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[RI XIII] Friedrich III. (1440-1493) - [RI XIII] H. 31

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K.F. teilt dem Ldgf. Hermann (von Hessen) und den Vertretern der Stadt Neuss1 mit, dass ihn ihre Gesandtschaft darüber unterrichtet habe, wie jemand aus dem Heer des Hz. (Karl) von Burgund nachts in die (belagerte) Stadt Neuss gerufen hätte, sich nicht weiter auf die ksl. Unterstützung zu verlassen, da der Kg. (Christian I.) von Dänemark den K. sowie den Kg. (Ludwig XI.) von Frankreich und die von Köln gütlich mit dem Burgunderherzog vertragen habe, sie jedoch von diesem Vertrag ausgeschlossen und damit alleingelassen worden seien. Diese Person habe ihnen deshalb geraten, vom Hz. von Burgund Gnade zu erbitten, und als jemand, der ihnen Gutes gönne, angeboten, sich bei diesem für sie zu verwenden. K.F. bestätigt, dass er mehrfach darum ersucht worden sei, eine gütliche Einigung mit dem Hz. von Burgund einzugehen, dies jedoch wegen dessen unbilligen und mutwilligen, trotz päpstlichen Verbotes zum Schaden von K. und Reich unternommenen Angriffs gegen das Stift Köln und angesichts ihres mit Unterstützung der Stadt Köln bisher geleisteten erfolgreichen Widerstandes weder getan habe, noch davon hören wolle, und verspricht, einen Beschluss dazu nicht ohne sie zu treffen. Er habe vielmehr bisher versucht, die Kff. und Fürsten des Reiches und deren Untertanen zu bewegen, mit ihm in das Stift Köln zu ziehen, um dem Vorgehen des Hz. von Burgund Widerstand zu leisten und sie mit Hilfe Gottes mit Ehre und Freude von der schweren Bürde zu entledigen, die sie bisher als fromme, redliche, beständige und ritterliche Leute ihm, dem Reich, dem Stift Köln und sich selbst zu Ehren getragen haben. Er sei daraufhin mit den Kff. Fürsten, Gff. Herren, Rittern, Knechten, Städten und Getreuen in das Stift Köln gezogen, habe zwecks Öffnung und sicheren Zugangs des Rheins die Städte Sinzig und Remagen mit etlichen Flecken und Dörfern eingenommen und besetzt und hoffe, die Stadt Linz mit den zu ihr gehörigen Pflegen, Flecken und Dörfern ebenfalls zu erobern und sich dann mit den Kff. Fürsten und deren Untertanen ohne Verzögerung hinab zu begeben, um als christlicher frommer Kaiser sie als ritterliche und redliche Leute und getreue Untertanen des Reiches mit Macht zu befreien.2 K.F. bittet Ldgf. Hermann und die Neusser, sich zu gedulden und dem Angriff des Hz. von Burgund wie bisher als getreue und fromme Leute gegenüber K. Reich und dem Stift Köln zu widerstehen, woran er nicht zweifele, weshalb er sie keinesfalls allein lassen werde.

Originaldatierung:
Am suntag vor sant Antonien tag (nach Kop.).

Überlieferung/Literatur

Org. im bearbeiteten Bestand nicht überliefert. – Kop.: Abschrift im Codex Wimpfeling in der Universitätsbibliothek Uppsala (Sign. Codex C 687, fol. 227v), Pap. (15. Jh.).

Kommentar

Am 31. Januar 1475 sandte K.F. ein weiteres Schreiben an Ldgf. Hermann von Hessen und die Stadt Neuss und versprach ihnen darin die baldige Entsetzung, s. Regg.F.III. H. 7 n. 431.

Anmerkungen

  1. 1In der Anrede des Briefes steht: hochgeborner lieber oheim und furst und lieben getruwen. Als Adressaten werden unter dem Text der Kop. Ldgf. Hermann und die von Neuss angegeben. Hermann war im März 1473 vom Kölner Domkapitel in dessen Konflikt mit Eb. Ruprecht zum Verweser des Erzstiftes bestimmt worden und hatte sich mit hessischen Truppen im Juli 1474 nach Neuss begeben, um die Stadt vor dem mit großer Streitmacht herannahenden Hz. Karl von Burgund zu verteidigen, s. Fuhs, Hermann IV. von Hessen S. 51–58 und S. 64–72.
  2. 2Siehe zum Verlauf des Krieges und zu den Verhandlungen Kg. Christians I. von Dänemark mit Hz. Karl von Burgund sowie mit Kg. Ludwig XI. von Frankreich Lange, Belagerung der Stadt Neuss S. 9–79; Gilliam, Neusser Krieg S. 229–247.

Nachträge

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Empfohlene Zitierweise

[RI XIII] H. 31 n. 307, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/a3234f63-6fa4-4393-b00b-c237755955fb
(Abgerufen am 16.01.2021).