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[RI XIII] Friedrich III. (1440-1493) - [RI XIII] H. 20

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K.F. nimmt in Anbetracht der Tatsache, daß es ihm ad terrene vite premium et t(em)p(or)alis imperii decursum prosperiorem nutzen würde, Kirchen und Klöster sowie geistliche Personen und Mönche, die in Demut des Geistes dem Herrn dienen, vor Ungerechtigkeiten und Behelligungen zu bewahren und ihre Rechte, Freiheiten und Güter zu schützen, auf Bitten der Äbtissin und der Schwestern des Konvents das St. Johanneskloster in Burtscheid in seinen ksl. Schutz auf und bestätigt de nostre imperatorie potestatis plenitudine alle von bisherigen Kaisern und Königen verliehenen Privilegien, Freiheiten, exemptiones, Urkunden, Schenkungen, Bewilligungen, Rechte, Immunitäten, Gewohnheiten und Gnaden in allen einzelnen Punkten, Klauseln und Artikeln sowie auch alles, was das Kloster von Fürsten, Gemeinschaften und anderen Personen erhalten hat. Um das Kloster, das einst von K. Otto I. gegründet1 und von K. Heinrich II. vollendet und reich beschenkt2 worden sei, aber durch Kriege, Unruhen und anderes Unheil großen Schaden an seiner Ausstattung erlitten hat, wiederherzustellen, erlaubt K.F. Äbtissin und Konvent, in ihrem Territorium Bodenuntersuchungen vorzunehmen, um Minen und Bergwerke für Zinn, Blei, Eisen, calmei3 und alle anderen Metalle anzulegen und deren Erträge und Gewinne für die Beseitigung der Schäden und zur Erneuerung des Klosters zu nutzen. Niemand soll das Kloster hierin behindern, noch Anteile von den Gewinnen der Minen einfordern, nicht einmal für jene Personen, welchen Standes sie auch seien, die bei der Erschließung oder der Arbeit in den Minen verletzt werden oder tödlich verunglücken. K.F. bestimmt, daß alle Fürsten und Herren, insbesondere der Eb. von Köln, der Bf. von Lüttich als auch die Fürsten von Jülich, Geldern, Brabant und Limburg sowie die Stadt Aachen das Kloster in allen Rechten und Besitzungen verteidigen und beschützen sollen, und setzt fest, daß diejenigen, die dem zuwiderhandeln, eine Strafe von 100 Mark Gold je zur Hälfte an die ksl. Kammer und an das Kloster zu zahlen haben.

Originaldatierung:
Die vigesima quarta mensis octobris (nach Kop.).
Kanzleivermerke:
KVr: A.m.d.i.p. (nach Kop.). - KVv: Rta Matthias Wurm (nach Kop.).

Überlieferung/Literatur

Org. im bearbeiteten Bestand nicht überliefert, der Kop. zufolge mit anh. S. und in Lat. - Kop.: Abschrift in der SBBPK (Sign. Ms. Boruss. 2° 775, fol. 104r-107r), Pap. (18. Jh.). Druck: LÜNIG, Reichsarchiv 18 S. 314-317.Reg.: CHMEL n. 8322.

Anmerkungen

  1. 1Vgl. QUIX, Reichsabtei Burtscheid S. 432.
  2. 2Ebd. S. 433 sowie MGH DD H II n. 360, n. 380f.; s. auch FALKENSTEIN, Otto III. und Aachen S. 148.
  3. 3Zinkerz.

Nachträge

Nachträge (1)

Nachtrag von Dr. Sebastian Beck, eingereicht am 14.10.2010.

Die Abtei Burtscheid ist nicht von Otto I., sondern von Otto III. gegründet worden (Ludwig Falkenstein, Otto III. und Aachen, Hannover 1996, S. 116ff.).

Weiterer Druck der Urkunde: Christian Quix, Historisch-topographische Beschreibung der Stadt Burtscheid, Aachen/Leipzig 1832, S. 249-257.

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Empfohlene Zitierweise

[RI XIII] H. 20 n. 311, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1488-10-24_1_0_13_20_0_311_311
(Abgerufen am 02.12.2020).