Regestendatenbank - 195.747 Regesten im Volltext

[RI XIII] Friedrich III. (1440-1493) - [RI XIII] H. 26

Sie sehen den Datensatz 682 von insgesamt 820.

K.F. bekundet für sich und seine Erben, daß er seinem Diener Hans von Plankenstein1 sowie Kaspar von Roggendorf, seinem Truchseß und Pfleger zu Weitenegg, die ihm zusammen 5.000 fl. ung. und Dukaten geliehen haben, wissenlich mit dem brief die Erhebung folgenden Aufschlages zu Wasser und zu Land bei Melk gestattet habe: Sie dürfen von jedem Fuder Wein ein Pfund Pfennige, von einem Dreiling Wein 6 Schilling Pfennige, von einer Kufe Salz einen Pfennig, von einem größeren oder kleineren Pfund Wein oder Salz entsprechend deren Anzahl, von einem Ballen Gewandstoff ein halbes Pfund Pfennige, von einer Muth Weizen 60 Pfennige, von einer Muth Korn 40 Pfennige, von einer Muth Hafer 32 Pfennige sowie weitere Aufschläge von allen anderen Waren, die nach Melk geführt werden, erheben. Er bestimmt, daß sie und nach ihrem Tod ihre Erben den Aufschlag im Beisein seines dazu geordneten beschawers sowie seines Gegenschreibers im festgelegten Maße und nicht höher einnehmen sollen. Letzterer soll den Aufschlag vermerken und ihm gegenüber Rechnung legen, bis die 5.000 fl. ung. und zusätzlich das bezahlt seien, was er als Sold ihres Einnehmers sowie seines Gegenschreibers und beschawers bestimmen werde. Sobald ihnen die genannte Summe entrichtet sei, sollen sie den Aufschlag nicht mehr einnehmen oder einnehmen lassen. K.F. droht ihnen an für den Fall, daß sie den Aufschlag weiter oder höher als festgelegt zu seinem, seiner Erben oder seines Landes und seiner Leute Schaden erheben sollten, sich dafür an sie, ihre Erben sowie ihr Hab und Gut mit recht oder anrecht schadlos zu halten, wie sie es sich ihm gegenüber verschrieben hätten.2

Originaldatierung:
Am freitag vor dem sunntag Judica in der vassten.
Kanzleivermerke:
KVr: C.d.i.i.c. – KVv: Rta (Blattmitte).

Überlieferung/Literatur

Org.3 in den Roggendorfschen Urkunden im MZA Brno (Sign. G 9 Roggendorfské listiny 8), Perg., anh. S an Ps. ab und verloren. – Kop.: Inseriert in einem abschriftlich vorliegenden Vidimus4 des Abtes Ludwig von Melk vom 11. Mai 1478 ebd. (Sign. G 9 Roggendorfské listiny 221), Pap. (15. Jh.). Reg.: Chmel, Verzeichnis Brünn S. 106 n. 10.

Kommentar

K.F. suchte mit diesen und weiteren Verschreibungen5 das Geld für die vorgesehene Reise seines Sohnes Maximilian nach Burgund aufzubringen, siehe Rausch, Burgundische Heirat Maximilians I. S. 172f.

Anmerkungen

  1. 1Siehe zur Person Hans’ von Plankenstein Heinig, Friedrich III. S. 281.
  2. 2Siehe den Reversbrief Hans’ von Plankenstein und Kaspars von Roggendorf vom 2. April 1477 in den Mon. Habsb. 2 S. 276f. n. 98.
  3. 3Erwähnt bei Hlaváček, Originalurkunden S. 18.
  4. 4Dort sind ebenfalls die n. 683f., n. 686f., n. 690f., n. 694, n. 699 und n. 706 inseriert.
  5. 5Siehe n. 683685 sowie n. 687.

Nachträge

Nachtrag einreichen
Einreichen
Empfohlene Zitierweise

[RI XIII] H. 26 n. 682, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1477-03-21_1_0_13_26_0_682_682
(Abgerufen am 24.11.2020).