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[RI XIII] Friedrich III. (1440-1493) - [RI XIII] H. 24

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Kg.F. lädt Johann von Zegenberg1 in der Streitsache des Heinrich Scolim und dessen Stieftochter Elisabeth vor das kgl. Kammergericht.

Überlieferung/Literatur

Org. oder Kop. im bearbeiteten Bestand nicht überliefert. – Dep.: Erwähnt in dem in Wien abgefaßten Bericht eines Ordensherren2 vom 28. Januar 1446,3 der abschriftlich überliefert ist im GStAPK Berlin (Sign. XX. HA, OBA n. 9044), Pap. (15. Jh.).

Kommentar

Im Juni 1446 unterrichtete der Kanzler der römischen Kanzlei, Kaspar Schlick, den Hochmeister Konrad von Erlichshausen über den Stand des Prozesses und über den Unwillen Kg.F. darüber, daß der Hochmeister an den päpstlichen Stuhl appelliert habe.4 Scolim selbst muß sich zwischenzeitlich in Wien aufgehalten haben,5 vermutlich, um seine Sache direkt am kgl. Hof voranzutreiben. Siehe nn. 50f., 61, 136.

Anmerkungen

  1. 1In den Instruktionen, die der Danziger Pfarrer Dr. Andreas Ruperti am 18. November 1445 vom Hochmeister für seine Reise an den kgl. Hof erhalten hatte, wird auf alle drei kgl. Ladungen zur Streitsache Scolim eingegangen, auch auf die für Zegenberg. Zegenberg sei allzeit bereit gewesen und sei es noch, für Scolim und dessen Stieftochter alles zu tun, was er ihnen von Rechts wegen schuldig ist. Siehe GStAPK Berlin (Sign. XX. HA, OF. 15 S. 377f.).
  2. 2Der Bericht beginnt mit den Worten: Am neesten freytage noch sante Pauls tag conversionis habe ich czu Wyne uff dem slosse in der grosen nedirsten sackstoben, do man kamergerichte saes, unsers ordens freyheit und privilegia vorbracht, uns von demselben kamergerichte czu freyen mit worten in hy nachgeschrieben weyse und forme. Im Folgenden ist in dem Bericht über die abgehaltene Kammergerichtsverhandlung von wir, der lanthkompthur und ich die Rede. Mit dem Landkomtur ist vermutlich derjenige von Österreich, Johann von Pommersheim, gemeint, der in dieser Streitsache mit eigenen Schreiben faßbar ist, so am 20. August 1446 im GStAPK Berlin (Sign. XX. HA, OBA n. 9163, Bl. 1). Im Bericht ist überliefert, daß der Hochmeister, Hans von Dobeneck sowie Johann von Zegenberg in dieser Streitsache vor das kgl. Kammergericht geladen worden seien. Da die Ladungen für erstere für den 25. September vorliegen (siehe n. 50f.), kann angenommen werden, daß die Ladung Zegenbergs ebenfalls in dieser Zeit erfolgte.
  3. 3Reg.: Joachim/Hubatsch, Regg. Ord. Theut. 1, 1 n. 9044.
  4. 4Siehe das Schreiben Schlicks vom 6. Juni 1446 im GStAPK Berlin (Sign. XX. HA, OBA n. 9103, Bl. 1). Der dem Regest zugrundeliegende Bericht begründet die Appellation an den Papst mit der Zwei-Schwerter-Lehre und damit, daß geistliche Personen vor keinem weltlichen Gericht zu stehen hätten. Der Hochmeister und sein Orden in Preußen und Livland unterstünden wie alle geistlichen Orden allein dem Papst. Ladungen des Kgs. an Vertreter des Ordens seien daher kraftlos. Siehe dazu auch die Einleitung S. 14. Daß der kgl. Kanzler Kaspar Schlick dem Orden (in der Streitsache Scolim) nicht nützlich sei, klagte Johann von Pommersheim am 20. August 1446 dem Hochmeister. Auch Johann Ungnad sei dem Orden nicht gewogen. Allein Johann Geisler würde ihm fleißig dienen. Siehe ebd. (Sign. ebd. n. 9162). Pommersheim verfaßte am 20. August noch einen weiteren Brief an den Hochmeister über seine Tätigkeit am kgl. Hof und zur Scolimschen Sache, siehe ebd (Sign. ebd. n. 9163).
  5. 5Pommersheim berichtete im August 1446, Scolim sei jetzt lange Zeit nicht in Wien gewesen. Siehe ebd. (Sign. ebd. n. 9162).

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Empfohlene Zitierweise

[RI XIII] H. 24 n. 52, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1445-09-25_3_0_13_24_0_52_52
(Abgerufen am 24.02.2020).