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[RI XIII] Friedrich III. (1440-1493) - [RI XIII] H. 23

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K.F. bestätigt aufgrund des persönlichen Vorbringens seines Bruders Hz. Albrecht (VI.) von Österreich, gegen die zur Herrschaft Hohenberg gehörenden Städte, Leute, Diener und Bauern werde trotz der Freiheit, mit welcher unser vordern fursten und das hauss Osterreich von röm. K. und Kgg. (von seliger gedechtnis unsern vorfarn am Reich) begnadet1 worden seien, vor und von frembden und außlendischen gerichten prozessiert, die Gerichtsstandsprivilegien von Bürgermeistern, Räten, Bürgern und Gemeinden der Städte Rottenburg, Ehingen am Neckar, Horb, Haigerloch, Schömberg, Binsdorf, Ebingen und Oberndorf sowie aller anderen Städte und gemainiclich alle(r) und ÿegkliche(r) gepaurschafft und inwöner derselben Herrschaft und Lande. In Anbetracht der bedeutenden Dienste, die diese für K. Reich und das Haus Österreich erbracht haben und noch leisten sollen, verfügt er mit wohlbedachtem Mut und gutem Rat seiner und des Reichs Fürsten, Gff. Edlen und Getreuen in Kraft dieses Briefs und aus ksl. Machtvollkommenheit, daß diese von sämtlichen Hofgerichten, Landgerichten und sonstige fremden Gerichten befreit sein sollen und außer im Falle offenkundiger Rechtsverweigerung nirgendwo anders verklagt werden dürfen als vor den Fürsten von Österreich bzw. den Hofgerichten, Hauptleuten, Landgerichten, Stadtgerichten oder anderen Gerichten, darinnen dann derselben ansprachigen leut gesessen seind, dahin dan ir ÿeder nach sinem stand und wesen in sollichem gehöret und gegen inen zu thůn gepůret. Aus besonderer ksl. Gnade gewährt er ihnen darüber hinaus das Recht, straflos offenbare Ächter und Aberächter hausen und Gemeinschaft mit solchen halten zu dürfen, doch mit den Einschränkungen, daß sie Klägern auf Ersuchen Recht gegen diese gewähren müssen und daß dieses Ächterhausungsprivileg nicht gegenüber denjenigen Acht- und Aberachturteilen und die davon betroffenen gilt, die er oder frühere K. und Kgg. in unserm hove gethon oder gesprochen hetten oder seine Nachfolger sprechen sollten und ihnen mit unsern brieven verkündet würden. Er gebietet allen geistlichen und weltlichen Fürsten, Gff. Freiherren, Rittern, Knechten, Städten und Gemeinden sowie jeglichem Hofrichter zu Rottweil, den dortigen Bürgermeistern und Rat und allen anderen Landrichtern, Richtern und Urteilern aus ksl. Machtvollkommenheit die Beachtung dieses Privilegs bei einer je zur Hälfte der ksl. Kammer und den Geschädigten zufallenden Pön von 50 Mk. Gold und erklärt alle dessenungeachtet ergehenden Urteile für ungültig.

Originaldatierung:
An mitwoch nach sant Martins tag des hailigen bischoffs (nach Kop.).
Kanzleivermerke:
KVr: A.m.p.d.i. Ůlricus Weltzli (nach Kop.).

Überlieferung/Literatur

Org. noch nicht aufgetaucht, der Kop. zufolge jedoch (Perg.) mit anh. S. – Kop.: Auf gerichtliches Ersuchen, welches Konrad Ortolf namens einer Botschaft von Bürgermeistern, Rat und Bürgerschaft zu Ebingen vorgebracht hatte, mit Urteil zuerkanntes und ausgestelltes Vidimus Gf. Johanns von Sulz, Hofrichters2 zu Rottweil, von dornstag nechst vor unser lieben Frowen tag purificationis 1455 (Jan. 31), das als Abschrift überliefert ist im LA Bad.-Württ., HStA Stuttgart (Sign. Best. A 602 Nr. 4825), Pap. (15. Jh.). – Abschrift ebd. (Sign. Best. A 602 Nr. 8252a), Pap. (18. Jh.)3. Reg.: Chmel n. 2959; Württ. Regg. S. 176 n. 4825; Lichnowsky, LB 6 n. 1714; Wächter, Gemeindearchive Horb S. 9 (mit Nov. 11); erwähnt Oberamt Oberndorf S. 164. Lit.: Eichmann, Städtekrieg S. 31; Drück, Asylrecht S. 18; Stemmler, Die Grafschaft Hohenberg, in: Vorderösterreich (1967) S. 551-574; Baum, Die Habsburger in den Vorlanden S. 334.

Anmerkungen

  1. 1Kg. Friedrichs Privilegienbestätigung für die Städte der Herrschaft Hohenberg vom 23. Juli 1442, Frankfurt am Main, bei Battenberg, Gerichtsstandsprivilegien S. 780 Nr. 1434 (nach einer pap. Kop. des 16. Jhs. im LA Bad.-Württ., HStA Stuttgart, Sign. Best. H 14/15 Nr. 151 Bl. 19-23) und bei Chmel n. 1107 verweist auf eine Verleihung, so weilent kunig Wenczlaw romischer kunig weilent unserm vettern herczog Lewpoltn herzcogen zu Osterrich ... gegeben und furbaser an die obgenanten stett ir burger diener und man, die weil sy dennoch die grafschafft Hohenberg in weilent graff Rudolfs von Hohenberg gewalt und hannden gewesen ist, volstreckt und in gegeben hat. Dieses Wenzel-Privileg vom 1. November 1379, Prag, und ein – möglicherweise – weiteres vom 16. Oktober 1379, Prag, regestiert Battenberg, Gerichtsstandsprivilegien S. 452 Nr. 847 bzw. S. 464 Nr. 886. Für ein früheres Gerichtsstandsprivileg Karls IV. zugunsten Gf. Rudolfs von Hohenberg vom 7. April 1362 s. auch RI VIII n. 3865.
  2. 2Beachtung verdient dessen meist ignorierte personalisierte Selbstbezeichnung: Wir..., hoverichter von des allerdurchlauchtigisten... herrn Frÿderichs, römischen kaÿsers, ... gewaltte an seiner statt uff seinem hove zů Rottweÿl...
  3. 3Ebd. (Sign. A 602 Nr. 8252b) von derselben Hand die pap. Abschrift einer bes. die Steuerfreiheit hervorhebenden Privilegienbestätigung Hz. Albrechts VI. für die Städte der Herrschaft Hohenberg vom 14. September 1453.

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Empfohlene Zitierweise

[RI XIII] H. 23 n. 66, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1452-11-15_1_0_13_23_0_68_66
(Abgerufen am 05.12.2019).