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[RI XIII] Friedrich III. (1440-1493) - [RI XIII] H. 23

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K.F. teilt dem Domkapitel von Konstanz mit, daß er an deren Wahl Gf. Ottos von Sonnenberg zum Bf. und an dem Erwählten gut geuallen habe und bereit sei, diesem und ihnen seine Gnade und Förderung zur handthabung der Wahl zuteil werden zu lassen.

Originaldatierung:
An pfintztag vor der hailigen dryer kung tag (nach Einblattdruck).

Überlieferung/Literatur

Kop.: Einblattdruck1 mit der handschriftlichen Adresse Ad capitulum Constan(tiensem) a.d. Vorders. im LA Bad.-Württ., HStA Stuttgart (Sign. A 602, Nr. 6311), Pap. (15. Jh.). Reg.: Ein ausführliches Regest aufgrund einer handschriftl. Abschrift (des Org.?) im StA Zürich bieten die Regg.F.III. H. 6 n. 125; s. auch Württ. Regg. S. 233 n. 6311; REC n. 14271; Kramml, Konstanz S. 443 n. 245. – Regg. d. Wiegendrucke, von denen ein weiterer im GLA Karlsruhe 5/14 überliefert ist, bringen GdW 9 Sp. 152 n. 10348; Einblattdrucke des 15. Jahrhunderts S. 152 n. 601; Lautenschlager, Bibligraphie 1,2, Karlsruhe 1930, S. 273 Nr. 7066a. Erwähnt bei Schmidt, Druckgeschichte, S. 125. Lit.: Zum Druck s. Neumann, Kaiser Friedrich III. und der Einblattdruck S. 33-382.

Kommentar

Am 7. Nov. 1473 hatte K.F. in Trier die Konstanzer Dompropstei mit ihren Schlössern, Dörfern und Gütern in seinen Schirm genommen und dessen Ausübung seinem Vetter Hz. Sigmund v. Österreich (-Tirol) übertragen, was dieser am 13. Dez. 1473 urkundlich angenommen hatte, s. die pap. Kopien im LA Bad.-Württ., HStA Stuttgart (Sign.: Bestand H 14, Kopialbuch Bd. 387, fol. 3v) und die Regg. in den WR 13678-13680. Daraus, daß Papst Sixtus IV. die am 30. September 1474 erfolgte Wahl Ottos von Sonnenberg am 27. Februar 1475 kassierte und den früheren Weihbischof Dr. Ludwig von Freyberg zum Bischof von Konstanz providierte (Kop., pap. im LA Bad.-Württ., HStA Stuttgart, Sign. A 602, Nr. 6312), den er schon am 2. Sept. 1474 zum Kodadjutor mit dem Recht zur Nachfolge ernannt hatte, erwuchs der sog. Konstanzer Bistumsstreit, in welchem die langjährige Koalition zwischen Kaiser- und Papsttum zerbrach. Siehe zur Sache Göller, Konstanzer Bistumsstreit (1924); zum ksl. Kandidaten s. den Art. s.v. Sonnenberg, in: Gatz, Bischöfe 2 (1996), S. 669f.; zum päpstl. Kandidaten Ludwig von Freyberg ebd. S. 197-198; zur Haltung der Gff. von Württemberg s. Haussmann, Politik, speziell zu derjenigen Stuttgarts Fritz, Ulrich der Vielgeliebte S. 396-409 (mit der einschlägigen Literatur). Baum, Friedrich III. und Württemberg S. 124 betont die übereinstimmende Parteinahme des K. und der Eidgenossen gegen den von Tirol und Württemberg unterstützten Kandidaten des Papstes und zeiht S. 125 den K. der Prinzipienlosigkeit, weil er den in Konstanz bekämpften päpstl. Provisionsanspruch im nachfolgenden Passauer Bistumsstreit zugunsten des eigenen Kandidaten ausgenutzt habe.

Anmerkungen

  1. 1Ohne Siegel und Kanzleiunterfertigung.
  2. 2Demgegenüber ist freilich zu bedenken, daß sich im Taxregister der röm. Kanzlei, ed. Heinig/Grund S. 670 n. #F14 gerade bzgl. Konstanzer Materien schon Ende 1474 der deutliche Hinweis auf einen Druckauftrag findet: solichen brieff han ich dem buchdrugker zu Augspurg geben, uns eczliche brieff an die canzlie zu drugken.

Registereinträge

Nachträge

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Empfohlene Zitierweise

[RI XIII] H. 23 n. 613, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1475-01-05_1_0_13_23_0_616_613
(Abgerufen am 24.11.2020).