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[RI XIII] Friedrich III. (1440-1493) - [RI XIII] H. 24

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K.F. beklagt gegenüber Kg. Kasimir (IV.) von Polen, daß er mit Trauer von der Unterwerfung Konstantinopels durch den Arm der Ungläubigen, verbunden mit gewaltigen Morden, erfahren habe.2 Dies könne nicht mit Schweigen übergangen werden, vielmehr müßten alle christlichen Fürsten die Waffen gegen diese unsägliche Tyrannei erheben. Nun sei gegenwärtig eine Klagesache zwischen dem Hochmeister Ludwig von Erlichshausen und den Prälaten des Deutschen Ordens einerseits und den Rittern und Städten in Preußen andererseits vor ihm, K.F. anhängig, er hoffe jedoch, beide Parteien mit Gottes Hilfe sowie mit Hilfe und Rat der geistlichen und weltlichen Fürsten des Reiches, die er zusammengerufen habe, zu Frieden und Eintracht führen zu können. Die Beseitigung dieser Differenzen sei nicht allein für die Parteien selbst, sondern ebenso für die heilige Kirche, das heilige Reich sowie alle Kgg. und Fürsten von großer Bedeutung, da die bestehende Zwietracht den Ungläubigen Grund biete, die Christen und ihren Glauben noch härter zu verfolgen, während ohne Zweifel die Eintracht der Parteien es ermögliche, den Feinden des Kreuzes Christi Widerstand zu leisten. Er werde alles in seiner Macht stehende tun, den Streit zwischen den Parteien in Freundschaft oder Recht aufzuheben. Da ohne Zweifel Kg. Kasimir ebenso wie er selbst es wünsche, den Frieden zu fördern, bittet er ihn, sollte dieser von einer der genannten Parteien in Preußen um Hilfe gegen die andere angerufen werden, nicht in den Konflikt einzugreifen,3 sondern vielmehr seine (K.F.) Schlichtungsbemühungen mit Eifer zu unterstützen.

Überlieferung/Literatur

Org. im bearbeiteten Bestand nicht überliefert. – Kop.: Abschrift4 in Lat. im GStAPK Berlin (Sign. XX. HA, OBA n. 12648), Pap. (15. Jh.).5 Druck: RTA 19,1 S. 444f. (in Auszügen). Reg.: Joachim/Hubatsch, Regg. Ord. Theut. 1, 1 n. 12648. Erwähnt: Weise, Widerstandsrecht S. 219 Anm. 8.

Anmerkungen

  1. 1Nach RTA 19,1 S. 444.
  2. 2Zur Eroberung Konstantinopels durch die Türken unter Sultan Mehmed II. am 19. Mai 1453 RTA 19,1 siehe n. 1 samt der Einleitung sowie Pertusi, La Caduta di Constantinopoli S. 63–79.
  3. 3Unter dem Eindruck des Überfalls auf die Gesandten des Bundes auf ihrem Weg zum K. in Mähren im Juni 1453 suchte der Bund eine Annäherung an Polen. Kg. Kasimir hatte am 3. Juli 1453 eine Schlichtung des Streites in Preußen vorgeschlagen, siehe Biskup, Preußische Bund S. 224.
  4. 4Bricht ohne Datierung ab.
  5. 5Vermutlich ist es diese ksl. Anweisung an den Kg. von Polen, die in einem Brief des Hochmeisters Ludwig von Erlichshausen an Wilhelm Swinkrist, Komtur zu Wien, vom 11. November 1453 erwähnt wird, welcher als Konzept überliefert ist im GStAPK Berlin (Sign. XX. HA, OBA n. 12512). Im Brief heißt es jedoch, der Kg. solle stille sitczen und den undersassen des Ordens keine Unterstützung gewähren, damit diese nicht gestärkt werden. K.F. hatte aber in obiger Urkunde dazu aufgefordert, keine der Parteien in Preußen zu unterstützen. Der Hochmeister berichtete des Weiteren von einer eingegangenen Antwort Kg. Kasimirs. Siehe dazu auch RTA 19,1 S. 445.

Nachträge

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Empfohlene Zitierweise

[RI XIII] H. 24 n. 183, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1453-08-30_17_0_13_24_0_183_183
(Abgerufen am 24.11.2020).