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[RI XIII] Friedrich III. (1440-1493) - [RI XIII] H. 30

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K.F. beurkundet den Widerruf aller Verschreibungen Ehz. Sigmunds von Österreich für 1,000.000 fl. rh. an Hz. Albrecht (IV.) von Bayern. Ehz. Sigmund habe durch seinen Kanzler Konrad Stürzel vorbringen lassen, dass Hz. Albrecht von Bayern ihn im vergangenen Jahr durch menigfelltig ansuchung beredt hätte, ihm auf seine Länder die genannte Summe zu verschreiben.1 Die Verschreibung wäre in gestallt und form ains testaments in schrift oder an schrift, zu latein genannt testamenti nuncupativi oder in weis codicillorum fidei commissi und letzen willens oder auch in krafft ainer gab, zu latein genant donacionis causa mortis nach kirchlichem oder weltlichem Recht erfolgt, wonach ohne einen männlichen Erben Hz. Albrecht und seine Erben die Ländereien, Leute, Städte etc. solange innehaben und nutzen sollen, bis die ganze Verschreibungssumme von den Erben Sigmunds in Gold entrichtet wäre. Darüber hätte das Regiment Ehz. Sigmunds Hz. Albrecht eine Urkunde ausgestellt. Jüngst habe nun Ehz. Sigmund vor einem öffentlichen Notar in Bozen im Beisein von ksl. und kgl. Gesandten und seiner eigenen Landräte aus freiem Willen die Kundgabe seines letzten Willens widerrufen und diesen abgeändert. Dies sei nach Darlegung seines Kanzlers in Anwesenheit von Hz. Albrecht von Sachsen, Hz. Christoph von Ober- und Niederbayern, Mgf. Albrecht von Baden, Bf. Matthias von Seckau, Melchior von Meckau, Dompropst von Magdeburg und Koadjutor von Brixen, von weiteren Prälaten, Gff. Herren, Rittern und Knechten, namentlich von Gf. Hans und Gf. Christoph von Werdenberg, ksl. Kämmerer, Abt Wolfgang von Melk, Sigmund Prueschenk, oberster Schenk in Österreich und Truchsess in der Steiermark sowie Freiherr von Stettenberg und Hofmarschall, Gregor von Starhemberg, Truchsess, Veit und Michel von Wolkenstein, Christoph von Zinzendorf, ksl. Diener, von den Kämmerern Sigmund von Niedertor, Hans Metschacher, Ladislaus Prager, Wolfgang Jörger, seinem Rat Marquart Brisacher, Caspar und Gregor Lamberger, Bernhardin Raunacher, Friedrich Breuner, dem Truchsessen Hans von Auersperg, Dietrich von Harras, Marschall von Sachsen, Hans Dießer von Dießen, Hofmeister Hz. Christophs von Bayern, und Ruprecht von Staufen, Rat Mgf. Albrechts, geschehen.

Originaldatierung:
An freytag unnserr lieben Frawn abend der liechtmess.
Kanzleivermerke:
KVr: fehlt.

Überlieferung/Literatur

Org. im HHStA Wien (Sign. AUR 1488 II 1), Perg., rotes S 18 in wachsf. Schüssel mit wachsf. S 16 rücks. eingedrückt, rotes S Ehz. Sigmunds, rotes Sekretsiegel Hz. Albrechts von Sachsen2, 3 rote SS Hz. Christophs von Ober- und Niederbayern, Mgf. Albrechts von Baden und Bf. Matthias’ von Seckau in wachsf. Schüsseln an Ps. – Kop.: Abschrift ebd. (Sign. Urkundenabschriften, Österreichische Urkunden, Karton 47, sub dat.) Pap. (18. Jh.).

Reg.: Chmel n. 8227; Lichnowsky (-Birk) 8 n. 1077.

Lit.: Wolf, Doppelregierung Friedrichs III. S. 479f.; Baum, Sigmund der Münzreiche S. 491f.; Jäger, Übergang Tirols S. 373–375.

Anmerkungen

  1. 1Verschreibung Ehz. Sigmunds von 1487 Januar 28 im HHStA Wien (Sign. AUR 1487 I 28).
  2. 2Hz. Albrecht bringt sein Sekretsiegel an, da er sein Siegel nicht bei sich hat.

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Empfohlene Zitierweise

[RI XIII] H. 30 n. 300, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1488-02-01_1_0_13_30_0_300_300
(Abgerufen am 06.07.2020).