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[RI XIII] Friedrich III. (1440-1493) - [RI XIII] H. 8

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Kg. F. verleiht Wenzel von Cleen und seinem Mitganerben Wilhelm von Ingelheim ihre Reichslehen1, namentlich Haus- und Hofzinsen im Bilsengarten zu Sachsenhausen; Zinsen auf außerhalb des Sachsenhäuser Felds gelegenen Gärten und Äckern sowie auf Höfen, Krautgärten (cappeßgarten), Äckern und Wiesen zu Oberrad (zum Hohenrade); Zinsen in der alten stat zu Frankfurt, namentlich auf der Waage und den Mehlhäusern (uf den mehehusern); den Leyß-Zoll (Lusetzolle) in der alten Messe2; den zu einem Friedberger Burglehen gehörenden Hof zu Crüftel mit Äckern, Weingärten, Wiesen und sonstigem Zubehör; einen Teil der Burg Rödelheim mit der parch-Wiese und Zubehör; den Hof genannt das rat mit Wiesen, Äckern und Zubehör; an gleicher Stelle den durch den Reichswald zum Main fließenden, dort Frauenbach genannten Königsbach, einschließlich aller Seen (sehe); die Reiger-Wiese auf dem Riederfeld; den Tiergarten, den Baumgarten und den Urbergerhof zu Sachsenhausen; zwei Hufen und neunzehn Morgen Land auf Sachsenhäuser Feld samt Zubehör; fünfeinhalb Hufen Land auf Frankfurter Feld; ein Garten uf dem steinwege zu Sachsenhausen, genannt die gruben; drei Wassermühlen zu Frankfurt, zwei an der Mainzer Pforte am Main, die andere an der Mainbrücke; drei Hufen Land und Wiesen zu Praunheim sowie den Zehnten vor Frankfurt im lynde3, und schließlich jede Woche ein Fuder Holz aus dem Reichswald, des kuniges waldt genannt. Sie sollen die genannten Lehen erblich, das Burglehen zu Friedberg als Burglehen besitzen, wie der lehen und burglehen recht und herkommen ist, jedoch unbeschadet seiner und des Reichs Mannen sowie der Rechte anderer. Der Kg. bestätigt, daß Wenzel ihm für sich und seinen Mitganerben Wilhelm den gewöhnlichen Lehnseid geleistet hat.

Originaldatierung:
Am montag nach dem heiligen Pfingsttage.
Kanzleivermerke:
KVr: A.m.d.r. Hermannus Hecht. - KVv: Rta Jacobus Widerl (Blattmitte).

Überlieferung/Literatur

Org. im StadtA Frankfurt (Sign. Frankenstein-Urkunden n. 45), Perg., rotes S 11 in wachsfarbener Schüssel, deren für den Eindruck eines Sekrets gedachte Vertiefung in der Rückseite leer geblieben ist, an Ps. - Kop.: Vidimus4 der Friedberger Burgmannen Jörg Brendel von Homburg, Henne Waise von Fauerbach, Sohn des verstorbenen Friedberger Burggrafen Ludwig, und Philipp von Düdelsheim von 1493 September 24 im StadtA Frankfurt (Sign. Frankenstein-Urkunden n. 62), Perg., 3 grüne SS der Aussteller an Ps. - Vidimus Hartmanns von Trohe und Eberhards von Heusenstamm von 1467 April 17 ebd. (Sign. Frankenstein-Urkunden n. 51), Perg., 2 grüne SS der Ausst. an Ps. - Abschrift im Hess. StA Darmstadt (Sign. C 1 A n. 53, Bl. 44-45), Pap. (15. Jh.)5.

Reg.: Chmel n. 32; Scriba2 n. 2212; Fischer, Findbuch Frankensteinische Lehenurkunden S. 39 n. 45.

Anmerkungen

  1. 1Die Lehen waren vordem im Besitz der Herren von Sachsenhausen. Vgl. die fast wortgleiche Lehnsbestätigung für die Gebrüder Friedrich und Rudolf von Sachsenhausen durch Kg. Sigmund von 1417 Juni 5 ( Vertheidigtes Kayserliche Eigenthum S. 81f.; RI XI n. 2376).
  2. 2Auch als kleiner Zoll bezeichnet, vgl. Vertheidigtes Kayserliche Eigenthum S. 38f.
  3. 3Lindau, im 13. Jh. gerodeter Wald nw. der Frankfurter Altstadt s. Schalles-F ischer, Pfalz und Fiskus Frankfurt, S. 284. Vgl. die heutigen Straßenbezeichnungen Ober- und Unterlindau.
  4. 4Vidimiert wurde außerdem die Lehnsbestätigung für Wenzel von Cleen von 1467 Juni 10, s. unsere H. 8 n. 271.
  5. 5Die Abschrift trägt den Vermerk Eynn lehen brieff von konig Fryderichen vonn Wennczel von Cleen nach Wilhelm vonn Ingelnheime dode entpfangen. Dies muß um 1467 Juni 10 erfolgt sein, s. unsere H. 8 n. 271.

Registereinträge

Nachträge

Nachträge (1)

Nachtrag von Christian Krüger, eingereicht am 19.02.2009.

Die Urkunde ist oben folgendermaßen wiedergegeben:

"Äckern und Wiesen zu Oberrad (zum Hohenrade)"

Die Deutung von "zum Hohenrade" auf "zu Oberrad" ist verkehrt. Oberrad ist ein anderes Dorf. Das Dorf Hohenrade lag zu der damaligen Zeit zwischen Oberrad und Niederrad, südlich des damaligen Sachsenhausens, ist aber im späten 14. Jahrhundert wüstgefallen. Aber für die Zeit muss es auch in der Umschreibung "zu Hohenrade" heißen.

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Empfohlene Zitierweise

[RI XIII] H. 8 n. 1, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1440-05-16_1_0_13_8_0_12009_1
(Abgerufen am 15.11.2018).