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[RI XIII] Friedrich III. (1440-1493) - [RI XIII] H. 4

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Kg. F. beurkundet das Urteil, das sein Kammergericht unter dem Vorsitz Mgf. Albrechts von Brandenburg in Sachen der von den Anwälten Eb. Dietrichs von Mainz, Gf. Diethers von Isenburg-Büdingen, der Herren Gottfried von Eppstein und Eberhard von Eppstein-Königstein und von Bürgermeister Rat und Bürgern der Stadt Frankfurt vorgetragenen Appellation gegen ein im Streit zwischen den Burgmannen (der Burg) und der Stadt zu Friedberg gefälltes Urteil Gf. Hessos von Leiningen und seiner Miturteiler gefällt hat. Als Bote der Burgmannen habe Martin Forstmeister gegen die Klage eingewandt, seine Herren hielten an dem von ihnen und der Stadt gleichermaßen angenommenen Urteil fest. Doch da sie durch den Kg. nur zu einem kgl. Verhör in der Sache, nicht aber zu einem endgültigen Rechttag geladen1 worden seien, sei er nicht bevollmächtigt, auf die Klage des Eb. von Mainz und seiner Mitkläger, mit denen sie nichts zu schaffen hätten, einzugehen. Gegen seinen Antrag auf Gewährung eines Aufschubs zur Einlassung auf die Klage hätten die Anwälte der Kläger2 argumentiert, ihren Herren und den Burgmannen sei ausdrücklich ein entlich rechttag geboten und peremptorisch gesetzt worden mit der Bestimmung, daß der gehorsamen Partei in jedem Falle Recht ergehen solle; sie hätten die Ablehnung des gegnerischen Antrags und den Rechtsentscheid gefordert, zumal der Vertreter der Gegenpartei keine Vollmacht habe, einen Aufschub zu begehren. Nachdem beide Auffassungen zu Recht gesetzt worden waren, ist mit gemeyner urteile dem Antrag Martin Forstmeisters stattgegeben worden unter der Bedingung, er schwöre, daß der Aufschub nicht zwecks Verzug des Prozesses begehrt werde. Nachdem Martin den Eid abgeleistet hatte, wurde den Burgmannen zu Friedberg, nachdem sie antworter (auf die Klage) sint, mit Urteil ein Aufschub von achtzehen wochen und newn tag(en)3 zugestanden, so daß sie am letzten Tag der Frist bzw. am ersten darauf folgenden Gerichtstag peremptorisch mit allem, dessen sie zur rechtlichen Einlassung auf die Klage bedürfen, erscheinen und one vorter außrede auf die Klage antworten. Auch im Falle der Abwesenheit soll dann nach laut der ladunge prozessiert werden. Bezüglich der von den Anwälten der Kläger vorgebrachten Schadenersatzforderung ist mit Urteil entschieden worden, daß eine solche Klage gestellt werden mag, wenn ein endgültiges Urteil gefällt worden und festgestellt ist, ob die Burgmannen den Klägern etwas schuldig sind.

Originaldatierung:
Am nesten sambstag vor sant Ambrosy tag (nach Kop.).
Kanzleivermerke:
KVr: A.m.d.r. (nach Kop.).

Überlieferung/Literatur

Kop.: Abschrift im StadtA Frankfurt/M. (Sign. Pfandschaft Friedberg, Kasten 1445-1479, sub dat.), Pap. (15. Jh.). - Abschrift in Kopialbuch ebd., Pap. (15. Jh.). - Abschrift ebd. (Sign. Reichssachen I n. 4220 fol. 28r-29r), Pap. (15. Jh.).

Anmerkungen

  1. 1Vgl. H. 4 n. 90.
  2. 2Zu den am 1. Februar 1446 abgeordneten Vertretern der Kläger s. StadtA Frankfurt/M. (Sign. Reichssachen I n. 4220 fol. 17).
  3. 3Dieser Termin ist exakt der Tag Marie Assumptionis (15. August), vgl. H. 4 n. 103.

Nachträge

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Empfohlene Zitierweise

[RI XIII] H. 4 n. 98, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1446-04-02_1_0_13_4_0_9668_98
(Abgerufen am 24.09.2020).