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[RI XIII] Friedrich III. (1440-1493) - [RI XIII] H. 7

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K. F. beurkundet, daß Bürgermeister, Rat, Bürger und Gemeinde der Stadt Köln im Laufe der Zeit wegen ihrer Verdienste verschiedene Privilegien, Freiheiten und Gnaden erhalten hätten, die er ihnen seinerzeit unter Goldbulle bestätigt habe1. Es handelt sich um Urkunden K. Ottos IV. von 1212 November 30, Kg. Heinrichs (VII.) von 1236 Januar 192, K. Friedrichs II. von 1236 Mai und 1242 Mai, Kg. Wilhelms von 1255 März 8, Kg. Richards von 1257 Mai 27, Kg. Adolfs von 1292 Oktober 11, Kg. Albrechts I. von 1301 Februar 6, K. Karls IV. von 1355 Oktober 63 und Dezember 84, Kg. Sigmunds von 1415 April 65 und 1431 Februar 17 sowie K. Sigmunds von 1434 Mai 10. Darüber hinaus habe er sie mit neuen Gnaden und Freiheiten begabt und entsprechende Urkunden ausgestellt6. Nun sei ihm berichtet worden, daß seine Vorgänger und er selbst aus mangelnder Kenntnis und auf Betreiben der Kölner Ebb. die Privilegien und Freiheiten der Stadt Köln teilweise widerrufen haben und daß er den Ebb. diese Widerrufungen wie in der hier transsumierten Urkunde7 bestätigt habe. Aus seinen eigenen Urkunden habe er dann erfahren, daß er nach dem erwähnten Widerruf der Stadt Köln alle ihre Privilegien und Freiheiten und besonders auch die, welche sie von seinen Vorgängern bzgl. recht, freiheit, ere, besesz, eigenthumb, ausznemung, gewonheit, burckbann, banmyle, gericht, zolle, jarmerckt, weggelt, geleit, muncz, aufkomunge, asseyen, assissen, zynnsz, rennt und allem Zubehör, in allen ihren Inhalten mitsamt allen Privilegien und Gerechtigkeiten bestätigt hatte8. K. F. erneuert der Stadt Köln wegen der Dienste, die sie ihm bis jetzt gegen den Reichsfeind Hz. (Karl) von Burgund zur Ehre und zum Nutzen des Reiches und teutscher nacion geleistet hat, mit Rat der Kff. Fürsten und Getreuen diese Privilegien, besonders das von Karl IV. bezüglich Burgbann und Bannmeile9 so, als ob sie hier wörtlich abgeschrieben wären. Die erwähnten Widerrufe mitsamt allen Bestätigungen kassiert er angesichts dessen, daß Eb. Ruprecht von Köln über des Papstes und sein Gebot hinweg zum Schaden des Reiches Hz. (Karl) von Burgund in das Stift Köln geholt und sich mit diesem gegen ihn (K. F.) und das Reich verbunden habe. Bürgermeister, Rat, Bürger und Gemeinde der Stadt Köln sollen künftig unwiderruflich ihre Privilegien genießen dürfen, besonders auch das der banmylren auszwenndig der gemelten stat Collen von derselben stat maur bisz gen Gordorp und furt in gleicher weit ganntz rund umb die stat, zu wasser und zu lannde. Er ordnet an, daß die Stadt Köln von nun an auf ewig mit allen oberkeiten, herlicheiten, freiheiten, privilegien, rechten und gerechtigkeiten ihm und dem Reich on mittel zugehorig und gewont sein soll. Bürgermeister, Rat, Bürger und Gemeinde sollen einem röm. König wie bisher huldigen und die Eide leisten. Kein Eb. von Köln soll jemals mehr Bürgermeister, Rat, Bürger und Gemeinde der Stadt Köln als seine Bürger und Getreuen und die Stadt in seinen schrifften oder reden als seine Stadt bezeichnen. Wenn die Kölner bisher zum Schaden von oberkeit, herlicheit, recht und gerechtigkeit des Reiches einem Eb. von Köln Huldigung und Eide geleistet haben, so sind dieselben kraftlos und sollen künftig nicht mehr geleistet werden. K. F. gebietet allen Kff. und Reichsuntertanen und besonders dem Eb. von Köln, dem Dekan und dem Kapitel des Kölner Domstifts, die Stadt Köln an ihren Rechten nicht zu behindern, sondern zu schützen und betont nochmals, daß alles, was diesem Privileg entgegenstehen mag, kraftlos sei. Zuwiderhandlungen stellt K. F. unter Strafe seiner und des Reiches schweren Ungnade und von 1000 Mark Gold, zahlbar je zur Hälfte an die ksl. Kammer und die Stadt Köln, welcher er die Eintreibung der Strafen überläßt.

