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[RI XIII] Friedrich III. (1440-1493) - [RI XIII] H. 23

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K.F. bestätigt mit dem Rat der in einer mercklichen anzale bei ihm versammelten Kff. Fürsten, Prälaten, Gff. Herren und des Reichs Getreuen auf Ersuchen der Gff. Ulrich (V.), Eberhard (V.) d.Ä. und Eberhard (VI.) d.J. von Württemberg, unser sweger1, den wörtlich inserierten2 (Uracher) vertrag von montag vor der heiligen Zwelfbott(e)n schidung tag 1473 (Juli 12)3, den diese mit Gf. Ulrichs Sohn Heinrich unter aller Siegel darüber geschlossen haben, wie es seinenthalb(e)n furan mit der grafschafft Wirtemberg und allen herschefften, gerechtickeiten, zů und eingehorung, nichts dauon besundert noch ausgenomen, gehalten werden sull. Der K. bestätigt Vertrag und vertragßbrief in allen Einzelheiten aus ksl. Machtvollkommenheit und rechtem Wissen in Kraft dieses Briefes und verfügt, daß die Gff. diesen unbeeinträchtigt von jedermann an allen ennden und stetten nach irem willen und gevallen gebrauchen sullen und mugen, doch vorbehaltlich der Obrigkeit und der Rechte von K. und Reich. Er gebietet allen Kff. geistlichen und weltlichen Fürsten, Prälaten, Gff. Freiherren, Rittern etc. sowie des Reichs Untertanen und Getreuen aus ksl. Machtvollkommenheit die Beachtung des Vertrages sowie dieser Bestätigung unter Androhung seiner und des Reiches schweren Ungnade sowie einer je zur Hälfte der ksl. Kammer und den Geschädigten zufallenden Pön von 60 Mark Gold.

Originaldatierung:
Am letzten tag des monats july.
Kanzleivermerke:
KVr: A.m.p.d.i. – KVv: Rta Lucas Sniczer (auf der Rückseite des letzten Blattes).

Überlieferung/Literatur

Org. im LA Bad.-Württ., HStA Stuttgart (Sign. Best. A 602, Nr. 195), perg. Libell (8 Blätter), wachsfarbenes S 15 mit wachsfarbenem S 16 vorn eingedrückt an purpurfarbener Ss. – Kop.: Regest unter dem Datum 1473 08 07 im Taxregister der röm. Kanzlei, ed. Heinig/Grund S. 497 n. 3347, demzufolge diese confirmacio und zwei weitere Kaiserurkunden (unsere folgende n.) vom Stuttgarter Vogt Werner Lutz ausgebracht wurden und Verhandlungen über die Taxhöhe noch ausstanden. Abb.: Digitales Faksimile auf URL. Reg.: Chmel n. 6766; WR n. 195.

Kommentar

Die abschließenden Verhandlungen über die Zustimmung des Kaisers sind zweifellos bei dessen persönlichem Besuch in Stuttgart am 25. Juni 1473 geführt worden. Über diesen Besuch, den Stälin, Württembergische Geschichte III S. 569 Anm. 2 und Heinig, Friedrich III. (1997) S. 1376 verzeichnen, liegt im LA Bad.- Württ., HStA Stuttgart (Sign. A 602, Nr. 3256) das pap. Org. einer Quittung vor, mittels welcher der zwischen 1453 und 1474 als Küchenmeister Gf. Ulrichs V. (später auch noch Gf. Eberhards VI.) und Stuttgarter Bürger belegte Heinz Vestner am 12. Nov. 1473 dem Landschreiber Johann Sattler den Erhalt von 96 Pf.Pf. 13 ß h. bestätigte, wofür Jakob (Walter gen.) Kühorn (Bürger zu Stuttgart) Wachs, Stockfische, specerii und anderes geliefert hatte, als der Kaiser zu Stuttgart war. Bei diesem Anlaß "schmierten" die Württemberger auch ihr höfisches Räderwerk, welches sicherlich zu den ksl. Privilegien und den bis zum Konstanzer Bistumsstreit weitgehend ungetrübten Beziehungen Württembergs zum K. beitrug: Am 26. Juni 1473 quittierte der ksl. Fiskalprokurator Johann Keller über 40 fl. seines württ. Solds und damit allen Sold bis zum Ende seiner Bestallung, s. das Org. Perg. im LA Bad.- Württ., HStA Stuttgart (Sign. Best. A 602, WR 3247). Frühere Kontakte zu dem Fiskal Dr. Georg Ehinger belegt u.a. dessen Kauf des Dorfes Pappelau für 1650 fl., den Gf. Ulrich V. laut WR 1284 am 12. Mai 1469 in Stuttgart beurkundete (das Stück ist 1944 verbrannt).

Anmerkungen

  1. 1Die beiden Heiraten der Wittelsbacherin Mechthild von der Pfalz mit Gf. Ludwig I. von Württemberg und Ehz. Albrecht von Österreich hatten über ihre Kinder aus erster Ehe die Verschwägerung zwischen Württemberg und Habsburg begründet.
  2. 2Die im 2. Weltkrieg verbrannte Kop. der Verschreibung der Gff. Ulrich V. und Eberhard VI. von 1473 Juli 12 an Eberhard V. wegen wegen der ihnen auferlegten Lösung von Wildberg und Bulach (WR 194 nach Hausarchiv, Ulrich V., Kopb. 313, 30) ist in der confirmatio imperatoris nicht eigens inseriert, sondern nur als Bestandteil des Uracher Vertrags.
  3. 3Der Uracher Vertrag fixiert die Unteilbarkeit der Gft., Heinrichs Anteil daran und die Modalitäten der Erbfolge Heinrichs in der Gft. Mömpelgard sowie einer möglichen gegenseitigen Beerbung der beiden Linien des Hauses Württemberg; die Bestätigung durch den K. und durch den Hz. von Burgund als Lehnsherrn wurde ausdrücklich vorgesehen. Er ist im LA Bad.-Württ., HStA Stuttgart (Sign. Best. A 602 Nrr. 193, 193a und b) in drei perg. Orgg. überliefert. Abb.: Digitale Faksimiles auf URL. Druck: Reyscher, Vollständige ... Sammlung der württembergischen Gesetze, Bd. 1, S. 476-488; Reg.: WR n. 193.

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Empfohlene Zitierweise

[RI XIII] H. 23 n. 609, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1473-07-31_1_0_13_23_0_612_609
(Abgerufen am 28.01.2021).