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[RI XIII] Friedrich III. (1440-1493) - [RI XIII] H. 24

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K.F. teilt Georg von Egloffstein,1 dem Vogt zu Schönsee, mit, Hans vom Felde2 habe vor ihm geklagt, daß Egloffstein Siegfried Schade,3 den Vetter seiner Kinder gefangengenommen habe, und daß dessen und seiner Kinder Erbe ihnen zu einem Teil vorenthalten werde. Der Vogt habe Schade während der Gefangenschaft zudem zum Verzicht auf vierhundert und dritthalb und sibentzig (472,5) Mark preußisch gezwungen, die Rudemburg, Vogt zu Schönsee,4 Schade schuldig geblieben sei, als letzterer das Schloß Schönsee auf Rudemburgs Bitte während des Einfalls der Polen in Preußen mit Nahrung versorgt habe. Siegfried Schade habe auf Egloffsteins Veranlassung auch auf den ihm vom Hochmeister5 in Preußen zustehenden Sold von dritthalbhundert (250) Mark preußisch Verzicht leisten müssen. K.F. lädt unter Hinweis auf den bereits zwischen Deutschem Orden und Preußischem Bund angesetzten Rechtstag6 Georg von Egloffstein persönlich oder durch einen Anwalt vertreten auf den nächsten Gerichtstag nach sand Johanns tag zu sonewenden (24. Juni) peremptorisch vor sich oder den von ihm Beauftragten zu rechtlicher Verantwortung, um die Partein zu verhören und Recht ergehen lassen, wie es sich gebühre.

Originaldatierung:
Am zwellften tag des monats marty.
Kanzleivermerke:
KVr: A.m.d.i.i.c. Ulricus Weltzli – KVv: Jorin vom Egloffstein, vogt zu Schonsee, Hans von Felde (oberer Blattrand, rechts).

Überlieferung/Literatur

Org. im GStAPK Berlin (Sign. XX. HA, OBA n. 11831), Pap., rotes S 18 rücks. aufgedrückt. Reg.: Joachim/Hubatsch, Regg. Ord. Theut. 1, 1 n. 11831; Toeppen, Acten III n. 343.

Anmerkungen

  1. 1Siehe Thielen, Verwaltung S. 169. Egloffstein ist von 1451 bis zum 19. Oktober 1453 als Vogt von Leipe bezeugt. Die Vögte von Leipe verwalteten zugleich die Komturei Schönsee. Siehe dazu auch Voigt, Namen-Codex S. 69.
  2. 2Nach Joachim/Hubatsch, Regg. Ord. Theut. 1, 1 n. 11659, II n. 2903 wohl aus Danzig.
  3. 3Den Streitfall um Siegfried Schade erwähnt der Komtur von Thorn (Albrecht von Kalb) in einem Brief vom 6. Juni 1453 an Hochmeister Ludwig von Erlichshausen, statt Hans vom Felde ist jedoch Jenchen vom Felde genannt. Siehe GStAPK Berlin (Sign. XX. HA, OBA n. 12090). Schade scheint in dieser oder einer anderen Sache bereits vor April 1450 gegen den Vogt von Leipe geklagt zu haben. Siehe Joachim/Hubatsch, Regg. Ord. Theut. 1, 1 n. 10199. Schade lebte in Thorn, siehe ebd. n. 10212.
  4. 4Evtl. Gottfried von Rodenberg.
  5. 5Ob hier Ludwig von Erlichshausen oder ein früherer Hochmeister gemeint ist, bleibt unklar.
  6. 6Siehe n. 125f.

Nachträge

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Empfohlene Zitierweise

[RI XIII] H. 24 n. 145, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1453-03-12_14_0_13_24_0_145_145
(Abgerufen am 10.07.2020).