Originaldatierung:
Am newnczehennden tag des monets septembris.
Kanzleivermerke:
KVr: A.m.p.d.i. - KVv: Rta Lucas Sniczer (fol. 4v, Blattmitte).

Überlieferung/Literatur

Org. im HASt Köln (Sign. HUA K/13286), Perg.-Libell mit 4 Folien, wachsfarbenes S 15 mit wachsfarbenem S 16 vorn eingedr. an purpur-grüner Ss. Monogramm K. F.'s auf fol. 4r, mitten im Text plaziert. - Kop.: Inseriert in einer Urk. Kg. Maximilians von 1502 November 12, ebd. (Sign. HUA 3/15096). - 2 Abschriften des 15./16. Jhs., dem Org. beiliegend. - Abschrift ebd. (Sign. HUA Kopiar 1, fol. 22lr-223v) (15. Jh.). - Abschrift ebd. (Sign. Actus et processus 3, fol. 97r-101r) (15. Jh.). - Abschrift, not. begl. v. Matthias Emmerichs, ebd. (Sign. HUA Kopiar 8, fol. 55r-62v) (17. Jh.).

Druck: Lünig, Reichsarchiv 13 S. 366-368 n. 16. - Kisky, Die Erhebung Kölns zur freien Reichsstadt, S. 1-24 (hier: S. 20-24, unvollständig). - Katalog Köln 1475, S. 56 - 65, n. 84.

Reg.: Chmel n. 7007. - Mitt. StK 38, S. 184 u. 39, S. 156.

Anmerkungen

  1. 1Siehe H. 7 n. 104. Dort auch Hinweise zu den hier nicht mit Anmerkungen versehehen Urkk.
  2. 2Der Text hat irrtümlich 1231 Januar 19. Druck: Lacomblet, Urkundenbuch II, n. 169. Reg.: RI V, n. 4180. - In H. 7 n. 104 wurde aber eine Urkunde Kg. Heinrichs (VII.) von 1224 Januar 20 bestätigt!
  3. 3Druck: Ennen, Quellen IV, n. 371. - Reg.: RI VIII, n. 2266.
  4. 4Druck: Lacomblet, Urkundenbuch III, n. 547. - Reg.: RI VIII, n. 2321.
  5. 5Der Text hat irrtümlich 1405 April 16.
  6. 6Siehe H. 7 n. 257, n. 311, n. 336, n. 392, n. 393 u. n. 479.
  7. 7Die Urk. ist durch Anfang und Ende gekennzeichnet. Es handelt sich um H. 7 n. 10.
  8. 8Vgl. H. 7 n. 104.
  9. 9Gemeint ist eine Urk. von 1355 Dezember 8. Druck: Lacomblet, Urkundenbuch III, n. 547. Reg.: RI VIII, n. 2321 u. MGH Const. 11, n. 596.

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Empfohlene Zitierweise

[RI XIII] H. 7 n. 513, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1475-09-19_3_0_13_7_0_11679_513
(Abgerufen am 03.03.2021).