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[RI XIII] Friedrich III. (1440-1493) - [RI XIII] H. 26

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K.F. unterrichtet Bürgermeister und Rat der Stadt Eger von der Klage Sigmund Gablers1, der zufolge dieser trotz seiner Bereitschaft, den von ihnen gebotenen Frieden in seinem mit dem Egerer Bürger Seydler wegen dessen Beleidigungen geführten Streit einzuhalten, von Seydler dennoch weiterhin belästigt, gescholten und zum Auszug aus einem Haus aufgefordert sei. Gabler habe sich dagegen wehren müssen, damit jedoch den Frieden nicht gebrochen, wie er es vor dem Stadtgericht bewiesen und deshalb Urteil und Recht gegen Seydler erlangt habe. Als Gabler wegen des Verlaufs der Angelegenheit und aus Sorge die Stadt habe verlassen müssen, hätten sie weder ihm noch dessen Frau gestattet, ihr Hab und Gut zu verkaufen oder damit nach ihrem Willen zu verfahren, weshalb einiges davon durch die ansässigen Juden nach unwirden veräußert worden sei und Gabler deshalb Gefängnis und Schaden erlitten habe. Auch hätten sie ihm gegen Michael Bayer2, mit dem er vor ihnen in hangendem rechten stehe und gegen den er nach ihrem Beschluß Beweise vorgelegt habe, nach geschehener Rechtssetzung das Urteil verweigert und dieses trotz seiner Aufforderung zu seinem Schaden hinausgeschoben. K.F. befiehlt Bürgermeistern und Rat der Stadt Eger, Sigmund Gabler innerhalb von fünfzehn Tagen nach Erhalt seines Schreibens die durch sie verschuldeten Kosten und Schäden zu erstatten oder sich mit ihm deshalb gütlich zu vergleichen sowie ihm gegen Michael Bayer zum Recht zu verhelfen und das Urteil zu fällen, wie es sich gebühre. Im Falle ihrer Weigerung oder ihres rechtlichen Einspruchs lädt er sie zugleich auf den 45. Tag nach Ablauf dieser Frist oder auf den nächstfolgenden Gerichtstag peremptorisch vor sich oder seinen Vertreter, damit sie sich durch ihren bevollmächtigten Anwalt gegenüber Gabler oder dessen Anwalt rechtlich verantworten, und bestimmt, daß auch im Falle ihrer Abwesenheit nach Aufforderung der Gegenseite im rechten verfahren werden soll, wie es sich nach seiner ordnung gebühre.

Originaldatierung:
Am andern tag des monets septembris.
Kanzleivermerke:
KVr: A.m.d.i. – KVv: Lad(ung) Gabler (oberer Blattrand).

Überlieferung/Literatur

Org. im StadtA Eger im SOkA Cheb (Sign. AM Cheb, kartón 2, fasc. 2 B 34/4), Pap., rotes (wohl) S 18 rücks. aufgedrückt (Spuren). Reg.: Taxregister n. F79.

Kommentar

Siehe n. 678f.

Anmerkungen

  1. 1Gabler war Taschenmacher und Bürger zu Mainz, siehe Taxregister n. F79.
  2. 2Bayer entstammte einem alten Egerer Ratsgeschlecht, siehe Prökl, Eger 2 S. 53.

Nachträge

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Empfohlene Zitierweise

[RI XIII] H. 26 n. 675, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1474-09-02_1_0_13_26_0_675_675
(Abgerufen am 20.01.2022).