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[RI XIII] Friedrich III. (1440-1493) - [RI XIII] H. 22

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K.F. bestätigt und erneuert, von sundern gnaden und wissentlich mit dem brief, was wir daran bestetten sullen oder mugen, Abt Laurenz und dem Konvent von (Klein-)Mariazell (Sannd Mareinczell), in der Hoffnung des im Kloster täglich abgehaltenen Gottesdienstes teilhaftig zu werden, die ihnen von seinen Vorfahren als Fürsten von Österreich erteilten Freiheiten und Privilegien1 und bestimmt, daß diese in allen stukhen, punkhten und artikln, so als würden sie von wort zu wort hier wiedergegeben, in Kraft bleiben sollen. Der Kaiser gebietet allen Hauptleuten, Landmarschällen, Gff. Freiherren, Rittern, Knechten, Pflegern, Bggff. Bürgermeistern, Richtern, Landrichtern, Räten, Hansgrafen, Mautnern, Zöllnern, Bürgern, Gemeinden und allen anderen Amtleuten, Untertanen und Getreuen die Beachtung dieser Bestätigung.

Originaldatierung:
An eritag nach sand Margrethen tag.
Kanzleivermerke:
KVr: C.d.i.i.c. (nach Kop. auf der Plica).

Überlieferung/Literatur

Org. im bearbeiteten Bestand nicht überliefert, dem Vidimus zufolge Perg. mit seiner kaiserlichn maiestat secretirtem anhangundem insigl, dem Insert zufolge besiglt under unser kaiserlichen maiestat anhanngundem insigl. – Kop.: Inseriert in dem auf Bitten Abtes Johann von Mariazell ausgestellten Vidimus Abt Leonhards des Schottenklosters zu Wien2 von 1476 Januar 8 im HHStA Wien (Sign. AUR 1476 I 8), Perg., rotes S des Ausst. in wachsf. Schüssel an Ps. (nur mehr Rest vorhanden). Reg.: Gehart, Archivinventar n. 40. Lit.: Eigner, Mariazell S. 110.

Anmerkungen

  1. 1Das Org. der Gründungsurkunde aus dem Jahr 1136 ist vermutlich verlorengegangen. Dazu Eigner, Mariazell S. 3ff.; Heinrich II. Jasomirgott bestätigte (nach 1156) Schenkungen seiner Eltern Leopold III. und Agnes; ebd. (ohne Jahresangabe) S. 20f. (gedruckt ebd. Anhang n. 2). Hz. Friedrich I. soll dem Kloster mehrere Gunstbezeugungen und Privilegien erteilt haben. Vor Mai oder Juni 1197 erhielt das Kloster bspw. die niedere Gerichtsbarkeit über seine Holden gegen jährliche 12 Sch.; ebd. S. 22. Zu weiteren Urkk. Leopolds VI. ebd. S. 24f., Hz. Friedrichs II. ebd. S. 27f. Im Jahr 1236 erfolgte die Verleihung der Zoll- und Mautfreiheit, 1239 eine weitere Schenkung, 1243 die Erlassung einer bisherigen Pflichtabgabe; dazu und zu weiteren Begünstigungen ebd. S. 28ff.; Regg. zu den Privilegien Hz. Friedrichs II. aus den Jahren 1240, 1243 und 1245 Gehart, Archivinventar nn. 31, 32, 33, gedruckt in BUB II nn. 536, 541, 542. Schenkungen adeliger und geistlicher Stifter im 13. Jh. erwähnt Eigner, Mariazell S. 35–39. 1260 erhielt das Kloster eine Bestätigung seiner gesamten Besitzungen und einiger Privilegien durch Papst Alexander IV.; ebd. S. 40 (gedruckt ebd. Anhang n. 5); Hz. Albrecht II. bestätigte 1335 dem Stift landesherrliche Privilegien von 1217 und 1243; ebd. S. 55 (doch findet sich bei ebd. keine Erwähnung eines Privilegs von 1217, sodaß vermutlich jenes durch Hz. Leopold VI. 1213 erteilte Privileg gemeint ist.); weiteres Privileg Hz. Albrechts II. von 1358 mit Bestätigung durch Rudolf IV. 1365 ebd. S. 59f. und 64f; im Jahr 1400 verlieh Papst Bonifaz IX. einen Ablaß, ebd. S. 72; zu den Erwerbungen des obengenannten Abtes Laurenz ebd. S. 97ff.; 1423 bestätigte Hz. Albrecht V. dem Kloster alle von seinen Vorfahren erteilten Privilegien; Reg.: Gehart, Archivinventar n. 39. 1448 Dezember 9 verlieh K.F. dem Kloster ein Wochenmarktsprivileg, Eigner, Mariazell S. 97, gedruckt ebd. Anhang n. 423; Reg.: Gehart, Archivinventar n. 36. 1458 bestätigte K.F. einen Kauf des Klosters; gedruckt bei Eigner, Mariazell, Anhang n. 16 (In der Abschrift wird die Urkunde datiert mit am montag St. Merteinstag. Der 11. November 1458 fiel allerdings auf einen Samstag).
  2. 2Leonhard war von 1473 bis 1475 Abt von Mariazell und wurde dann als Abt des Schottenklosters nach Wien berufen; Eigner, Mariazell S. 114.

Nachträge

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Empfohlene Zitierweise

[RI XIII] H. 22 n. 182, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1467-07-14_1_0_13_22_0_182_182
(Abgerufen am 18.09.2020).