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[RI XIII] Friedrich III. (1440-1493) - [RI XIII] H. 23

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K.F. macht allen Kff. geistlichen und weltlichen Fürsten, Prälaten, Freiherren etc. und Reichsuntertanen bekannt, daß diejenigen, die etlichen Ulmer Bürgern in kurtzverganngen tagen1 auf seiner und des Reichs freien Straße zwischen Ulm und Giengen im Geleit, welches Bürgermeister und Rat der Stadt Ulm entsprechend der ihnen von seinen Vorgängern und von ihm verliehenen Freiheiten und altem Herkommen rechtlich gebrauchten, sechs Kaufmannswagen geplündert haben, zustund mit der tate, di offenbar am tag ligt und darfur kain lawgen noch verrer beweisung gehöret, die Strafen auf sich gezogen hätten, die die ordnung unnd satzung der Goldenen Bulle, seiner eigenen (Frankfurter) Reformation und des zehnjährigen Landfriedens für Zuwiderhandelnde vorsehen. Darüber hinaus seien sie seiner und des Reiches Acht und Aberacht verfallen, darein wir sy dem yetzgemeltten friden unnd rechten zu hanndthabung .. verfallen zu sein declarieren, erkennen und erklären von romischer kaiserlicher machtvolkommenhait, aigner bewegnuß unnd rechter wissen. Der Kaiser gebietet den Adressaten deshalb unter Androhung derselben Strafen sowie seiner und des Reiches schweren Ungnade, die Täter, sobald diese ihnen angezeigt werden, als Ächter und Aberächter in ihren Schlössern, Städten, Märkten, Dörfern, Gerichten und Gebieten nicht länger zu beherbergen und zu versorgen sowie keinerlei Gemeinschaft mit ihnen zu pflegen oder solche zuzulassen. Vielmehr sollen sie den Ulmern, denen er dies ausdrücklich befohlen hat, ermöglichen, der Täter allenhalben in ihren Herrschaftsbereichen habhaft zu werden, durch unnser, des heyligen reichs unnd ewer gericht nach Ulm zu bringen und dort nach Reichsrecht und ihren Freiheiten abzuurteilen. Dadurch, daß sie der ksl. Majestät dergestalt gehorsam sind, sollen sie sich in keiner Weise gegenüber K. und Reich oder sonstwen vergehen und von niemandem zur Verantwortung gezogen werden können.

Originaldatierung:
Am dreyunndzwaintzigisten tag des monets july (nach Kop.).

Überlieferung/Literatur

Org. im bearbeiteten Bestand nicht überliefert, der Kop. zufolge jedoch mit anh. S. – Kop.: Abschrift mit der Überschrift copy des auchtbriefs im LA Bad.- Württ., HStA Stuttgart (Sign. A 602, Nr. 5785), Pap. (15. Jh.). Reg.: Chmel n. 8112. Lit.: Wolf, Doppelregierung Friedrichs III. S. 337f.

Kommentar

Der von Gefolgsleuten Hz. Georgs "des Reichen" von Bayern-Landshut im Vorfeld einer größeren kriegerischen Aktion gegen Ulm verübte Überfall steht nicht nur im Zusammenhang mit den notorischen beiderseitigen Geleitsdifferenzen auf der Straße von Ulm nach Nürnberg, sondern auch mit der Beziehungskrise zwischen den bayerischen Wittelsbachern und dem Kaiser, s. u.a. RTA MR 2 S. 880 Anm. 1 und Stauber, Herzog Georg S. 235f.

Anmerkungen

  1. 1Präzise hatte der Überfall am 29. Juni stattgefunden.

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Empfohlene Zitierweise

[RI XIII] H. 23 n. 727, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1487-07-23_1_0_13_23_0_731_727
(Abgerufen am 05.07.2022).