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[RI XIII] Friedrich III. (1440-1493) - [RI XIII] H. 7

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K. F. teilt Bürgermeistern und Rat der Stadt Köln mit, er habe in den vergangenen Tagen den Prälaten, Städten und Landen in Friesland wegen der tributen geschrieben, die sie ihm und dem Reich für mehrere Jahre schulden, und derentwegen sie ihre ratsbotschafft an seinen Hof entsenden sollten, wozu er ihnen durch seine botschafft schriftlich Geleit zugestanden1 und ihre Privilegien und Freiheiten bestätigt habe, deren Ausfertigungen bei seinem Kanzler bereit lägen2. Während sich die gen. lanndtschafft wegen dieser Sache versammelt und zur Entsendung einer botschafft bereit fand, hatte sich aber die Lage in Friesland so verändert, daß ihr der Weg für ihre botschafft zu unsicher erschien. K. F. befiehlt daher den Adressaten, sie möchten Wege und Mittel finden, daß die Friesländer, die ihnen räumlich näher lägen, ihre geheime botschafft zu ihnen schicken könnten. Sie sollen dann in seinem Auftrag mit dieser reden und sie zur Weiterreise zu ihm bewegen, oder aber, wenn jene das nicht wollten, mit ihnen die auf eingeschlossenem Zettel vermerkten Punkte durchsprechen und ihm deren Stellungnahme samt ihrem eigenen Ratschlag schriftlich berichten. Wegen der hollender, welche nun seit vielen Jahren in der Reichsacht und -aberacht verharrten, habe er Meister Christian von Breida, seinen Kanzleiprotonotar, instruiert, dessen Worten sie Glauben schenken sollen, damit jene wieder ins Reich zurückkehren und die Kläger zufriedengestellt würden3.

Originaldatierung:
An sand Margreten tag.
Kanzleivermerke:
KVr: A.m.p.d.i. Vlricus Weeltzli canc. - KVv: Den ersamen burgermeister und rate der stat zu Collen, unsern und des reichs lieben getrewen (Adresse, Blattmitte). - Anno 60, die prima septembris (Empfängervermerk auf der Rücks.).

Überlieferung/Literatur

Org. im HASt Köln (Sign. Köln und das Reich, Briefe 593), Pap., rotes S 18 rücks. aufgedr. - Beiliegender Zettel von anderer Hand.

Der beiliegende Zettel lautet: Item von den tributen wegen, die etwevil jare dem reich von inen unbeczalt ansteen, sich darumb zu vertragen und zu vereinen mit seinen keyserlichen genaden. Item die kuenfftigen sein keyserlichen genaden und dem reich damit gewertig ze sein und die jerlich zu raichen und zu geben, darumb sey alwegen sollen quittiert werden. Item dann, als sy lanng czeiten in unordelichem regiment und gerichtsordnungen gestannden und noch sein, deszhalben sich etlich zu irn haubtleutten und regierern mit ir selbs fuernemen und gewalt aufwerffen und under denselben hawbtleutten, nachdem und der etwemeniger ist, und auch durch die undertanen, so yeder solcher haubtman under im hat, grosse zwitrecht uneinickeit, aufleuffe und todschlege sich biszhere manigfeltigklich haben begeben und furter noch mere beschehen, und sy dardurch getrennet und undergedrugket und von allen irn freiheitten gedrungen und von dem reich in froembde hannd gebracht werden moechten, davon solich rede zu haben, auf das sy dester gerulicher bey dem heiligen reiche und in ordenlichem regiment und fridlichem wesen beleiben moechten, ob gut were, das sy von uns und dem reiche fuergesehen wurden, also das sy nu hinfuer die macht und gerechtikeit hetten, einen ausz in, dartzu tuglich und gut, zu erwelen, das derselb an unser statt und in unserm und des reichs namen ir potestatt hiesse und were und alle gerichtsmacht gebrauchen und regiren moechte, und dann derselb von der ritterschafft, den prelaten und den steten sein zugegeben rette haben, die dann auch von der lanndschaft dartzu erwelt werden, regiren solte, doch in alwege unser als romischen keysers und unserer nachkomen am reich oberkeit vorbehalten und darinne unvergriffenlich, und das ein yeder, der also zu potestat erwelt wurde, uns, alsofft es zu schulden keme, presentiert werden, den dartzu zu confirmieren, der uns dann auch davon, alsofft gewondlich, huldigung, geluebde und aide tun solte. Item ob ein solicher potestat sich in ichts verhanndelte annders dann seinem ambt zustunde und gemeynen nucz der lannde und lewte were, das sy dann macht hetten, einen anndern an seiner statt zu benennen und zu setzen und uns denselben an des vordern statt auch als meister zu presentiren mit fuerhaltung und glaublicher underrichtung des schulde des verhandelten potestats etcetera. Item ob die hollennder sich nit in kuertz vertruegen auf die vordrung, an sy am letzsten beschehen, so wil man das versamelt gelt mit hilff der gemeinde niderlegen in hafft, des ist 25 tausent gulden, das das dem heiligen reich beczalt und die clager unclaghaft gemacht werden nachdem und das zu des reichs hannden zu dem anndern malen ist aufgehalten und noch nicht beczalt wordenn, und ob ichts daran abgen wurde, nichts destmynder die, es bishere vorgehaltn, zusambt den anndern mit des reichs swern execution beladen und beswern an irem leib und gut mit geordenten haubtleuten, dartzu gegeben, und auch alle die, so sy darueber ferrer hausten unde hoften oder sunst einich gemeinschefft mit in hetten.

Reg.: Mitt. StK 25, S. 261.

Anmerkungen

  1. 1Vgl. H. 7 n. 179.
  2. 2Vgl. H. 7 n. 180.
  3. 3Köln meldet K. F. am 27. Oktober 1460, es habe auftragsgemäß an Holland und Seeland geschrieben, und übersendet deren Antwort: vgl. Mitt. StK 25, S. 264.

Nachträge

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Empfohlene Zitierweise

[RI XIII] H. 7 n. 181, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1460-07-13_3_0_13_7_0_11345_181
(Abgerufen am 18.04.2021).