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[RI XIII] Friedrich III. (1440-1493) - [RI XIII] H. 23

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K.F. befiehlt Gf. Eberhard (V.) d.Ä. von Württemberg, sein Truppenkontingent, das er gemäß der auf dem Nürnberger Tag durch die Kff. Fürsten und andere gegebenen Zusage zur Rettung der ksl. Erblande am sannd Georgen tag (April 23) im Feld bei Augsburg haben sollte1, nunmehr zum gleichen Termin zur Befreiung Kg. Maximilians aus der Brügger Gefangenschaft2 bestgerüstet nach Köln zu schicken.

Überlieferung/Literatur

Org. und Kop. im bearbeiteten Bestand nicht überliefert. – Dep.: Ergibt sich aus der durch zahlreiche Quittungen im LA Bad.-Württ., HStA Stuttgart (Sign. A 602, Nr. 14816ff.) belegten Teilnahme württembergischer Truppen am Flandernfeldzug (s.u.). Reg.: Ausführliche Regesten dieses Mandats, bei welchem es sich in Anbetracht der schon bisher zahlreich aufgefundenen Überlieferungen um eines der am weitesten verbreiteten Mandate dieses Kaisers handelt, bieten aufgrund der inhaltlich gleichen Aufforderungen anderer Herrschaftsträger die Regg.F.III. H. 2 n. 219 und H. 4 n. 975; weitere Nachweise dass. H. 5 n. 315; H. 6 n. 163-168; H. 7 n. 746; H. 8 n. 476-478; H. 9 n. 384f.; H. 10 n. 557f.; H. 11 n. 623; H. 15 n. 408; H. 16 n. 201-204; H. 20 n. 303. Lit.: Zur Sache s. Heinig, Ein bitter-freudiges Familientreffen S. 189f.; Wolf, Doppelregierung Friedrichs III. S. 213.

Kommentar

Schon am 22. März 1488 forderten auch Eb. Hermann von Köln und gesondert Hz. Wilhelm von Jülich den Gf. Eberhard V. auf, sein Kriegsvolk zur Hilfe für den gefangenen König Maximilian zu schicken, s. die beiden Orgg., Perg. im LA Bad.-Württ., HStA Stuttgart (Sign. A 602, Nr. 4473f.). Ebd. (Sign. A 602, Nr. 4629) eine pap. undat., aber in diesen Zusammenhang gehörige Instruktion für einen Gesandten der Fürsten von Köln, Jülich und Hessen an Gf. Eberhard V. wegen einer eilenden Hilfe für den Kaiser und seinen in den Niederlanden gefangenen Sohn. Weil die im LA Bad.-Württ., HStA Stuttgart (Sign. Best. A 602, im folgenden nur die entspr. Nrr., die mit denjenigen der Württ. Regg. identisch sind) überlieferten Quittungen nicht nur belegen, daß Gf. Eberhard V. dem ksl. Mandat entsprechend Truppen zum Sommerfeldzug nach Flandern abgeordnet hat, sondern auch maßgebliche Aspekte von deren Ausstattung und Finanzierung offenbaren, seien sie hier auszugsweise wiedergegeben: 1488 Juli 11, o.O. Hans Dölling, Bürger zu Buchhorn, Johannes Keller, genannt Moll, württ. Kanzleischreiber, Konrad, Waldvogt von Tübingen, und Auberlin Schultheiß d. J. bescheinigen den Empfang von 400 fl. Darlehen von Ludwig Rühing (Ryching) zu Antwerpen als Vertreter der Gesellschaft des Hans Vehlin zu Memmingen3, rückzahlbar auf Laurentii (Aug. 10) an Heinrich Haintzel zu Ulm (WR 14810); 1488 Juli 25, o.O. Hans von Sachsenheim, Hauptmann, und Johannes Keller, Schreiber, bescheinigen den Empfang von 750 fl. rh. in Gold Darlehen von der Vöhlingesellschaft (wie WR 14810), rückzahlbar am 31. Aug. (WR 14813ac); 1488 Sept. 8, o.O. Hans v. Sachsenheim quittiert über 100 fl. Zehrungsgeld in die Niederlande (WR 14816); 1488 Sept. 10, o.O. Joh. Keller gen. Moll quittiert über 400 fl. vom Landschreiber zur Ausrichtung der Fußknechte, die Gf. Eberhard V. dem Kaiser zur Befreiung Kg. Maximilians aus der Gefangenschaft geschickt hat (WR 14817); 1488 Sept. 29, Antwerpen Hans von Sachsenheim quittiert über 1200 fl. rh. von Jakob Welser von Augsburg im Auftrag der Vöhlingesellschaft zu Memmingen und deren Diener Ludwig Rühing zu Antwerpen (WR 14818a); 1488 Nov. 19, o.O. Joh. Keller gen. Moll quittiert über 150 fl. zur Bezahlung der Fußknechte in den Niederlanden (WR 14823); 1488 Nov. 19, o.O. Ber(o) von Hürnheim beurkundet, daß Jakob Kühörn (Küwhörn) d. J. von den 1500 fl., mit denen er nach Köln gesandt wurde, auf Befehl des Hans v. Sachsenheim 83 fl. 21 Albus einschließlich 40 fl. Darlehen an Hans Plaicher, Pfarrer zu Lorch, ausgegeben habe (WR 14824a); 1488 Dez. 17, o.O. Konrad Siglin genannt Kinz, Bürger zu Stuttgart, quittiert über 50 fl. Raisgeld für Dienste in den Niederlanden und über 14 fl. für ein zu Rovereto (Roferyt) im Venezianerkriege abgegangenes Pferd (WR 14831); 1489 Jan. 10, o.O. Clauß Büchsenmeister zu Stuttgart quittiert über 24 fl. 1 lb. 2 Schill. 5 h. für 38 gegossene und gefaßte Hakenbüchsen im Gewicht von 9 Ztr. 92 lb. (WR 14834a); 1489 Febr. 5, o.O. Hans Ernst, Büchsenmeister zu Stuttgart, quittiert über 77 fl. rh. und 19 Schill. h. für das Gießen und Fassen einer Steinbüchse von 12 Ztr. 4 lb. Gewichts sowie von 73 Hakenbüchsen von 20 Ztr. 24 lb. Gewichts (WR 14837); 1489 März 14, o.O. Hofmeister Wilhelm v. Wernau bestätigt die Auszahlung von 5 fl. 19 Schill. an Hans Bemler, Pfeilsticker zu Hausen, für 2800 Pfeilschäfte (WR 14842).

Anmerkungen

  1. 1Weil unsicher ist, ob dieses Mandat vom 4. Okt. 1487, welches z.B. in den Regg.F.III. H. 4 n. 963 regestiert wurde, auch an Gf. Eberhard d.Ä. persönlich erging, wurde hier kein Deperditum formuliert.
  2. 2Im Zuge eines Aufruhrs war Kg. Maximilian am 1. bzw. 5. Februar 1488 in Brügge gefangengenommen worden.
  3. 3Zu der Memminger Handelsgesellschaft Vöhlin s. Kießling, Memmingen im Spätmittelalter S. 203ff.

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Empfohlene Zitierweise

[RI XIII] H. 23 n. 737, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1488-03-16_1_0_13_23_0_741_737
(Abgerufen am 22.08.2019).