wegen zu verleihen hat, namentlich den Zoll und das Geleit zu Ingweiler und Neuweiler, den Wasser- und Landzoll zu Lichtenau und Willstätt, insbesondere auf dem Rhein, was oberhalb von Selz ausleert, die Burg Arnsberg mit Zubehör, einen Teil der Burg Windstein mit Zubehör, ein Burglehen zu Hagenau mit Zinsen, einem Weiher und Zubehör, die Dörfer Schwindratzheim, Ringendorf, Schalkendorf, die in Gemeinschaft mit den Herren von Ochsenstein besessenen Dörfer Pfaffenhofen und Niedermodern, das Dorf Hatten und die anderen Dörfer im Hattgau mit allem Zubehör, einen Freihof in Westhofen samt Zinsen, den halben Zehnten in Balbronn mit zugehörigen Zinsen, das halbe ehedem im Lehnsbesitz des Goßel Schoup befindliche Dorf Traenheim, vier Fuder Weingeld auf dem halben Zehnten des Dorfes Balbronn, was einst von K. Sigmund2 dem Hans von Stille übertragen worden war. Er gestattet ihnen und ihren Lehnserben, ihre Lehen von ihm und seinen Nachfolgern als offt das not ist und sich geburet zu empfangen, jedoch unbeschadet der Rechte anderer, wofür ihm Jakob für sich und seinen Bruder den gewöhnlichen Lehnseid geleistet hat. Der König bestätigt ihnen ferner alle ihre Privilegien und Rechte, die ihre Vorfahren und sie von seinen Vorgängern am Reiche erworben haben, und gebietet die Beachtung dieser Bestätigung bei seiner und des Reichs schweren Ungnade.

Originaldatierung:
Am nechsten sontage nach sanct Bartholomeus tage (nach Kop.).
Kanzleivermerke:
KVr: A.m.d.r. Hermannus Hecht (nach Kop.).

Überlieferung/Literatur

Org. im Hess. StA Darmstadt (Sign. B 2 n. 1061), Perg., anh. S an Ps.3 (Im 2. Weltkrieg vernichtet). - Kop.: Abschrift ebd. (Sign. B 2 n. 1092), Pap. (17. Jh.). - Abschrift ebd. (Sign. B 2 n. 1106 Bl. 4v-5v), Pap. (16. Jh.). - Zwei weitere Abschriften ebd. (Sign. D 21 A 50/2 Bl. 29r-30r u. D 21 A 50/5 Bl. 101v-102v), Pap. (18. bzw. 16. Jh.).

Vgl. die in der Aufzählung der Lehnsstücke noch detailliertere Lehnsurkunde für Gf. Philipp d. J. von Hanau von 1489 November 4 (Regg.F.III. H.3 n. 179).

Druck: Kulpis, Documenta S. 84f. und 109-111; Lünig, Reichsarchiv 11 S. 55f. n. 36.

Reg.: Chmel n. 1034; Eyer, Regesten n. 943.

Anmerkungen

  1. 1Vgl. die zahlreichen Nachweise in RI XI S. 521.
  2. 2Es muß offenbleiben, ob die 1414 Juli 15 ( RI XI n. 1047) erfolgte Belehnung diesem Hans von Stille galt, da der Belehnte als der minderjährige Hans Ludwig von Stille bezeichnet wird. Vgl. aber die ebenfalls schon von K. Sigmund vorgenommene Belehnung Ludwigs von Lichtenberg mit diesem Lehen nach dem Tod des Hans (von) Stille von 1424 Mai 31 ( RI XI n. 5873). Das Lehen wurde Ludwig wegen Verweigerung der Lehnshuldigung bereits 1430 Januar 26 wieder entzogen und Kaspar Schlick und Wenzel von Weiteneck übertragen ( RI XI n. 7614).
  3. 3Die Angabe zur Besiegelung folgt Kulpis, Documenta S. 84f. und dem ebd. S. 109-111 wiedergegebenen Notariatsinstrument des öff. Notars Johannes Gernolt von Odenheim (Odenhan), Kler. der Diöz. Speyer, von 1447 August 3.

Registereinträge

Nachträge

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Empfohlene Zitierweise

[RI XIII] H. 8 n. 55, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1442-08-26_1_0_13_8_0_12063_55
(Abgerufen am 20.04.2021).